Schulausschluss eines Zwölfjährigen nach sexueller Belästigung

Bild: Robert Kneschke - fotolia
Sebastian

Verwaltungsgericht Stuttgart: Mädchen wurde ehrverletzend beleidigt

(jur). Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat den Schulausschluss eines zwölfjährigen Jungen wegen sexueller Belästigung bestätigt. Ein Verbleib des Jungen an der Schule sei dem Opfer nicht zumutbar und insgesamt der „sittlichen Entwicklung und Sicherheit“ an der Schule abträglich, befand das Gericht in einem am Freitag, 20. Mai 2016, bekanntgegebenen Urteil (Az.: 12 K 2336/16).

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Der Junge hatte auf dem Nachhauseweg ein ein Jahr jüngeres Mädchen belästigt. Nach den gerichtlichen Feststellungen zog er seine Hose und auch seine Unterhose herunter und forderte sie auf, ihm „einen zu blasen“. Nach eigenen Angaben zog er seine Hose rasch wieder hoch und sagte, dies sei „nur Spaß“ gewesen.

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Vor dem Schulausschluss rettete ihn dies nicht. So oder so könne der Vorfall „nicht als alterstypisches (vor-)pubertäres Verhalten angesehen werden“. Dem Jungen müsse klar gewesen sein, dass sein Verhalten „die Grenze zum ‚Spaß’ bei weitem überschreitet“, zumal er das Mädchen nur vom Sehen her gekannt habe. Durch sein Verhalten habe er „die Schülerin in nicht unerheblichem Maße sexuell belästigt und beleidigt und so das Recht auf deren sexuelle Selbstbestimmung und deren Ehrgefühl verletzt“.

Ein Verbleib an der Schule sei dem Mädchen nicht zumutbar, weil es auf dem Schulgelände regelmäßig zu Begegnungen kommen würde. Insgesamt lasse ein weiterer Besuch seiner bisherigen Schule „eine Gefahr für die Erziehung und Unterrichtung, die sittliche Entwicklung und Sicherheit der Mitschüler befürchten“.

Um beides zu verhindern sei eine „mildere Maßnahme“ nicht ersichtlich. Der Schulausschluss könne auch helfen, den Jungen „zu einer dauerhaften Verhaltensänderung zu bewegen“, zumal er schon mehrfach Mitschüler beleidigt habe. Der Schulausschluss sei auch deshalb verhältnismäßig, weil der Junge inzwischen von einer anderen Schule aufgenommen wurde, erklärten die Stuttgarter Richter in ihrem Beschluss vom 3. Mai 2016. mwo

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