Schwangerschaft: Alkohol mit Folgen

Heilpraxisnet

Schwangerschaft: Alkohol mit schwerwiegenden Folgen

10.09.2014

Tausende Babys entwickeln jedes Jahr aufgrund des Alkoholkonsums schwangerer Frauen bereits im Mutterleib schwere körperliche und geistige Schäden. In den ersten Tagen einer Schwangerschaft seien Sorgen über Alkoholkonsum jedoch in der Regel noch unbegründet.

Durch Alkoholverzicht Schädigungen der Ungeborenen vermeiden
Jährlich kommen in Deutschland aufgrund des Alkoholkonsums schwangerer Frauen tausende Kinder mit schweren körperlichen und geistigen Schäden auf die Welt. Vor allem das Fetale Alkoholsyndrom (FAS) ist hier zu nennen. „Mit einem konsequenten Alkoholverzicht während Schwangerschaft und Stillzeit könnten diese Schädigungen der Ungeborenen vermieden werden“, erklärte Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) laut einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa. „Viele Frauen unterschätzen die schädliche Wirkung von Alkohol auf das Ungeborene. Nach wie vor trinken ca. 14 Prozent der Schwangeren zumindest gelegentlich Alkohol.“

Selbst geringe Mengen Alkohol können schaden
Das Kind wird während der Schwangerschaft über die Nabelschnur mit allen notwendigen Nährstoffen aus der Nahrung der Mutter versorgt. Auf diesem Weg gelangt auch Alkohol zum Kind, so dass es schnell den gleichen Alkoholspiegel erreicht wie die Mutter. Der Organismus des Kindes ist alkoholbedingten Schädigungen schutzlos ausgeliefert, da die Organe noch nicht voll entwickelt sind. „Selbst der Konsum geringer Mengen Alkohol in der Schwangerschaft kann bereits das Gehirn und die Organe des ungeborenen Kindes schädigen und Wachstums- sowie geistige und soziale Entwicklungsstörungen hervorrufen“, so Pott. Vor allem auch in der frühen Phase der Schwangerschaft kann Alkohol zu schweren körperlichen Fehlbildungen und im späteren Verlauf zu gestörtem Wachstum, neurologischen Auffälligkeiten und geistigen Entwicklungsstörungen führen. Besonders gefährlich ist ein chronischer Alkoholkonsum der Mutter.

Schlechtes Gewissen in den ersten Tagen unbegründet
Allerdings sei das schlechte Gewissen und die Furcht, dem Kind in den ersten Wochen durch Alkoholkonsum geschadet zu haben, in der Regel unbegründet. So heißt es von Seiten der BZgA, dass die Natur in den ersten 14 Tagen nach der Befruchtung nach dem „Alles-oder-nichts-Prinzip“ verfahre. Dies bedeutet, dass sich eine im frühen Stadium schwer geschädigte Eizelle nicht weiter teilt und sich nicht in der Gebärmutter einnistet. Eine Schwangerschaft kommt also gar nicht erst zustande. Wenn die Eizelle hingegen gesund ist, so nistet sie sich innerhalb von zehn bis 14 Tagen nach der Befruchtung ein. Der Embryo wird von diesem Zeitpunkt an über den Blutkreislauf der Mutter mit Nährstoffen versorgt und somit kommen auch Giftstoffe wie Alkohol beim Kind an. Frauen sollten also, sobald sie ein positives Ergebnis beim Schwangerschaftstest haben, auf Bier, Wein und andere alkoholische Getränke besser ganz verzichten. (ad)


Bild: Ronny Senst / pixelio.de