Seltene Epilepsieform: Dreijähriges Kleinkind musste über 20 Mal reanimiert werden

Eine Mutter in Großbritannien musste ihre dreijährige Tochter bereits über 20 Mal wiederbeleben. Das Mädchen leidet am "Dravet-Syndrom", einer seltenen Epilepsieform. (Bild: Tobilander/fotolia.com)
Alfred Domke
Seltene Epilepsieform: Mutter musste Tochter schon über 20 Mal wiederbeleben
Eine 25-jährige Mutter in Großbritannien musste ihre dreijährige Tochter schon mehr als 20 Mal wiederbeleben. Das Mädchen leidet am sogenannten Dravet-Syndrom, einer seltenen Epilepsieform, bei der es zu Anfällen kommt, die durch intravenöse Gabe von Medikamenten durch einen Arzt möglichst rasch beendet werden müssen. Impfungen gelten als ein möglicher auslösender Faktor.

Tochter mehr als 20 Mal weiderbelebt
Britischen Medien zufolge haben die 25-jährige Samantha Slocombe und ihr Mann Michael aus dem Südwesten Englands ihre drei Jahre alte Tochter Paige bereits über 20 Mal wiederbeleben müssen. Das kleine Mädchen leidet am sogenannten Dravet-Syndrom, einer seltenen und schweren Form von Epilepsie.

Eine Mutter in Großbritannien musste ihre dreijährige Tochter bereits über 20 Mal wiederbeleben. Das Mädchen leidet am "Dravet-Syndrom", einer seltenen Epilepsieform. (Bild: Tobilander/fotolia.com)
Eine Mutter in Großbritannien musste ihre dreijährige Tochter bereits über 20 Mal wiederbeleben. Das Mädchen leidet am „Dravet-Syndrom“, einer seltenen Epilepsieform. (Bild: Tobilander/fotolia.com)

Epileptische Anfälle bei zunächst gesundem Kind
Bei dieser Epilepsieform „kommt es bei einem zunächst gesunden Kind im Verlauf des ersten Lebensjahres zu epileptischen Anfällen, welche meist durch Fieber ausgelöst werden. Sie beinhalten oft heftige rhythmische Zuckungen der Muskeln von Armen, Beinen und des Gesichtes und / oder Versteifungen der Glieder und des Rumpfes, gepaart mit Bewusstlosigkeit“, schreibt das Norddeutsche Epilepsienetz auf seiner Webseite.

Impfungen als möglicher Auslöser
Als Ursache konnte bei vielen Kindern eine Mutation im SCN1A-Gen nachgewiesen werden. Doch auch Impfungen gelten als ein möglicher auslösender Faktor. Das Bayerische Landessozialgericht (LSG) in München hat erst vor wenigen Monaten das Dravet-Syndrom erstmals als Impfschaden gerichtlich anerkannt.

Bei den Anfällen, die oft über 20 Minuten dauern können, führen selbst Notfallmedikationen nicht immer zum Erfolg, so dass sehr häufig eine notärztliche Intervention notwendig wird. So auch bei der kleinen Paige.

Erster Anfall mit sieben Monaten
Zum ersten Anfall kam es bei dem Mädchen, als es sieben Monate alt war und gebadet wurde. „Ich hatte keine Ahnung was los war“, sagte ihre Mutter laut einem Bericht des britischen „Mirror“. „Ich hatte noch nie einen Anfall gesehen. Ich dachte, sie muss sterben.“ Noch in derselben Nacht im Dezember 2013 erlitt das Mädchen einen weiteren Anfall, der über eine Stunde dauerte.

Sie musste in ein Krankenhaus. „Das war schrecklich anzusehen. Ich war so panisch und körperlich krank“, erinnerte sich die Mutter. Erst nach fünf Tagen konnte sie mit ihrem Kind die Klinik verlassen.

Eltern finden Tochter leblos und leichenblass
Es wurde jedoch nicht besser. Rund zwei Monate später hörte Samantha Slocombe „komische Geräusche“ und fand ihre Tochter „leblos, mit blauen Lippen und leichenblass“ in ihrem Bettchen. Laut dem Zeitungsbericht gelang es den Eltern, die kleine Paige wiederzubeleben. Es sollte nicht das letzte Mal sein.

Im Krankenhaus stellten Ärzte schließlich die Diagnose „Dravet-Syndrom“ und statteten die Eltern mit Reanimationsgeräten aus, die sie seitdem immer und überall dabei haben. Zudem müssen sie mit ihrer Tochter einen speziellen Ernährungsplan einhalten. Wie sich die Erkrankung entwickeln wird, ist laut Experten anfangs nicht vorhersehbar. (ad)

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