Skandal: Pferdefleisch im Hamburger entdeckt

Experten finden Pferdefleisch in Hamburger

Skandal um Pferdefleisch im Hamburger in Irland und Großbritannien

16.01.2013

Hamburger mit Anteilen von Pferdefleisch wurden in Irland und Großbritannien im Supermarkt verkauft. Die angeblichen Rindfleisch-Burger enthielten teilweise knapp 30 Prozent Pferdefleisch, berichtet der Nachrichtensender „BBC“. Auch Rückstände von Schweinefleisch wurden von den zuständigen Lebensmittelüberwachungsbehörden in mehreren Hamburgern nachgewiesen.

 

Neben den Discountern Iceland, Tesco und Dunnes Stores haben laut „BBC“ auch Aldi und Lidl die verunreinigten Burger verkauft. Wie das Pferdefleisch in die Hamburger gelangen konnte ist bislang unklar. Entdeckt wurde die DNA von Pferden und Schweinen in den vermeintlichen Rindfleisch-Burgern bei Lebensmittelkontrollen in Irland. Professor Alan Reilly, Chef der irischen Lebensmittelaufsicht FSAI, erklärte gegenüber der „BBC“, dass es zwar „eine plausible Erklärung für das Vorhandensein von Schweine-DNA in diesen Produkten gebe, da Fleisch von verschiedenen Tieren in den gleichen fleischverarbeitenden Betrieben verarbeitet wird.“ Jedoch gebe „es zu diesem Zeitpunkt keine eindeutige Erklärung für das Vorhandensein von Pferde-DNA in Erzeugnisse aus Fleischfabriken, die kein Pferdefleisch in ihren Produktionsprozessen“ haben.

Pferde- und Schweine-DNA im Rindfleisch-Burger
Während Pferdefleisch in einigen Ländern der Welt als regelrechte Delikatesse gilt, ist es „in Irland nicht Teil der Kultur Pferdefleisch zu essen, und deshalb erwarten wir nicht, dieses in einen Burger zu finden“, erläuterte Prof. Reilly die massive öffentliche Empörung über den Fall. Die irische Behörde für Lebensmittelsicherheit berichtet, dass das Fleisch von zwei Verarbeitungsanlagen in der Republik Irland komme. Insgesamt seien 27 Burger-Produkte analysiert worden, wobei zehn von ihnen Spuren von Pferde-DNA aufwiesen und 23 Schweine-DNA enthielten. Der Pferdefleischanteil erreichte bei einzelnen Hamburgern ganze 29 Prozent.

Inakzeptabel Verunreinigungen der Rindfleisch-Produkte
Zwar sind durch den Pferdefleischanteil laut Angaben der Behörden "keine Gesundheitsschäden zu befürchten", doch bei vielen Verbrauchern weckt "der Gedanke an den Verzehr von Pferdefleisch massive Ekelgefühle". Ähnliches gilt für Muslime oder Menschen jüdischen Glaubens in Bezug auf Schweinefleisch, dessen Verzehr ihnen ihre Religion strikt untersagt. Wie häufig Anteile von Schweinefleisch tatsächlich in Rindfleisch-Produkten enthalten sind, haben die anschließenden Untersuchungen der FSAI ergeben. Hierbei wurde in 21 von in 31 Rindfleisch-Produkte Schweine-DNA nachgewiesen. Zwei von drei Rindfeisch-Produkten sind demnach mit Schweinefleisch verunreinigt. Für Menschen, die aus religiösen Gründen auf Schweinefleisch verzichten, ein untragbarer Zustand, erläuterte Prof. Alan Reilly.

Betroffene Hamburger wurden umgehend aus dem Verkauf genommen
Währen die Erklärung für den Nachweis der Schweine-DNA in den Hamburgern noch relativ einfach scheint, stellt der teils extrem hohe Pferdefleischanteil die Behörden derzeit vor ein Rätsel. Ein Anteil von teilweise knapp 30 Prozent Pferdefleisch legt den Verdacht nahe, dass hier mutwillig Pferde geschlachtet und mit verarbeitet wurden. Belegbar sind derartige Vermutungen bislang jedoch nicht. Die betroffenen Discounter haben umgehend reagiert und die Produkte aus dem Verkauf genommen. Auf Nachfrage der „BBC“ erklärte beispielsweise Aldi, dass die bei ihnen betroffenen „Oakhurst Beef Burgers“ nur in Irland zum Verkauf stand und nach entsprechenden Hinweisen sofort aus dem Handel genommen wurden.

Wie konnte das Pferdefleisch in die Hamburger gelangen?
Raymond Ellard, Direktor des Verbraucherschutzes bei der FSAI, erklärte gegenüber der „BBC“, dass die Unternehmen „auf freiwilliger Basis sie Produkte aus dem Verkauf zurückgezogen haben“ und insgesamt „eine sehr verantwortungsvolle Haltung“ einnehmen. Die Discounter „kooperieren vollständig mit den Behörden“, um zu untersuchen, wie das Pferdefleisch in die Hamburger gelangen konnte, betonte Ellard. Hier müsse nun durch „eine lange Kette von Anfragen“ geklärt werden, welche Rohstoffe verarbeitet wurden, wo diese herkamen und ob Kreuzkontaminationen aufgetreten sein könnten. (fp)


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