Senioren: Herzinfarkt durch Schneeschaufeln

Heilpraxisnet

Schneeschaufeln kann für Senioren gefährlich werden

20.01.2015

Schneeschaufeln kann gefährlich werden, insbesondere für über 60-Jährige. Übermäßige körperliche Anstrengung und das Einatmen kalter Luft können zu gesundheitlichen Problemen führen. Es drohen nicht nur Verrenkungen oder Zerrungen, sondern auch Herzinfarkte, wie eine neue Studie aus der Schweiz zeigt.

Vor allem für untrainierte Senioren gefährlich
Einer neuen Untersuchung aus der Schweiz zufolge kann Schneeschaufeln insbesondere für untrainierte Senioren ziemlich gefährlich werden. Dies zeigt eine Mini-Studie des Universitären Notfallzentrums des Inselspitals Bern, wie die nationale Nachrichtenagentur der Schweiz SDA berichtet. Wie es heißt, stützt sich die Studie zwar auf eine Datenbasis von nur 21 Fällen in 13 Jahren, doch trotzdem weisen die Forscherinnen und Forscher in ihrem Artikel, der kürzlich in der Schweizerischen Medizinischen Wochenschrift „Swiss Medical Weekly“ (SMW) veröffentlicht wurde, auf die gesundheitlichen Risiken des Schneeschaufelns hin.

Gefäßverengung und erhöhter Blutdruck
Vor allem sei es die Kombination von übertriebener körperlicher Ertüchtigung mit dem Einatmen von kalter Luft, die zu Gefäßverengung und erhöhtem Blutdruck führen könne. Dies kann unter anderem die Gefahr für einen Herzinfarkt erhöhen. Die Erhebung des Berner Forscherteams zeigte, dass die Mehrheit der Patienten (insgesamt elf) zwar wegen „orthopädischer Beschwerden“ nach dem Schneeschaufeln den Notfall aufsuchte, also beispielsweise wegen Verstauchungen. Doch immerhin fünf von 21 Patienten litten an einem Herzinfarkt. Alle von ihnen mussten stationär behandelt werden. Drei der Patienten mit Schneeschaufel-Unfällen wurden operiert.

Vor dem Schneeschippen aufwärmen und Pausen einlegen
Den Angaben zufolge sind Männer über 60 Jahre besonders gefährdet, sich beim Schneeschippen zu verletzen. Demnach fielen rund 80 Prozent der Herzinfarkte auf Männer. Von den Wissenschaftlern wird das darauf zurückgeführt, dass Männer öfter Schneeräumen als Frauen oder sich auch dabei eher überanstrengen als Frauen. In einer Mitteilung empfiehlt das Inselspital, sich für die Schneeräumung, wie vor dem Wintersport, aufzuwärmen und Pausen einzulegen. Zudem ist es sicher ratsam, grundsätzlich mehr für die Fitness zu tun. So haben in der Vergangenheit mehrere Untersuchungen ergeben, dass sowohl Krafttraining als auch Ausdauertraining bei Senioren zu einer deutlichen Verbesserung der Kraft und des medizinischen Risikoprofils führen. Umgekehrt zeigte sich, dass bei mangelnder Bewegung das Risiko für einen Herzinfarkt oder einen Schlaganfall zunimmt.

Mehr Verletzungen in den USA
Wie es weiter heißt, lassen die Zahlen zwar keine Rückschlüsse auf die gesamtschweizerische Situation zu, weil nur Fälle im Notfallzentrum des Inselspitals ausgewertet wurden. Aber verglichen mit den USA, wo jährlich etwa vier von 100.000 Personen wegen Verletzungen beim Schneeschaufeln den Notfall aufsuchen, sind solche Vorfälle in der Schweiz eher selten. Die Studienautoren nehmen an, dass dank der öffentlichen Schneeräumung in der Schweiz auch nicht so viele Menschen privat zur Schneeschaufel greifen müssen wie in den USA. (ad)

Bild: Rike / pixelio.de