Selbst nach Hautkrebserkrankungen lassen viele den Sonnenschutz unberücksichtigt

Starke Sonneneinstrahlung auf unserer Haut kann zu Krebs führen. Viele Menschen schützen sich ungenügend vor der Sonne, obwohl ausreichender Sonnenschutz sie vor Krebs schützen würde. Erstaunlicherweise schützen sie auch viele Menschen nicht richtig, die bereits vorher eine Hautkrebserkrankung erlitten hatten. (Bild: Dan Race/fotolia.com)
Alexander Stindt
Hautkrebs ist gut vermeidbar, wenn sie einige Vorsichtsmaßnahmen berücksichtigen
Starke Sonneneinstrahlung kann gefährliche Folgen für unsere Haut haben und sogar die Entstehung von Hautkrebs bedingen. Forscher fanden jetzt heraus, dass die meisten Menschen sich nicht genügend vor der Sonne schützen, selbst wenn sie vorher schon einmal an Hautkrebs erkrankt waren. Grundlegenden Vorsichtmaßnahmen sollten eingehalten werden, um diese Gefahr zu reduzieren. Das Tragen von Hüten und Sonnenschutz durch Sonnencreme sind effektive Wege, um sich ausreichend vor der Sonne zu schützen.

Hautkrebs ist eine ernsthafte Erkrankung, die sogar zum Tod der Betroffenen führen kann. Somit sollte man davon ausgehen können, dass Menschen die eine Hautkrebserkrankung überstanden haben, sich in Zukunft besser vor der Sonne schützen. Wissenschaftler von der Johns Hopkins University School of Medicine stellten jetzt allerdings bei ihrer Studie fest, dass Menschen sich generell unzureichend vor der Sonne schützen, selbst wenn sie vorher schon einmal Hautkrebs hatten. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of the American Academy of Dermatology“.

Starke Sonneneinstrahlung auf unserer Haut kann zu Krebs führen. Viele Menschen schützen sich ungenügend vor der Sonne, obwohl ausreichender Sonnenschutz Hautkrebs vermeiden würde. Erstaunlicherweise schützen sich auch viele Menschen nicht richtig, die bereits vorher eine Hautkrebserkrankung erlitten hatten. (Bild: Dan Race/fotolia.com)
Starke Sonneneinstrahlung auf unserer Haut kann zu Krebs führen. Viele Menschen schützen sich ungenügend vor der Sonne, obwohl ausreichender Sonnenschutz Hautkrebs vermeiden würde. Erstaunlicherweise schützen sich auch viele Menschen nicht richtig, die bereits vorher eine Hautkrebserkrankung erlitten hatten. (Bild: Dan Race/fotolia.com)

Studie untersucht die Daten von etwa 35.000 Menschen
Amerikanische Forscher analysierten jetzt die Umfragedaten von etwa 760 Erwachsenen, die eine Vorgeschichte mit Hautkrebs hatten. Außerdem untersuchten sie noch mehr als 34.000 Menschen ohne eine vorherige Krebserkrankung der Haut, sagen die Autoren. Aus den Daten konnten die Wissenschaftler erkennen, dass Menschen mit einer Vorgeschichte von Hautkrebs sich mehr als doppelt so oft vor der Sonne schützen wie Menschen, die niemals etwas mit Hautkrebs zu tun hatten. Aber eine Vorerkrankung durch Hautkrebs verringert nicht die Quote von Sonnenbränden, sagen die Forscher. Allerdings seien einige Personen auch einfach anfälliger für Sonnenbrand als andere Menschen, erläutert der Hauptautor Alexander Fischer von der Johns Hopkins University School of Medicine in Baltimore.

Jede Stunde verstirbt ein Amerikaner an Melanomen
Einer von fünf Amerikanern erkrankt in seinem Leben an Hautkrebs. Und jede Stunde stirbt ein Mensch in Amerika an einem Melanom, sagen die Experten. Für eine Beurteilung, ob die Vorgeschichte mit Hautkrebs das Verhalten der Betroffenen in der Sonne ändert, konzentrierten sich die Mediziner auf sogenannten Nicht-Melanom-Hautkrebs (heller Hautkrebs). Hiervon sind die meisten Basalzellkarzinome. Diese können das tiefere Gewebe wie beispielsweise Muskeln und Knochen schädigen, breiten sich normalerweise aber nicht auf andere Teile des menschlichen Körpers aus, erläutern die Experten.

Etwa 44 Prozent aller Menschen mit einer Vorgeschichte von hellem Hautkrebs achteten im Freien besonders darauf, sich häufig im Schatten aufzuhalten. Im Vergleich dazu hielten sich nur etwa 27 Prozent der Personen bevorzugt im Schatten auf, die zuvor niemals an solchen Tumoren erkrankt waren, fügen die Mediziner hinzu. Ungefähr 26 Prozent aller Menschen mit einer Vorgeschichte von Hautkrebs, trugen breitkrempige Hüte und rund 21 Prozent zog Kleidung mit langen Ärmeln an. Bei Personen ohne vorherige Tumore lagen die Werte beim Tragen von Hüten bei 11 Prozent und beim Tragen von langärmeliger Kleidung bei 8 Prozent, sagen die Wissenschaftler.

Ärzte müssen Hautkrebspatienten besser über Sonnenschutz informieren
Nur etwa 54 Prozent der zuvor an Hautkrebs erkrankten Probanden verwendeten Produkte zum Sonnenschutz. Dieser Wert ist zwar besser als bei Menschen ohne vorherige Hautkrebserkrankung (33 Prozent), zeigt aber auch, dass zu viele Menschen ungeschützt vor Sonnenschäden sind, sagen die Mediziner. Manche Personen glauben scheinbar immer noch, dass die Sonne gesund für uns ist und das Hautkrebsrisiko übertrieben wird. Patienten, die bereits vorher an Hautkrebs erkrankt sind, trafen allerdings anschließend mehr Vorkehrungen, um sich vor der Sonne zu schützen.

Die meisten Sonnenbrände entstehen nicht dadurch, dass Menschen den ganzen Tag in der Sonne sitzen und sich bräunen, erläutern die Experten. Ein Großteil der Sonnenbrände bei Patienten mit Hautkrebs entstehen aus Momenten der Unaufmerksamkeit entstehen, wie beispielsweise auf dem Fußballplatz oder bei längeren Spaziergängen im Freien, fügen die Forscher hinzu. Wenn Menschen schlechte Gewohnheiten haben, sind diese meist sehr schwer zu ändern, selbst wenn die Gefahr einer Krebsdiagnose besteht. Ärzte müssen Hautkrebspatienten dringend über die Bedeutung von ausreichenden Sonnenschutz aufklären. Die Entstehung von Hautkrebs ist eine Risikofaktor, der vollständig kontrolliert werden kann, erklären die Experten. (as)

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