Schutz vor Zecken beim Aufenthalt im Grünen

Fabian Peters

Zecken als Krankheitsüberträger: Schutz beim Aufenthalt im Freien beachten

30.05.2013

Zecken sind als potenzielle Überträger von Infektionskrankheiten durchaus gefürchtet, wobei vor allem Borreliose und die sogenannte Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) für den Ruf der Zecken als gefährliche Krankheitsüberträger verantwortlich gemacht werden können. So wurde zu Beispiel die wachsende Ausbreitung der FSME-Risikogebiete in Deutschland in den vergangenen Jahren vielfach thematisiert und insbesondere Personen, die sich in den gefährdeten Regionen viel im Freien aufhalten, wurden eindringlich vor den Gesundheitsrisiken gewarnt.

Die kleinen Blutsauger lauern auf Wiesen, an Wegrändern und im Unterholz bis ein geeigneter Wirt vorbeikommt, an dem sie sich anheften können. Auf dem Körper des Wirtes suchen die Zecken anschließend vorzugsweise geschützte Hautfalten auf und beginnen sich an dem Blut des Trägers zu laben. Der Zeckenbiss ist für die Betroffenen schmerzlos und so werden die Tierchen auch von Menschen häufig zunächst nicht bemerkt. Während des Blutsaugens schwillt der Körper der Zecken auf ein Vielfaches an, was die Entdeckung der Parasiten nach einiger Zeit deutlich erleichtert. Haben die Zecken genug Blut beziehungsweise Nahrung aufgenommen, lösen Sie ihren Biss und fallen von alleine wieder ab. Der Vorgang wäre für den Menschen vollkommen harmlos, wenn während des Vorgangs des Blutsaugens keine Erreger in die Wunde übertragen würden. Doch haben sich in den vergangen Jahren immer mehr Zecken als Träger von Borrelien (Auslöser der Borreliose) und FSME-Viren gezeigt, was einen entsprechenden Anstieg des Erkrankungsrisikos nach einem Zeckenstich mit sich brachte.

Zeckenschutz durch angemessene Kleidung
Obwohl auch heute noch die meisten Zeckenstiche harmlos sind, ist die Sorge vor einer Erkrankung an Borreliose oder FSME durchaus nachvollziehbar und bei ungewöhnlichen Krankheitssymptomen nach einem Zeckenstich sollte dringend ein Arzt aufgesucht werden. Zunächst ist jedoch beim Aufenthalt im Freien auf einen angemessenen Zeckenschutz zu achten, um das Risiko eines Stichs von vornherein zu minimieren. Beim Aufenthalt auf Wiesen oder im Unterholz sollte daher besonders auf körperbedeckende Kleidung geachtet werden. Lange Hosen (idealerweise mit engen Bündchen oder in die Socken gesteckt), festes geschlossenes Schuhwerk und langärmlige Hemden bieten hier bereits einen relativ guten Schutz. Helle Kleidung ist ebenfalls zu empfehlen, da die winzigen Blutsauger auf ihr besser entdeckt werden können. Zudem können in der Apotheke spezielle Insekten- beziehungsweise Zeckenschutzmittel erworben werden. Diese werden auf die Haut und die Kleidung aufgetragen, um die Zecken fern zu halten, bieten jedoch ihrerseits ebenfalls nur einen begrenzten Schutz.

Anhaftende Zecken mit geeignetem Werkzeug entfernen
Da trotz aller Sicherheitsmaßnahmen bei einem Aufenthalt im Freien kein hundertprozentiger Schutz vor einem Zeckenstich besteht, sollte nach der Rückkehr der Körper gründlich auf möglicherweise anhaftende Zecken untersucht werden. Wird eine Zecke entdeckt, ist diese möglichst zeitnah zu entfernen, wobei Quetschungen oder Drehungen des Tieres jedoch möglichst vermieden werden sollten, da ansonsten die Tieren ihren Mageninhalt mitsamt enthaltener Krankheitserreger in die Wunde entleeren oder der Kopf des Tiere abreißen und in der Wunde steckenbleiben kann. Gut geeignet für die Entfernung der Tiere ist eine schmale Pinzette, eine Zeckenzangen oder eine sogenannte Zeckenkarten. Wurde die anhaftende Zecke erfolgreich gelöst, empfiehlt sich anschließend eine Desinfizierung der Wunde. Bleiben Teile des Tieres in der Wunde stecken, droht eine Entzündung, die schlimmstenfalls in eine Blutvergiftung übergehen kann, weshalb in derartigen Fällen dringend eine ärztliche Beseitigung angeraten ist.

Borreliose nach einem Zeckenstich
Wurden während des Zeckenstichs Krankheitserreger übertragen, zeigt sich dies häufig erst einige Tage bis Wochen später. Betroffene sollten daher nach einem Zeckenstich jegliche gesundheitlichen Besonderheiten aufmerksam beobachten und im Zweifelsfall umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen. Liegt beispielsweise eine Infektion mit Borrelien vor, zeigt sich oftmals nach einiger Zeit um die Stelle des Zeckenstichs ein kreisrunder rötlicher Hautausschlag, der bei ausbleibender Behandlung als sogenannte Wanderröte an verschiedenen Körperstellen auftreten kann. Mitunter verläuft die Borreliose jedoch auch ohne die Hauterscheinungen und äußert sich in eher unspezifischen grippeähnlichen Beschwerden wie Fieber , Kopfschmerzen, Gliederschmerzen, Gelenkschmerzen und chronischer Müdigkeit. Bei frühzeitig eingeleiteter Antibiotika-Therapie ist die Borreliose in den meisten Fällen erfolgreich therapierbar, doch geht die Erkrankung begleitet von eher unauffälligen Symptomen häufig bereits in ein chronisches Stadium über, bevor überhaupt ärztliche Hilfe in Anspruch genommen wird, was die Behandlung deutlich erschwert.

FSME nicht therapierbar und mit Spätfolgen
FSME wird von Zecken vor allem in Süddeutschland übertragen. So zeigt die Karte des Robert-Koch-Instituts (RKI) zu den FSME-Risikogebieten in Deutschland ein hohes Übertragungsrisiko in Baden-Württemberg, Bayern und im südlichen Thüringen. Auch sind einige Regionen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland betroffen. Wie die Borreliose zeigt sich eine FSME-Infektion zunächst oftmals in eher unspezifischen grippeähnlichen Symptomen, sie kann sich jedoch im weiteren Verlauf zu einer schweren Hirnhautentzündung entwickeln. Den Betroffenen drohen massive gesundheitliche Beeinträchtigungen, die von Atemproblemen über Sprach- und Bewusstseinsstörungen bis hin zu Lähmungen oder gar dem Tod reichen können. Anders als bei Borreliose sind die Behandlungsmöglichkeiten der viral-bedingten Erkrankung FSME äußerst begrenzt. Eine effiziente Heilungsmethode ist auch bei frühzeitiger Diagnose nicht bekannt. Lediglich eine therapeutische Unterstützung der Selbstheilungskräfte des Organismus kommt hier in Betracht. Nach überstandener Erkrankung leiden viele Betroffene ihr Leben lang an irreversiblen neurologischen Ausfallerscheinungen. Einzig Positives: Wer die Infektion einmal durchlebt hat, ist sein Leben lang immun. Auch besteht für besonders gefährdete Personen die Möglichkeit einer Immunisierung mittels FSME-Schutzimpfung. (fp)