Schwerster Ebola-Ausbruch aller Zeiten

Heilpraxisnet

Krisentreffen: Ebola-Epidemie breitet sich aus

02.07.2014

Die Ebola-Epidemie in Westafrika breitet sich weiter aus. Nach Angaben der WHO ist die Zahl der Ebola-Toten dort auf 467 gestiegen. Auf einer Krisenkonferenz in Ghana wollen Politiker und Experten über die Ausbreitung der gefährlichen Krankheit beraten. Die Präsidentin Liberias hat eindringlich vor einer weiteren Ausbreitung gewarnt.

Krisenkonferenz in Ghana
Neuen Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge ist die Zahl der Ebola-Toten in Westafrika auf 467 gestiegen. Die UN-Behörde hatte die Totenzahl in Guinea, Liberia und Sierra Leone vor rund einer Woche noch mit 399 beziffert. Laut den Angaben vom Montag gab es einschließlich der Toten 759 bekannte Fälle. Die Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen“ hat die Lage kürzlich als „außer Kontrolle“ bezeichnet und die WHO warnte vor einem Übergreifen der Epidemie auf weitere Staaten. Für Mittwoch und Donnerstag wurde ein Krisentreffen in Accra (Ghana) einberufen, auf dem die Gesundheitsminister von elf afrikanischen Ländern und zahlreiche internationale Experten darüber beraten wollen, wie die derzeitige Epidemie eingedämmt und zukünftige Ebola-Ausbrüche verhindert werden können.

Liberias Präsidentin warnt ihre Landsleute
Bereits im Vorfeld hat Liberias Präsidentin Ellen Johnson Sirleaf ihre Landsleute eindringlich vor einer weiteren Ausbreitung des gefährlichen Ebola-Virus in dem westafrikanischen Land gewarnt. Bis Ende Juni wurden nach Angaben des Gesundheitsministeriums allein "in Liberia 90 Fälle der Krankheit bestätigt, 49 Patienten starben. In den meisten Fällen verläuft Ebola tödlich", etwa 60 bis 90 Prozent der Infizierten sterben an der Erkrankung. „Ich möchte alle Mitbürger öffentlich darüber informieren, dass die Epidemie real ist und in unserem Land Menschen tötet“, so Johnson Sirleaf am Dienstag. Die Politikerin fordert die Bevölkerung auf, mögliche infizierte Familienmitglieder nicht in Häusern zu verstecken. Auch das Gesundheitsministerium von Sierra Leone hatte vor wenigen Tagen davor gewarnt, Patienten, die mit dem Ebola-Virus infiziert sind, Zuflucht zu gewähren. Ein Sprecher des Ministeriums hatte dies sogar als „schweres Verbrechen“ bezeichnet.

Schwerster Ausbruch aller Zeiten
Im März war das Virus in Guinea ausgebrochen und hatte sich in die Nachbarländer Liberia und Sierra Leone ausgebreitet. Die WHO hat mitgeteilt, dass der derzeitige Ausbruch der schwerste aller Zeiten sei, „nicht nur was die Zahl der Fälle und der Toten betrifft, sondern auch bezüglich der geografischen Verbreitung.“ Bei Infizierten zeigen sich zunächst grippeähnliche Beschwerden, auf die im späteren Krankheitsverlauf gravierende Symptome wie starkes Fieber, blutiger Durchfall, Übelkeit und Erbrechen sowie Blutungen aus den Schleimhäuten, Einblutungen in der Haut und vermehrte innere Blutungen folgen. Da bislang keine verlässliche Behandlungsmethode bekannt ist, beschränken sich Ärzte normalerweise darauf, das Immunsystem der Infizierten zu stärken und eine weitere Ausbreitung zu unterbinden.

Keine Vorbeugemaßnahmen für Deutschland
Für Deutschland habe der grassierende Ebola-Ausbruch in Westafrika keine weiteren Vorbeugemaßnahmen zur Folge. „Selbst für den unwahrscheinlichen Fall, dass jemand die Erkrankung einschleppt, ist Deutschland bereits bestens ausgerüstet“, erklärte Lars Schaade, Vizepräsident des Robert-Koch-Instituts, am Dienstag in Berlin. „Zudem ist es äußerst unwahrscheinlich, dass Touristen sich anstecken.“ Zwar sei eine Ansteckung möglich, wenn man mit Erkrankten, deren Körperflüssigkeiten oder Menschen, die an Ebola gestorben sind, direkten Kontakt habe, doch „Solche Kontakte sind leicht zu vermeiden, denn während der Inkubationszeit, in der die Betroffenen noch keine Symptome zeigen, sind weder sie selbst noch ihre Ausscheidungen ansteckend“, so Schaade. Auch über den Verzehr erkrankter Wildtiere („Bushmeat“) könne man sich anstecken. Seitdem der Ebola-Errger in Afrika bekannt ist, also seit rund 40 Jahren, wurde er kein einziges Mal nach Europa eingeschleppt. Lediglich ein Importfall des verwandten Marburg-Virus ist bekannt.
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Bild: Cornelia Menichelli / pixelio.de