Erste Transplantation einer Schädeldecke gelungen

Sebastian
Ärzten gelang erstmals Schädeldecken-Transplantation
Einem Ärzteteam in den USA ist eine medizinische Sensation gelungen. Die Mediziner haben erstmals eine Transplantation einer Schädeldecke und Kopfhaut durchgeführt. Der Patient, bei dem der Eingriff vorgenommen wurde, litt an einer seltenen Krebserkrankung.

Große Fortschritte in der Transplantationsmedizin
Die Transplantationsmedizin hat in den vergangen Jahren enorme Fortschritte gemacht. So werden beispielsweise seit 2010 immer wieder erfolgreiche Gesichtstransplantationen vorgenommen. Erst vor kurzem ist in Südafrika die erste erfolgreiche Penis-Transplantation durchgeführt worden. Und seit Monaten wird darüber berichtet, dass ein italienischer Neurochirurg den Kopf eines todkranken Patienten transplantieren will. Über eine weitere Sensation berichtet die Nachrichtenagentur AFP: So ist es Ärzten in den USA in einer bislang einmaligen Operation gelungen, bei einem Patienten Schädeldecke und Kopfhaut zu transplantieren.

Erstmals eine Transplantation der Schädeldecke gelungen. (Bild: DragonImages/Fotolia)
Erstmals eine Transplantation der Schädeldecke gelungen. (Bild: DragonImages/Fotolia)

Patient litt an seltener Krebserkrankung
Demnach teilte das Anderson Cancer Center im texanischen Houston mit, dass einem 55-jährigen Krebspatienten bei dem komplizierten Eingriff auch eine neue Niere und eine neue Bauchspeicheldrüse eingepflanzt wurden. Den Angaben zufolge habe die 15-stündige Operation im Houston Methodist Hospital bereits am 22. Mai stattgefunden. Beteiligt daran waren über 50 Ärzte und Krankenhauskräfte. Der Patient litt laut AFP unter einer seltenen Krebserkrankung, bei der ein Tumor die Muskulatur attackiert. Wie es heißt, war bei dem Mann im Jahr 2006 das sogenannte Leiomyosarkom an der Kopfhaut festgestellt worden. Die Ärzte konnten den Krebs zwar mit einer Strahlentherapie erfolgreich behandeln, doch eine Wunde auf der Schädeldecke wollte nicht verheilen.

Blutgefäße mit feinen Instrumenten zusammen genäht
Der an Diabetes erkrankte Mann hatte bereits 1992 eine neue Niere und eine neue Bauchspeicheldrüse erhalten. Als beide Organe erneut transplantiert werden sollten, war dies zunächst aufgrund der Schädelwunde nicht möglich. Die Ärzte in Houston entschieden sich daher für die Schädeldeckentransplantation. „Das war ein sehr komplexer Prozess“, erklärte der leitende Arzt Michael Klebuc. Laut dem Mediziner seien die Blutgefäße unter dem Mikroskop mit Instrumenten zusammen genäht worden, „die man dafür benutzen würde, eine feine Schweizer Uhr zu bauen“. (ad)

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