7 statt fünf Portionen Obst und Gemüse

Sebastian

Studie empfiehlt sieben Portionen Obst und Gemüse täglich

02.04.2014

Eine gängige Ernährungsempfehlung lautet, fünf Portionen Obst und Gemüse am Tag zu essen. Doch einer neuen Studie zufolge, könne man sich noch besser vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützen, wenn man täglich sieben Portionen davon zu sich nimmt. Allerdings muss es es sich dabei um frische Produkte handeln.

Sieben statt fünf Portionen Obst und Gemüse täglich
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) rät dazu, täglich fünf Portionen Obst und Gemüse zu essen. Den Angaben der DGE zufolge sollen es der Gesundheit zuliebe mindestens 400 Gramm Gemüse und 250 Gramm Obst pro Tag sein. Auch in anderen Ländern, wie in Großbritannien, gibt es ähnliche Empfehlungen. Diese beruhen auf den Erkenntnissen älterer Beobachtungsstudien, nach denen eine obst- und gemüsereiche Ernährung vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen schützt. Forscher in Großbritannien kommen aber nun in einer Untersuchung zu dem Schluss, dass es vielmehr sieben Portionen sein sollten, um einen noch größeren Schutzeffekt zu erzielen. Das Team um Oyinlola Oyebode vom University College London berichtete über ihre Ergebnisse im Wissenschaftsmagazin „Journal of Epidemiology and Community Health“.

Sterblichkeitsrate sinkt mit höherem Obst- und Gemüsekonsum
Die Wissenschaftler haben für ihre Studie rund 65.200 Teilnehmer befragt. Ermittelt wurden dabei Daten zu Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index (BMI) und Bildungsgrad. Des Weiteren wurde nach körperlicher Aktivität, Zigaretten- und Alkoholkonsum sowie dem Obst- und Gemüsekonsum gefragt. Dabei ging es nicht nur darum, wie viel die Teilnehmer davon aßen, sondern auch, welcher Art und in welcher Form, also beispielsweise ob Frisch- oder Dosenobst beziehungsweise Fruchtsaft oder Smoothie. Bei Studienbeginn lag das Durchschnittsalter bei knapp 57 Jahren. Mit 56 Prozent hatten mehr Frauen als Männer daran teilgenommen. In den rund acht Jahren, in denen die Teilnehmenden beobachtet wurden, starben insgesamt 4.399 der Befragten. Dabei lag der Anteil bei denjenigen, die täglich nur eine Portion Obst und Gemüse aß, bei acht Prozent. In der Gruppe mit dem höchsten Obst- und Gemüsekonsum (sieben Portionen und mehr) lag der Anteil hingegen nur bei vier Prozent. Auch wenn die Resultate nicht eindeutig beweisen, dass die Ernährung für die gesunkene Sterblichkeit verantwortlich ist, so legten die Studiendaten doch nahe, dies anzunehmen.

Gemüse und Salat erzielen mehr Wirkung als Obst
Die Forscher machten jedoch nicht nur den Obst- und Gemüsekonsum allein für diesen Effekt verantwortlich. Vielmehr wurde beobachtet, dass Menschen, die sich gesund und ausgewogen ernähren, auch seltener rauchen und insgesamt gesünder leben. Doch auch unter Einbeziehung dieser Faktoren lautet das Fazit der Mediziner, dass jene Probanden, die sieben oder mehr Portionen Obst und Gemüse täglich aßen, innerhalb des Studienzeitraums ein um 42 Prozent niedrigeres Sterberisiko hatten, als jene, die weniger davon verzehrten. Interessant ist auch die Feststellung, dass dabei der Verzehr von Gemüse und Salat stärker mit geringeren Todesraten verknüpft war, als das Essen von Obst. Und Dosenobst oder gefrorene Früchte, die in einer Kategorie zusammengefasst wurden, gingen sogar mit einer leichten Erhöhung des Sterberisikos einher.

Smoothies und Säfte enthalten viel Zucker
In einem Kommentar dazu meinen Wissenschaftler, dass dafür der zugesetzte Zucker in Dosenfrüchten verantwortlich sein könnte. Ihrer Meinung nach unterstütze die neue Studie zudem die Ansicht, dass man Fruchtsaft nicht mehr einbeziehen sollte, wenn es um die fünf Tagesportionen Obst und Gemüse geht. Da Säfte, Smoothies und auch Trockenobst viel Zucker enthalten, hätten sie keinen positiven Effekt auf die Sterblichkeitsrate. Oyebode und Kolleginnen sind jedoch etwas zurückhaltender. Die erhöhte Sterblichkeit könnte im Falle der Dosenfrüchte auch an anderen Faktoren liegen. Denkbar wäre es etwa, dass Menschen, die insgesamt wenig freie Zeit zur Verfügung haben und somit auch unter mehr Stress stehen, eher zu Dosenfrüchten greifen als zu frischem Obst.

Obst und Gemüse für Zwischenmahlzeiten klein schneiden
Damit man zu seiner täglichen Menge an Obst und Gemüse kommt, kann es hilfreich sein, diese in jede Mahlzeit zu integrieren. So schmeckt Obst schon zum Frühstück und mit einem Salat kann man das Mittagessen abrunden. Es bietet sich außerdem an, Obst und Gemüse für Zwischenmahlzeiten klein zu schneiden. Damit fällt der Verzehr auch bei der Arbeit am Computer oder beim Fernsehen leichter. Zum Abendessen dann noch Radieschen, Tomaten oder Gurkenscheiben aufs Brot und schon ist die tägliche Dosis erreicht. Egal ob über eine Hauptmahlzeit oder über mehrere Beilagen und Zwischenmahlzeiten: wichtig ist, die empfohlene Gesamtmenge. (sb)

Bild: Gabi Eder / pixelio.de