Sehr gute Gesundheitsvorsorge: Hülsenfrüchte sind vielseitig anwendbar

Alfred Domke
Gesunde Hülsenfrüchte schützen vor Krankheiten
Linsen, Bohnen und Co werden hierzulande meist mit deftiger Hausmannskost in Verbindung gebracht. Doch aus den gesunden Hülsenfrüchten lassen sich nicht nur Eintöpfe zubereiten, sondern auch viele andere schmackhafte Speisen – selbst Desserts. Der hohe Anteil an Eiweiß macht sie zu einem wichtigen Teil der Ernährung.

Positive Eigenschaften von Hülsenfrüchten
Hülsenfrüchte fristeten in der hiesigen Küche lange Zeit ein Schattendasein. Noch heute bringen sie viele Menschen nur mit schwerem Bohneneintopf oder deftiger Linsensuppe in Verbindung. Dieser Ruf verkennt jedoch die positiven Eigenschaften von Hülsenfrüchten. Gesundheitsexperten zufolge sollen sie Übergewicht vorbeugen und gegen Krebs, Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen helfen. Das ist aber längst nicht alles.

Erbsen, Bohnen und Co werden von vielen Menschen nur mit deftiger Hausmannskost in Verbindung gebracht. Doch die gesunden Hülsenfrüchte sind in der Küche vielseitig verwendbar – selbst für Desserts. (Bild: Lukas Gojda/fotolia.com)

Voller Eiweiß und wichtiger Mineralstoffe
Es gibt zahlreiche Gründe, warum Hülsenfrüchte sehr gesund sind: „Linsen, Bohnen und Erbsen versorgen uns mit pflanzlichem Eiweiß und sind reich an Mineralien wie Kalium, Magnesium und Vitamin B“, erklärt die Ernährungsberaterin Manuela Marin in einer Meldung der Nachrichtenagentur dpa.

„Vor allem Menschen, die auf Fleisch verzichten, können so ihren Eiweißbedarf stillen.“

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Dass Hülsenfrüchte richtige Eiweiß-Kraftpakete sind, erläutert auch Ernährungsexpertin Gisela Horlemann vom Verbraucherservice Bayern in einer Mitteilung: „Mit rund 20 Prozent Eiweiß sind Hülsenfrüchte im Proteingehalt tierischen Lebensmitteln ebenbürtig.“ Soja nimmt eine Sonderstellung mit etwa 36 Prozent Eiweiß ein.

Ein weiterer Pluspunkt: „Sie lassen sich einfach und lang lagern, sind preiswert, und haben den perfekten ökologischen Fussabdruck. Sie bringen sogar ihren eigenen Stickstoff-Dünger mit“, schreibt Cecilia Antoni auf ihrem Blog „Beanbeat“.

Sättigend und super abwechslungsreich
Die Foodbloggerin findet auch, dass Linsen, Erbsen und Bohnen hervorragend sättigen und wahnsinnig abwechslungsreich sind.

Das zeige allein die Vielfalt der Linsen: Es gibt braune Tellerlinsen, grüne, gelbe und rote Linsen, Munglinsen, Berglinsen, schwarze Beluga-Linsen, grüne Puy-Linsen sowie Pardina Linsen.

Linsen sind nicht nur leichter verdaulich als Erbsen oder Bohnen, sondern brauchen aufgrund ihrer geringeren Größe auch weniger Einweich- und Kochzeit.

Ebenfalls zu den Hülsenfrüchten zählen Lupinen, die aufgrund der zunehmenden Beliebtheit von manchen Menschen schon als das neue Soja bezeichnet werden.

Aus der Pflanze werden unter anderem vegetarische Schnitzel, Würstchen, Mehl und Eis hergestellt. Experten berichteten kürzlich, dass es in Ausnahmefällen auch zu Vergiftungen durch Bitterlupinensamen kommen kann. Einen Hinweis auf die Gefahr liefert ein bitterer Geschmack des Lebensmittels.

Bohnen niemals roh verzehren
Kichererbsen spielen insbesondere in der arabisch-orientalischen, türkischen und spanischen Küche eine wichtige Rolle: Püriert stecken die Hülsenfrüchte beispielsweise in Hummus und Falafeln. Und im Ganzen gegart geben sie Couscous, Eintöpfen und Salaten mit ihrem milden, leicht nussigen Geschmack das gewisse Etwas.

Was vielen unbekannt ist: Auch Erdnüsse zählen zu den Hülsenfrüchten. „Die Erdnuss gehört zur selben Unterfamilie wie beispielsweise die Erbse und die Bohnenarten“, erklärt Sternekoch Achim Schwekendiek in der dpa-Meldung.

Er kocht ungesalzene Erdnüsse in Milch, püriert sie und kreiert so eine außergewöhnliche Beilage.

Auch Bohnen können mehr, als im traditionellen Eintopf verarbeitet oder als Beilage serviert zu werden. Sie eignen sich zwar auch für kalte Vorspeisen oder Salate, sie sind jedoch niemals für den Rohverzehr geeignet, da sie eine Eiweißverbindung namens Phasin enthalten.

Der menschliche Körper kann diese Verbindung nicht verwerten und reagiert mit einem verdorbenen Magen oder Darmentzündungen. Beim Kochen wird dieser Stoff aber zerstört.

Hülsenfrüchte zum Dessert
Cecilia Antoni zufolge schrecken einige Menschen vor der Zubereitung von Bohnen zurück. „Sie vermuten Giftstoffe, sind unsicher, wie sie zu verwenden sind und lassen lieber ganz die Finger davon“, so die Bloggerin laut dpa.

Man sollte getrocknete Bohnenkerne – wie auch Erbsen und Linsen – über Nacht einweichen lassen, bevor man sie kocht. Sie selbst macht aus schwarzen Bohnen unter anderem gerne Brownies, die ihren Geschmack durch Schokolade und Datteln erhalten. Das Aroma der Bohne verschwindet dabei.

Oft hört oder liest man den Hinweis, Bohnen, Erbsen und Linsen sollten nicht in Salzwasser gekocht werden, da dies angeblich den Garprozess verzögere.

„Das kann ich nicht bestätigen“, so Antoni. „Als ich aus Versehen doch mal etwas Salz ins Kochwasser warf, war ich überrascht: Kein Unterschied in der Garzeit, dafür im Geschmack. Plötzlich schmeckten sie viel aromatischer.“ (ad)