Selten: Baby in den USA kam gleich zweimal zur Welt

In Texas ist ein Baby zweimal zur Welt gekommen. Ärzte hatten das Mädchen aus der Gebärmutter geholt, einen Tumor am Steißbein entfernt und den Fötus der Mutter wieder eingesetzt. Zwölf Wochen später erfolgte die Kaiserschnittgeburt.(Bild: Robert Przybysz/fotolia.com)
Alfred Domke
Nach entferntem Tumor: Baby wurde zweimal geboren
In den USA konnte mit Hilfe einer seltenen Operation das Leben eines Babys gerettet werden. Ärzte holten den Fötus bereits in der 24. Schwangerschaftswoche aus der Gebärmutter, operierten ihn am Steißbein und pflanzten ihn der Mutter wieder ein. Zwölf Wochen später kam das Mädchen gesund zur Welt.

Zweimal zur Welt gekommen
In den USA ist ein Baby von Ärzten zweimal auf die Welt geholt worden. Laut einem Bericht des Nachrichtensenders „CNN“ hatten die Mediziner des „Texas Children`s Fetal Center“ in Houston die kleine LynLee nach 23 Wochen und fünf Tagen Schwangerschaft aus der Gebärmutter geholt, einen Tumor am Steißbein entfernt und den Fötus wieder in den Mutterleib eingesetzt.

In Texas ist ein Baby zweimal zur Welt gekommen. Ärzte hatten das Mädchen aus der Gebärmutter geholt, einen Tumor am Steißbein entfernt und den Fötus der Mutter wieder eingesetzt. Zwölf Wochen später erfolgte die Kaiserschnittgeburt. (Bild: Robert Przybysz/fotolia.com)
In Texas ist ein Baby zweimal zur Welt gekommen. Ärzte hatten das Mädchen aus der Gebärmutter geholt, einen Tumor am Steißbein entfernt und den Fötus der Mutter wieder eingesetzt. Zwölf Wochen später erfolgte die Kaiserschnittgeburt. (Bild: Robert Przybysz/fotolia.com)

Tumor am Steißbein entfernt
Die Mutter des kleinen Mädchens, Margaret Boemer aus Plano (Texas) erfuhr bei einer Routineuntersuchung in der 16. Schwangerschaftswoche, dass es Probleme bei ihrer Schwangerschaft gab. Die Ärzte hatten auf dem Ultraschallbild ein sogenanntes sakrokokzygeales Teratom, einen Tumor am Steißbein, entdeckt. Dieses tritt den Angaben zufolge bei Ungeborenen etwa einmal unter 35.000 Geburten auf, bei Mädchen häufiger als bei Jungen.

„Dies ist der häufigste Tumor, den wir bei Ungeborenen sehen“, erklärte Dr. Darrell Cass, stellvertretender Direktor des „Texas Children`s Fetal Center“. „Doch auch wenn es der häufigste ist, den wir sehen, ist er immer noch ziemlich selten.“

Ohne OP hätte das Baby nicht überlebt
In manchen Fällen könne der Tumor auch noch nach der Geburt entfernt werden, im beschriebenen Fall saugte die Geschwulst jedoch so viel Blut ab, dass der Fötus nicht überlebt hätte – eine Operation war die letzte Möglichkeit. „LynLee hatte nicht viele Chancen“, sagte die Mutter. „Es war eine leichte Entscheidung für uns: Wir wollten ihr zum Leben verhelfen.“

Per Kaiserschnitt geboren
Bei dem Eingriff, der laut CNN fünf Stunden dauerte, öffneten die Mediziner die Gebärmutter und entfernten einen Großteil des Tumors. Zwölf Wochen später kam das Mädchen gesund per Kaiserschnitt zur Welt. Acht Tage später wurde in einer weiteren OP der Rest des Tumors entfernt. Mittlerweile ist das Baby fast fünf Monate alt.

Zweite Operation dieser Art
Wie es heißt, sollte LynLee eigentlich ein Zwilling sein, doch das zweite Kind verlor die Mutter während der Schwangerschaft. Frau Boemer sagte nach der Geburt ihrer Tochter: „Es war sehr schwierig“. Sie zeigte sich aber auch überglücklich und meinte: „Es war all den Schmerz wert.“

Für Dr. Darrell Cass war es die zweite Operation dieser Art. Die vorherige war ebenfalls ein Erfolg: „Ich glaube, sie ist jetzt ungefähr sieben und sie singt Karaoke zu Taylor Swift – sie ist völlig normal“, so der Mediziner. (ad)

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