Schulterschmerzen, Fersensporn und Co: Strahlentherapie wirkt nicht nur bei Krebs

Alfred Domke
Strahlentherapie wirkt nicht nur bei Krebs
Bei Strahlentherapie denkt wohl fast jeder sofort an Krebs. Allerdings sind rund ein Drittel aller Erkrankungen, die mittels Bestrahlung behandelt werden, gutartig. Die Dosen zur Behandlung von Beschwerden wie Schulterschmerzen oder Arthrosen sind jedoch deutlich geringer als bei der Krebstherapie.

Bestrahlung nicht nur bei Krebserkrankungen
Fällt das Wort „Bestrahlung“, denken die meisten Menschen spontan an Krebserkrankungen, die auf diese Art und Weise eingedämmt und behandelt werden müssen. Doch rund ein Drittel aller Erkrankungen, die mittels Bestrahlung behandelt werden, sind gutartig. Das ergab eine deutschlandweite Abfrage in den strahlentherapeutischen Zentren, berichtet das Universitätsklinikum Münster (UKM) in einer Mitteilung.

Beim Wort Strahlentherapie denken die meisten wohl sofort an Krebs. Doch rund ein Drittel aller Erkrankungen, die mittels Bestrahlung behandelt werden, sind gutartig. (Bild: bittedankeschön/fotolia.com)

Behandlung von entzündlichen und degenerativen Erkrankungen
„In jedem Fall ist der Begriff der Strahlentherapie erst einmal mit einer Krebserkrankung konnotiert“, sagte Dr. Jan Kriz, Leitender Oberarzt in der Klinik für Strahlentherapie – Radioonkologie.

„Was viele nicht wissen: Wir behandeln auch viele Patienten mit gutartigen Erkrankungen, die gut auf eine niedrig dosierte Bestrahlung ansprechen. Die Zahl derer, die mit nicht-malignen Erkrankungen zu uns kommen, wächst stetig.“

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Viele entzündliche und degenerative Erkrankungen wie Fersensporn, Tennisellbogen, Schulterschmerzen und Arthrosen der verschiedenen Gelenke können so behandelt werden.

Geringere Bestrahlungsdosis
Das UKM berichtet über die Patientin Marion Wigger, die mit einer schmerzenden Gelenkentzündung in die Klinik kam.

Laut den Experten musste der Fersensporn innerhalb ihrer dreiwöchigen Behandlung sechs Mal bestrahlt werden.

„Aber danach war ich sofort wieder ganz beschwerdefrei“, so Wiggers. „Ohne Schmerzmittel oder Spritzen!“

Da die Bestrahlungsdosis weit unterhalb der Dosen angesetzt ist, die zur Krebstherapie verwendet werden müssen, treten dem UKM zufolge kaum Nebenwirkungen auf.

Auch hinsichtlich der individuellen Beschwerden wirkt sich die Bestrahlung schmerzhemmend aus: Besonders Schulterschmerzen und Fersensporne sprechen gut auf die Strahlentherapie an. (ad)