Siemens ruft Schwangerschaftstest zurück

Astrid Goldmayer

Rückruf: Siemens ruft Schwangerschaftstest zurück

30.12.2011

Der Münchner Konzern Siemens hat 15 Lieferungen des Schwangerschaftstests „Clinitest hCG“ zurückgerufen, da dieser falsche positive Resultate anzeigt. Die Schwangerschaftstests wurden nur an Krankenhäuser beziehungsweise Labore geliefert aber nicht an Privatpersonen verkauft. Weltweit sind einige hundert Kliniken und Labore betroffen.

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Schwangerschaftstests liefern falsches Ergebnis
Ein Sprecher von Siemens Healthcare, der Gesundheitssparte des Konzerns, bestätigte Informationen der französischen Aufsichtsbehörde für die Sicherheit von Gesundheitsprodukten (Afssaps), nach denen die Tests häufig fälschlicherweise Schwangerschaften anzeigten beziehungsweise nicht eindeutige Ergebnisse lieferten.

Bereits Mitte Dezember seien die Labore aufgefordert worden, die betroffenen Schwangerschaftstests zu vernichten. Als Vorsichtsmaßnahme werde Siemens vorerst keine weiteren Tests dieser Art ausliefern bis die Ursache für den Fehler gefunden sei, berichtet der Konzernsprecher weiter. Er konnte jedoch nicht genau sagen, wie viele Tests in welchen Ländern betroffen sind. Laut dpa-Informationen gehören auch Labore in Irland zu den Kunden von Siemens. Der Schwangerschaftstest wurde zusammen mit einem Minilabor zur Harndiagnostik „ Clinitek Status“ als besonders zuverlässiges Produkt beworben und verkauft.

Reagenzmittel ebenfalls betroffen
Laut Afssaps informierte Siemens Healthcare Diagnostics außerdem über bestimmte Lieferungen des Reagenzmittels „Dade Actin FSL“, das zu sensibel auf Heparin reagiere. Heparin ist ein Medikament, das zur Vorbeugung von Blutgerinnseln eingesetzt wird. Der Konzern warnt davor, dass Ärzte deshalb verleitet werden könnten, das Heparin zu reduzieren. Dadurch würde das Risiko einer Embolie oder Thrombose erhöht werden. Siemens bietet betroffenen Laboren die Möglichkeit an, die Produkte kostenlos auszutauschen. (ag)

Bild: TiM Caspary / pixelio.de