Senioren sollten den Überblick über eingenommene Medikamente behalten

Nehmen Patienten mehrere Medikamente gleichzeitig ein, sollten sie dringend den Überblick über die eingenommen Präparate behalten und mögliche Wechselwirkungen beachten. (BIld: Andreas Schindl/fotolia.com)
Fabian Peters
Gefährliche Wechselwirkungen: Überblick über eingenommen Medikamente behalten
Mit steigendem Alter nehmen in der Regel auch die körperlichen Beschwerden zu. Das wiederum führt dazu, dass Senioren häufig verschiedene Medikamente gleichzeitig einnehmen. Das kann gefährlich werden: Durch Polymedikation drohen Gesundheitsrisiken.

Viele Bundesbürger nehmen mehrere Medikamente gleichzeitig
Schmerzmittel, Cholesterin- oder Blutdrucksenker, Blutverdünner: Rund jeder Vierte in Deutschland nimmt täglich mehrere Pillen zugleich. Dies ergab eine Umfrage im Auftrag der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) im vergangenen Jahr. In der Gruppe der Senioren ab 70 Jahre tut dies demnach sogar jeder zweite. Das kann gefährlich werden. Laut ABDA sterben in Deutschland mehr Menschen durch die Nebenwirkungen von Medikamenten als im Straßenverkehr. Um mögliche Wechselwirkungen der verschiedenen Arzneien schneller aufdecken zu können, sollten Senioren unbedingt eine Auflistung aller eingenommenen Präparate anfertigen.

Nehmen Patienten mehrere Medikamente gleichzeitig ein, sollten sie dringend den Überblick über die eingenommen Präparate behalten und mögliche Wechselwirkungen beachten. (BIld: Andreas Schindl/fotolia.com)
Nehmen Patienten mehrere Medikamente gleichzeitig ein, sollten sie dringend den Überblick über die eingenommen Präparate behalten und mögliche Wechselwirkungen beachten. (BIld: Andreas Schindl/fotolia.com)

Überblick über eingenommene Arzneien behalten
Gesundheitsexperten fordern seit Jahren, Patienten besser vor Medikationsfehlern zu schützen. Häufige Medikationsfehler sind unter anderem auch Wechselwirkungen zwischen Medikamenten. Da vor allem ältere Menschen oft auf mehrere Medikamente angewiesen sind, gilt für sie ganz besonders, im Blick zu behalten, welche Arzneimittel sie einnehmen. Das geht beispielsweise, indem sie eine Liste führen, die sie dem Arzt oder Apotheker vorlegen. In der Regel kann man sich zudem eine „Medikamentenverordnungsübersicht“ von seinem Hausarzt ausstellen lassen. In Zukunft könnte in diesem Zusammenhang auch die elektronische Gesundheitskarte (eGK) von Bedeutung sein, nachdem vor Jahren eine Einigung über die freiwillige Anwendung „Arzneimitteltherapiesicherheit“ („AMTS“) erreicht wurde.

Apotheker können oft helfen
Eine weitere Möglichkeit, um den Überblick zu bewahren, ist, die Arzneimittel immer in der gleichen Apotheke zu kaufen. Manche Apotheken bieten sogenannte Medikationskarten an, auf denen registriert wird, welche Arzneimittel – sowohl verschreibungspflichtige als auch rezeptfreie – der Kunde erwirbt. Wenn der Apotheker den Überblick über die eingenommenen verschriebenen und frei verkäuflichen Arzneimittel hat, kann er gegebenenfalls gegensteuern. Laut der Apothekerkammer Niedersachsen liegt die Wahrscheinlichkeit von Wechselwirkungen bei der Einnahme von fünf Medikamenten bei 38 Prozent. (ad)

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