Schutz in der nasskalten Jahreszeit: Pneumokokken-Impfung verhindert Lungenentzündung

Alfred Domke

Vor allem für Ältere sinnvoll: Pneumokokken-Impfung verhindert Lungenentzündung

Gesundheitsexperten zufolge ist die Lungenentzündung noch immer eine vernachlässigte Gefahr, die tödlich enden kann. Laut Schätzungen sterben allein in Deutschland jährlich rund 35.000 Menschen an der Erkrankung. Ein Großteil der Lungenentzündungen wird durch Pneumokokken ausgelöst. Eigentlich kann man sich gegen diese Bakterien gut schützen, doch längst nicht alle machen das.

Schwere Erkrankungen durch Pneumokokken

Pneumokokken sind Bakterien, die in vielen Fällen Infektionen wie Nasennebenhöhlenentzündung oder Mittelohrentzündung auslösen. Allerdings können auch potentiell lebensbedrohliche Erkrankungen wie Hirnhautentzündungen sowie Blutvergiftungen auf diese Bakterien zurückgehen. Und auch ein Großteil der Lungenentzündungen werden durch Pneumokokken ausgelöst. Dennoch sind zu wenige Menschen gegen die Krankheitserreger geschützt, mahnen Experten.

Rund 80 Prozent der Lungenentzündungen werden durch Pneumokokken ausgelöst. Gegen diese Bakterien kann man sich mit einer Impfung schützen. (Bild: tibanna79/fotolia.com)

Impfschutz in der nasskalten Jahreszeit

Gerade einmal 30 Prozent der Senioren zwischen 65 und 79 Jahren sind gegen Pneumokokken geimpft. Dabei können die Bakterien eine Lungenentzündung auslösen, die tödlich enden kann, berichtet die Krankenkasse Barmer in einer Mitteilung.

Die Kasse rät daher, vor dem Start der nasskalten Jahreszeit auf einen ausreichenden Impfschutz zu achten.

„80 Prozent der Lungenentzündungen gehen auf Bakterien zurück, gegen die man sich gut schützen kann. Gerade für ältere Menschen ist daher eine Impfung gegen Pneumokokken sinnvoll“, empfiehlt Dr. Ursula Marschall, leitende Medizinerin bei der Barmer.

Menschen mit schwacher Immunabwehr besonders gefährdet

Jährlich erkranken etwa 800.000 Menschen in Deutschland an einer Lungenentzündung, die sie sich nicht im Krankenhaus zugezogen haben.

„Die Lungenentzündung gehört klar zu den Volkskrankheiten. Jedes Jahr werden mit dieser Diagnose mehr Menschen ins Krankenhaus eingeliefert als nach einem Herzinfarkt oder Schlaganfall“, so Marschall.

„Zehn Prozent der Betroffenen müssen sogar auf der Intensivstation behandelt werden. Sie ist die häufigste zum Tode führende Infektionskrankheit“, erklärt die Expertin.

Betroffen sind vor allem Personen mit einem geschwächten Immunsystem, wozu nicht nur viele ältere Menschen, sondern auch Kinder gehören.

Zudem begünstigen Risikofaktoren wie Rauchen, Diabetes Mellitus oder neurologische Erkrankungen die Entstehung einer Lungenentzündung.

Rasche Diagnose einer Lungenentzündung ist wichtig

Doch wie erkenne ich eine Lungenentzündung? Typische Symptome sind schnell ansteigendes Fieber, Schüttelfrost und Husten, aber auch ein allgemeines Schwächegefühl und Atembeschwerden.

Allerdings kann eine Lungenentzündung auch komplett atypisch verlaufen, was die Diagnosestellung manchmal etwas erschwert.

Ältere Menschen können verwirrt sein oder sie befinden sich in einer Art Dämmerzustand. Und auch der Anstieg des Fiebers muss nicht immer so drastisch sein.

„Eine rasche Diagnosestellung ist bei der Lungenentzündung wichtig, um vor allem bei Personen mit einem geschwächten Immunsystem ein Verschleppen zu verhindern. Im Zweifel kann eine Röntgenaufnahme Klarheit bringen“, erklärt Marschall. (ad)