Sierra Leone: Auf Ebola folgt der Hunger

Heilpraxisnet

Nach der Ebola-Epidemie droht eine Hungersnot

05.03.2015

Zwar ist derzeit insgesamt ein Abklingen der Ebola-Epidemie in Westafrika feststellbar, doch werden die betroffenen Länder nun von den Folgen der Epidemie bedroht. Vor allem der Hunger ist laut Mitteilung des Kinderhilfswerks Plan International dabei ein erhebliches Problem. Knapp jeder zweite Mensch in Sierra Leone leide an Hunger, berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“.

In dem wachsenden Hungerproblem liegt nach Ansicht der Experten auch einer der Gründe für die Ausbreitung von Ebola. So habe zu Beispiel ein junger Mann der Hilfsorganisation Plan International berichtet, er sei mehrere Male aus der Quarantäne geflohen, weil er etwas zu essen brauchte. Die Quarantäne gilt für alle Infizierten sowie Kontaktpersonen aus deren unmittelbaren Umfeld. Für die Dauer der Inkubationszeit (21 Tage) werden die Betroffenen isoliert. Das gesellschaftliche und wirtschaftliche Leben kam hierdurch in einzelnen Regionen angesichts der vielfachen Infektionen nahezu zum Erliegen, wobei insbesondere die Kinder die Folgen zu spüren bekommen. Die Sicherheit der Familie ist weggebrochen, sie müssen Hunger leiden und werde vermehrt zur Zwangsarbeit oder Prostitution gezwungen, so die Mitteilung von Plan International.

11.500 Infektionen in Sierra Leone
Knapp 11.500 Ebola-Infektionen hatte Sierra Leone laut Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) bislang im Zuge der aktuellen Epidemie zu verzeichnen, 3.546 Menschen sind den offiziellen Zahlen zufolge an der Infektion verstorben. Das ohnehin durch jahrelangen Bürgerkrieg schwer gezeichnete Land, wurde durch die Ebola-Epidemie erneut deutlich zurückgeworfen – mit katastrophalen Folgen für die Bevölkerung. Der Mangel an Lebensmitteln hat Hunger und massive Unterernährung von Millionen Menschen zur Folge.

Wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Aufschwung initiieren
„Wir müssen Maßnahmen ergreifen, um wirtschaftlichen und sozialen Aufschwung zu ermöglichen“, wird der Präsident Ernest Bai Koroma von der Nachrichtenagentur „dpa“ zu den Auswegen aus der Krise zitiert. Zunächst solle als erster Schritt eine Reduzierung der Ebola-Neuinfektionen bis Mitte April auf null erreicht werden. Wie dringend Sierra Leone auf eine positive Entwicklung angewiesen ist, macht auch der UN-Human Development Index deutlich, bei dem das Land auf Platz 183 von 195 Plätzen rangiert.

Unterernährung in Sierra Leone ein massive Problem
Der Nachrichtenagentur „dpa“ zufolge, ist die Bevölkerung in kaum einem Land der Welt von derart ausgeprägter Unterernährung betroffen wie in Sierra Leone. Sei Mai 2014 würden durch das Welternährungsprogramm mehr als 1,4 Millionen Menschen in Sierra Leone mit Lebensmitteln versorgt. Doch um das Hungerproblem zu vermeiden, reicht dies nicht aus. Weiterhin stehen Millionen Menschen nicht ausreichend Lebensmittel zur Verfügung. (fp)

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>Bildnachweis: Dieter Schütz / pixelio.de