Sieben verschiedene Varianten von Krebs durch Alkohol

Alexander Stindt

Auf welche Krebsarten wirkt sich der Konsum von Alkohol begünstigend aus?

Der Konsum von Alkohol ist ungesund und kann zu schweren Erkrankungen führen. Vielen Menschen ist es bewusst, dass regelmäßiger Alkoholkonsum schwere gesundheitliche Folgen haben kann. Doch den Meisten ist vermutlich nicht bekannt, dass sieben verschiedene Krebsarten durch den Konsum von Alkohol begünstigt werden.

Wissenschaftler der American Society for Clinical Oncology stellten in ihrer aktuellen Untersuchung fest, dass Alkoholgenuss das Entstehen von sieben Arten von Krebs begünstigt. Die Forscher veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Journal of Clinical Oncology“.

Wer regelmäßig ALkohol trinkt, gefährdet seine Gesundheit nachhaltig. Denn der Konsum von Alkohol erhöht nachweislich das persönliche Krebsrisiko.(Bild: Syda Productions/fotolia.com)

Alkoholkonsum ist weitverbreitet

Viele Menschen trinken zu verschiedenen Gelegenheiten Alkohol. Dies kann beispielsweise das typische Feierabendbier sein, ein Glas Wein mit dem Partner oder ein Cocktail in einer Bar am Wochenende. Ein Risikobewusstsein ist hier oftmals nur eingeschränkt vorhanden. Insbesondere das Krebsrisiko bei regelmäßigem Alkoholkonsum bleibt vielfach unterschätzt.

Umso mehr Alkohol, umso höher das Krebsrisiko

Natürlich spielt die Menge und die Regelmäßigkeit des Konsum eine entscheidende Rolle. Trotzdem teilen sogenannte Gelegenheitstrinker und Alkoholiker bestimmte gesundheitliche Risiken durch den Konsum von Alkohol. Denn bereits geringe aufgenommene Mengen Alkohol können die Wahrscheinlichkeit für das Entstehen von Krebs erhöhen. Umso mehr Alkohol Betroffene zu sich nehmen, umso höher steigt das Risiko für eine Krebserkrankung.

73 Prozent der Amerikaner trinken Alkohol

Bei einer Umfrage aus dem Jahr 2013 hatten etwa 73 Prozent aller Amerikaner berichtet, dass sie Alkohol konsumieren. Damals gaben außerdem knapp 13 Prozent der Teilnehmer an, dass sie regelmäßig bis zum Vollrausch trinken (umgangssprachlich auch als Komasaufen bezeichnet oder in englischsprachigen Ländern als binge drinking). Die Umfrage ergab zusätzlich, dass der Konsum von Alkohol im Zeitraum zwischen dem Jahr 2001 und dem Jahr 2002 sprunghaft angestiegen ist. Der Alkoholkonsum war allgemein um etwa 11 Prozent angestiegen. Trinken mit einem hohen Risiko hatte sich um 30 Prozent erhöht und es gab 50 Prozent mehr Menschen mit einem sogenannten Trinkproblem. Die Experten sehen die aktuellen Ergebnisse als eine Warnung an alle Alkoholkonsumenten, von denen es nicht nur in Amerika viele gibt.

Menschen sollten generell weniger Alkohol trinken

In der heutigen Zeit seien wahrscheinlich bereits fünf Prozent der Krebserkrankungen und -todesfälle auf den Genuss von Alkohol zurückzuführen, schätzen die Experten. Und der beobachtete Trend sei leider ansteigend. Die Ergebnisse der Untersuchung verdeutlichen, dass das Risiko für die Entstehung von Krebs bei sieben verschiedenen Arten reduziert werden könnte, wenn betroffene Menschen ihren Alkoholgenuss einschränken oder am besten sogar ganz einstellen würden, erläutern die Wissenschaftler.

Welche Krebsarten werden nachweislich durch den Konsum von Alkohol begünstigt?

Bei einigen Arten von Krebs konnte belegt werden, dass ein starker Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol und der Entstehung von Krebs besteht. Schon kleinere und mittlere Mengen Alkohol können bei diesen zur Entstehung von Krebs führen. Die nachweislich durch Alkohol begünstigten Krebsarten umfassten Mundkrebs, Rachenkrebs, Brustkrebs, Darmkrebs, Speiseröhrenkrebs, Leberkrebs und Darmkrebs. Es könnte auch einen Zusammenhang zwischen dem Konsum von Alkohol und weiteren Krebsarten geben, allerdings lagen bei der aktuellen Untersuchung hierfür keine endgültigen Beweise vor, berichten die Wissenschaftler.

Eigenverantwortlicher und kontrollierter Umgang mit Alkohol ist das Ziel

Alkoholgenuss ist eine Gefahr für die Gesundheit. Dies gilt besonders dann, wenn schon vorher ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Krebs durch genetische Faktoren, Vorerkrankungen, falsche Ernährung oder Rauchen vorliegt. Es gibt zwar etliche Menschen, welche zu viel Alkohol trinken, trotzdem würde ein generelles Verbot von Alkohol keine Aussicht auf Erfolg haben, so die Einschätzung der Forscher. Stattdessen sei mehr Aufklärung nötig, damit Menschen hoffentlich in Zukunft verantwortungsbewusster mit Alkohol umgehen, sagen die Experten der ASCO. Eine eigenverantwortlicher und kontrollierter Umgang mit Alkohol müsse das Ziel sein.

Führt Alkohol nur gemischt mit anderen Getränken zu Krebs?

Einige ältere Untersuchungen ergaben bereits einen Zusammenhang zwischen Alkohol und Krebs. Jedoch gingen Wissenschaftler davon aus, dass dabei der aufgenommene Alkohol gemischt mit anderen Getränkebestandteilen zu Krebs geführt haben könnte. Mittlerweile ist allerdings klar, dass der konsumierte Alkohol unabhängig von anderen Substanzen zu Krebserkrankungen führen kann.

Weitere Krebsarten könnten durch den Konsum von Alkohol begünstigt werden

Es sind laut Aussage der Forscher nicht nur Körperteile von dem erhöhten Krebsrisiko betroffen, welche direkt mit Alkohol in Berührung kommen, wie beispielsweise Mund und Rachen. Die menschliche Leber könne Krebs beispielsweise als Folge einer von Alkohol hervorgerufenen Leberzirrhose entwickeln. Dies deute darauf hin, dass es noch andere Arten von Krebs gibt, welche durch den Konsum von zu viel Alkohol entstehen können. (as)