Sind Omega-3-Fette aus Fischen oder aus Pflanzen bei der Krebsvorsorge besser?

Alexander Stindt

Meeresfrüchte und Fische schützen besser vor Krebs als Leinsamen und Sojaöl

Wenn Menschen sich vor Krebs schützen möchten, sollten sie grundsätzlich mehr fetten Fisch essen, Meeresfrüchte zu sich nehmen oder Nahrungsergänzungsmittel mit Omega-3-Fettsäuren nutzen. Forscher fanden jetzt heraus, dass Omega-3-Fettsäuren aus Fisch und Meeresfrüchten allerdings effektiver bei der Krebsprävention wirken als aus Leinsamen-Öl und andere Ölen.


Die Wissenschaftler der University of Guelph stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass Omega-3-Fettsäuren sehr wirksam bei der Prävention von Krebs sind. Die Experten veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der englischsprachigen Fachzeitschrift „Nutritional Biochemistry“.

Fisch ist gesund und schmeckt ausgezeichnet. Forscher stellten fest, dass fetter Fisch und Meeresfrüchte besser vor Brustkrebs schützen, als es beispielsweise Öl aus Leinsamen, Sojaöl oder Hanföl tun. (Bild: karepa/fotolia.com)

Omega-3-Fettsäuren hemmen das Tumorwachstum und die Entwicklung von Tumoren

„Diese Studie ist die erste, welche die Krebs bekämpfende Potenz von pflanzlichen gegenüber marinen Omega-3-Fettsäuren auf die Entwicklung von Brusttumoren vergleicht“, erklärt Professor David Ma vom Department of Human Health and Nutritional Sciences der University of Guelph. Es gebe Hinweise darauf, dass sowohl Omega-3-Fettsäuren aus Pflanzen, als auch aus Quellen aus dem Meer vor Krebs schützen. Die Wissenschaftler wollten nun herausfinden, welche Form wirksamer bei der Prävention von Krebs ist.

Diese drei Arten von Omega-3-Fettsäuren gibt es:

Es gibt drei verschiedene Arten von Omega-3-Fettsäuren: a-Linolensäure (ALA), Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA). ALA ist auf Pflanzenbasis und findet sich in essbaren Samen (Leinsamen) und in verschiedenen Ölen wie beispielsweise Sojaöl und Hanföl. EPA und DHA kommen dagegen aus Lebewesen oder Pflanzen aus dem Meer wie Fischen, Algen und Phytoplankton.

Was ist Her-2?

Bei der Studie wurden verschiedene Formen von Omega-3-Fettsäuren an Mäuse mit einer sehr aggressiven Form von menschlichem Brustkrebs (HER-2) abgegeben. HER-2 betrifft etwa 25 Prozent der Frauen mit Brustkrebs. Die Prognose für eine Heilung bei dieser Krebsform ist leider sehr schlecht.

Wie war die Schutzwirkung bei den Labormäusen?

„Die Mäuse waren den verschiedenen Omega-3-Fettsäuren schon vor der Entstehung von Tumoren ausgesetzt, was uns erlaubte zu vergleichen, wie wirksam die Fettsäuren bei der Prävention sind“, erläutert Professor David Ma in einer Pressemitteilung der University of Guelph. Es ist bekannt, dass EPA und DHA das Wachstum von Brusttumoren hemmen können, aber niemand habe direkt untersucht, wie effektiv diese Omega-3-Fettsäuren im Vergleich zu ALA sind, so der Experte weiter.

Omega-3-Fettsäuren aus dem Meer reduzieren die Tumorgröße massiv

Die Forscher fanden heraus, dass Omega-3-Fettsäuren auf Meeresbasis die Größe der Tumoren um 60 bis 70 Prozent und die Anzahl der Tumore um 30 Prozent reduzieren. Allerdings sollten höhere Dosen der Fettsäure auf pflanzlicher Basis dieselbe Wirkung erzielen wie die Omega-3-Fettsäuren auf Meeresbasis, vermuteten die Autoren.

Wie wirken Omega-3-Fettsäuren?

Omega-3-Fettsäuren verhindern und bekämpfen Krebs, indem sie bestimmte Gene aktivieren, welche mit dem Immunsystem assoziiert sind und Pfade für das Tumorwachstum blockieren, erklären die Mediziner. Es scheint, dass EPA und DHA diese Aufgabe effektiver erfüllen können. Die meisten Menschen nehmen nicht sehr viele Omega-3-Fettsäuren aus Meeresfrüchten und Fischen zu sich. Eine verbesserte gesündere Ernährung mit mehr Omega-3-Fettsäuren könnte allerdings das Risiko für Brustkrebs reduzieren.

Essen Sie zwei bis drei Portionen Fisch pro Woche

Laut den Ergebnissen der Studie sollten Menschen zwei bis drei Portionen Fisch pro Woche konsumieren, um den festgestellten schützenden Effekt zu erzielen, raten die Autoren. Neben bestimmten Lebensmitteln, welche EPA und DHA enthalten, könnten Nahrungsergänzungsmittel und funktionelle Lebensmittel wie Omega-3-Eier oder DHA-Milch ähnliche krebsvorbeugende Wirkungen bieten, fügt Professor Ma in der Pressemitteilung hinzu.

Weitere Forschung soll andere Formen von Brustkrebs berücksichtigen

Bei weiteren Untersuchungen wollen die Experten die Auswirkungen von Omega-3-Fettsäuren auf andere Formen von Brustkrebs untersuchen. Angesichts der erheblichen Vorteile, welche die Omega-3-Fettsäuren bei der Bekämpfung einer sehr aggressiven Form von Brustkrebs haben können, werden Omega-3-Fettsäuren wahrscheinlich auch für den Schutz vor andere Krebsarten von Vorteil sein, mutmaßen die Mediziner. (as)