Selten Todesfälle wegen RS-Virus

Sebastian

Viele Babys mit Respiratory-Syncytial-Virus in der Schweiz

04.01.2013

In der Schweiz grassiert derzeit das Respiratory-Syncytial-Virus (RS-Virus), das schwere Atemwegserkrankungen verursacht. Vor allem für Babys und Kleinkinder kann eine Infektion mit dem RS-Virus gefährlich sein. Mediziner rufen Eltern daher zur Wachsamkeit auf. Todesfälle seien jedoch selten.

RS-Virus kann für Babys gefährlich sein
In der Schweiz breitet sich das heimtückische Respiratory-Syncytial-Virus weiter aus. Mehrere tausend Babys und Kleinkinder haben sich bereits mit dem hoch ansteckenden RS-Virus infiziert. Genauen Zahlen sind jedoch nicht bekannt, da sich das Virus durch ähnliche Symptome, zu denen Atemwegsbeschwerden zählen, bemerkbar macht wie ein grippaler Infekt.

Für Säuglinge kann das RS-Virus besonders gefährlich sein, so dass eine stationäre Behandlung im Krankenhaus erforderlich wird. Bei einer Infektion mit dem RS-Virus tritt bei Kleinkindern in der Regel zunächst Fieber von 38 bis 39,5 Grad auf, die Nase beginnt zu laufen und Husten sowie Atembeschwerden treten auf. Häufig trinken die kleinen Patienten nicht mehr ausreichend, da durch die Atembeschwerden das Trinken schwerfällt. Dehydration führt jedoch schnell zu einem ernsten Zustand. Eltern, die bei ihren Kindern Anzeichen dafür bemerken, sollten umgehend ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen.

Eine weitere Komplikation einer RSV-Infektion kann die Bronchien und Bronchiolen betreffen. Die engen und kurzen Atemwege bei Kleinkindern können in Mitleidenschaft gezogen werden, was eine Bronchiolitis mit Behinderung der Sauerstoffaufnahme verursachen kann. Wenn Kleinkinder sehr blass sind, die Fingernägel bläulich anlaufen, Einziehungen im Bereich des Rippenbogens und zwischen den Rippen zeigen und schnell mit den Nasenflügeln atmen, ist das ein Anzeichen für mangelhafte Sauerstoffsättigung im Blut. Der Patient sollte umgehend in ein Krankenhaus gebracht werden, wo sein Zustand permanent überwacht wird. Als Indikatoren gelten in erster Linie Sauerstoffsättigung und Trinkmenge, aber auch EKG und Atemfrequenz.

Nahezu alle Kleinkinder leiden einmal im Leben am RS-Virus
Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge haben 40 bis 70 Prozent aller Kleinkinder während des ersten Lebensjahres und bis zum Ende des zweiten Lebensjahres sogar nahezu alle Kinder einmal eine RSV-Infektion durchgemacht.

Eine Virusinfektion kann nicht mit Medikamenten wie Antibiotika behandelt werden, so dass die Therapie nur auf die Linderung der Symptome abzielt. Die ambulante Behandlung von Kindern, die am RS-Virus erkrankt sind, konzentriert sich zunächst darauf, die Atemwege möglichst frei zu halten. „Wir schauen, ob das Kind genug Sauerstoff erhält und ob es noch trinken kann“, berichtet der Kinder- und Jugendarzt Oliver Adam von der Kindergruppenpraxis Solothurn gegenüber der „Aargauer Zeitung“. Die meisten Kinder könnten anschließend aber wieder nach Hause. „Wir schicken nur einen kleinen Prozentsatz der behandelten Kinder ins Spital.“ Für Eltern gebe es keinen Grund zur Panik. „Todesfälle sind selten“, betont Adam. (sb)

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Bild: Elektronenmikroskopische Aufnahme eines Respiratorischen Synzytial-Virus (RSV)