Schwere Grippewelle im Winter erwartet

Fabian Peters

Deutschland erwartet im Winter eine rasanter Anstieg der Grippeinfektionen: Experten raten zur Impfung

10.09.2012

Die Experten der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung der Viruskrankheiten erwarten eine relativ starke Grippewelle für den kommenden Wintern. Denn in Australien – wo derzeit die jährliche Grippesaison allmählich ihrem Ende zugeht – meldeten die Behörden dieses Jahr einen früheren und schnelleren Anstieg der Grippeinfektionen als in den Jahren 2010 und 2011.

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Die Daten von den Südhalbkugel verdeutlichen, das der Winter vermutlich auch in unseren Breiten wieder mit einer schwereren Grippewelle einhergehen wird, erläutertet Peter Wutzler, Präsident der der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten, tätig am Universitätsklinikum Jena, gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. In Australien sind im Zuge der aktuellen Grippesaison besonders viele Kinder im Alter bis zu vier Jahren und Senioren im Alter über 70 Jahren schwer erkrankt, berichtet das australische Gesundheitsministerium. Eine ähnliche Entwicklung erwarten die Experten für den Winter auch in Deutschland. Daher wird derzeit bereits wieder zu Grippeschutzimpfungen aufgerufen.

Infektionszahlen in Australien deuten auf eine starke Grippewelle hin
Der Präsident der Deutschen Vereinigung zur Bekämpfung von Viruskrankheiten berichtet, dass den Zahlen der australischen Behörden zufolge mit Beginn der diesjährigen Grippesaison in Australien rund doppelt so viele Influenza-Fälle registriert wurden, wie im Vorjahreszeitraum. Erst kürzlich seien drei Kinder im Alter unter sechs Jahren an den Folgen der Grippeinfektion verstorben. Daher sei vor allem älteren Menschen und chronisch Kranken eine Impfung zu empfehlen. Am besten sollte eine Schutzimpfung in der Zeit von September bis November erfolgen, da das Immunsystem nach der Impfung rund zwei Wochen brauche, um einen wirksamen Grippeschutz aufzubauen, erläuterte Wutzler. „Um optimal geschützt zu sein, sollte man jetzt mit seinem Hausarzt einen Termin für die Impfung vereinbaren“, so die Aussage des Experten. Dem für die Zulassung der Impfstoffe zuständigen Paul-Ehrlich-Institut zufolge, wurden für die Grippesaison 2012/2013 bereits 8,3 Millionen Impfstoffdosen freigegeben. Zum Teil hätten die Hersteller schon mit der Auslieferung begonnen.

Rasanter Anstieg der Infektionszahlen zu Beginn der Grippesaison
Laut Angaben des australischen Gesundheitsministeriums war der Erreger H3N2 diese Grippesaison in Australien für besonders viele Erkrankungen verantwortlich. Vergleichsweise selten traten im Vergleich zu den Vorjahren indes Infektionen mit dem Schweinegrippevirus H1N1 auf. Zwar beobachteten die Behörden zu Beginn der Grippesaison einen ungewöhnlich starken Anstieg der Erkrankungen, sie weisen jedoch gleichzeitig darauf hin, dass die Anzahl der Infektionen über die gesamt Grippesaison kaum höher ausfiel als bei den Grippewellen der vergangenen Jahre. Bereits Mitte Juli erreichten die Influenza-bedingten Krankenhauseinlieferungen ihren Höhepunkt und sind seither deutlich zurückgegangen. Die Notwendigkeit einer Schutzimpfung scheint angesichts einer genaueren Betrachtung der Zahlen daher, nicht mehr oder weniger erforderlich als in den Jahren zuvor. (fp)