Schwitzen in der Sauna kann der Gesundheit schaden

Nina Reese

Sauna-Besuch kann durch extreme Hitze sehr gefährlich werden

12.12.2013

Ein Sauna-Besuch bedeutet für viele Menschen gerade im Winter ein wohltuendes Freizeitvergnügen und hilft bei richtiger Anwendung, das Immunsystem zu stärken. Nachdem am Wochenende jedoch drei Männer in Ennepetal (Nordrhein-Westfalen) während eines Saunagangs aus noch unerklärlichen Gründen gestorben waren, fühlen sich viele Menschen verunsichert. Wer saunieren möchte, sollte tatsächlich einige Dinge beachten, denn im Zusammenhang mit Alkohol oder Krankheiten kann die extreme Hitze sehr gefährlich werden.

Drei Männer in Ennepetal während des Saunagangs gestorben
„Ist die Sauna wirklich gesund?“ Diese Frage stellen sich vermutlich viele Menschen, nachdem am Montag bekannt geworden war, dass drei Männer in Ennepetal (NRW) im Anschluss an eine Weihnachtsfeier in einer privaten Elektro-Sauna gestorben waren. Der Fall gibt immer noch Rätsel auf, denn Hinweise auf eine Kohlenmonoxid-Vergiftung, einen Defekt der Sauna-Elektronik oder Fremdeinwirkungen konnten bislang nicht gefunden werden. Nun soll offenbar geklärt werden, inwiefern möglicherweise Alkohol als Ursache in Betracht kommt, denn wie „SPIEGEL online“ berichtet, sei ein denkbares Szenario, dass die Opfer eventuell eine größere Menge Alkohol getrunken hatten und dann in der wohligen Wärme der Sauna eingeschlafen waren.

Starke Hitze trainiert das Immunsystem
Welche Rolle Alkohol bei diesem Unglück gespielt hat, ist zwar noch nicht klar – fest steht jedoch, dass der extreme Temperaturwechsel und Alkohol nicht zusammenpassen und die Kombination schnell sogar lebensgefährlich werden kann. Durch die starke Hitze zwischen 70 und 100 Grad Celsius schwitzt der Körper zum Ausgleich verstärkt und die Blutgefäße weiten sich, wodurch der Blutfluss angeregt und die Atem- sowie Herzfrequenz erhöht wird. Wer gesund ist, für den ist diese körperliche Reaktion gar kein Problem, stattdessen wird gerade durch die außergewöhnliche, hohe Belastung des Körpers das Immunsystem trainiert und der Kreislauf stabilisiert.

Alkohol in der Sauna führt schnell zu Kreislauf-Kollaps
Anders sieht es jedoch aus, wenn vor bzw. während des Sauna-Besuchs Alkohol konsumiert wird. Da dieser ebenfalls die Blutgefäße weitet, kommt es zu einem „Hitze-Stau“, den der Körper nicht mehr ohne Weiteres ausgleichen kann. In der Folge kann es schnell zu Kreislaufproblemen, aber auch einem Kreislauf-Kollaps (Synkope) kommen, also einer plötzlich einsetzenden, zumeist nicht lange andauernden Bewusstlosigkeit, bei der der Betroffenen einfach „umfällt“. „Zudem wirkt Alkohol auf das zentrale Nervensystem und kann einen Kontrollverlust verursachen“, so die Warnung von Wolfgang Wesiack, dem Präsidenten des Berufsverbands Deutscher Internisten. „Die kritische Einschätzung funktioniert unter Alkohol nicht mehr“, dadurch könnten alkoholiserte Sauna-Besucher zum Beispiel die Zeit schnell verschätzen und viel zu lange in der heißen Sauna bleiben.

Bei Erkrankungen mit Fieber oder Entzündungen unbedingt auf Sauna verzichten
Der Deutsche Sauna-Bund e.V. warnt ebenfalls explizit davor, während des Saunierens Alkohol zu trinken, denn wie Geschäftsführer Rolf Pieper berichtet, hätten von den „einigen wenigen Todesfällen“ in Saunaräumen, von denen er in seiner 30-jährigen Dienstzeit gehört habe, die meisten im Zusammenhang mit starkem Alkoholkonsum gestanden. Neben dem sollte auf Anraten des Sauna-Bundes auch bei bestimmten Erkrankungen lieber auf einen Sauna-Besuch verzichtet werden. Insbesondere bei akuten Erkrankungen mit Fieber oder Entzündungen sollte hier Vorsicht walten, denn die hohen Temperaturen stellen in diesem Fall eine zu große Belastung für den Körper dar, sodass die körpereigene Temperaturregelung aus dem Gleichgewicht geraten kann.

Rheuma-Patienten dürften daher nur in den entzündungsfreien Phasen saunieren, nach einem Herzinfarkt sollte nach Angaben des Sauna-Bundes eine mindestens 3-monatige Sauna-Pause eingelegt werden. Doch auch danach sollte der Wiedereinstieg nicht abrupt geschehen, sondern zunächst ein Arzt aufgesucht werden, um die Belastbarkeit zu überprüfen – was ebenso für Personen mit Herzfehlern gilt.

Bei starken Krampfadern Beine nach Möglichkeit hoch legen
Auch Personen mit starken Krampfadern und anderen venösen Gefäßerkrankungen sollten auf Empfehlung des Sauna-Bundes in der Sauna vorsichtig sein und einige Verhaltensregeln dringend einhalten: „Die Beine nach Möglichkeit hoch legen oder mit dem Oberkörper auf einer Höhe halten; nach dem Verlassen des Saunaraumes nicht herumstehen, sondern im Freiluftbereich auf und ab gehen und bald mit den Kaltwassergüssen beginnen. Epileptiker müssen leider ganz auf die Sauna verzichten, weil dadurch Krampfanfälle ausgelöst werden könnten.“

Bei chronischen Erkrankungen sollten Betroffene vor dem ersten Besuch einer Sauna ebenfalls unbedingt mit einem Arzt sprechen – das gilt insbesondere bei Herz-Kreislauf- oder Gefäßerkrankungen wie zum Beispiel der koronaren Herzkrankheit, Herzinfarkt, Herzrhythmusstörungen (Herzflattern, Herzrasen), Bluthochdruck oder Asthma. Hier kann – je nach Ausprägung und Stadium der einzelnen Erkrankungen – ein Saunagang sehr wohltuend sein, aber ebenso auch schnell zu einer sehr gefährlichen Angelegenheit werden. Daher sollte sich in jedem Fall bei einem chronischen Leiden mit dem behandelnden Arzt abgestimmt werden. Darüber hinaus sollte stets auch auf die „eigene innere Stimme“ gehört werden und beispielsweise bei Schwindel oder einem schwachen Kreislauf kein Risiko eingegangen, sondern der Saunagang besser auf ein anderes Mal verschoben werden. (nr)

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