Skinny-Jeans-Syndrom: Frau musste aus Hosen geschnitten werden

(Bild: kazzakova/fotolia.com)
Fabian Peters
Skinny Jeans: Gesundheitsgefahr durch enge Hosen
Enge Hosen können der Gesundheit schaden. So können etwa Männer dadurch Hodenschmerzen bekommen oder sogar die Qualität ihrer Spermien beeinträchtigen. Doch auch für Frauen ist enge Kleidung nicht gesund. Eine Australierin musste aus ihren „Skinny Jeans“geschnitten werden: Durch das enge Kleidungsstück waren Nerven in den Beinen abgedrückt worden.

Gesundheitsrisiko durch enge Hosen
„Skinny Jeans“ sind nicht erst seit dem Aufkommen der Hipster populär. Seit langem liegen enge Hosen bei Männern und Frauen im Trend. Und das obwohl sie nicht gerade bequem zu tragen sind und zudem gesundheitliche Risiken bergen. So ist seit längerem bekannt, dass bei Männern enge Hosen die Spermienqualität schädigen können. Doch auch für Frauen sind sie nicht unbedingt ungefährlich. Wissenschaftler berichten über den Fall einer Frau aus Australien, die ihre Füße nach langem Hocken nicht mehr spürte und nicht mehr laufen konnte. Sie musste aus ihren knallengen Hosen geschnitten werden.

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Extrem enge Jeans sind ein durchaus riskanter modischer Trend – es droht das Skinny-Jeans-Syndrom. (Bild: kazzakova/fotolia.com)

Nerven in Unterschenkeln abgedrückt
Über den Fall berichten Thomas Kimber von der University of Adelaide und Kollegen im aktuellen „Journal of Neurology, Neurosurgery and Psychiatry“. Demnach half die 35-jährige Frau aus Adelaide einer Verwandten beim Umzug und verbrachte dabei mehrere Stunden in der Hocke. Sie bekam Wadenschmerzen und auf dem Heimweg versagten ihr die Beine. Die Frau stolperte, lag am Boden, unfähig, sich zu bewegen, es dauerte ein paar Stunden, bis jemand sie fand und in ein Krankenhaus brachte. Sie hatte so dicke Waden, dass sie dort aus ihrer Hose geschnitten werden musste. Durch ihre „Skinny Jeans“ waren die Nerven in den Unterschenkeln beim stundenlangen Hocken abgedrückt worden. Die Patientin nahm Berührungen an den Unterschenkeln und den Füßen nur noch wenig wahr, ihre Fußgelenke und Zehen konnte die Frau kaum noch bewegen. Ihre Knie zeigten normale Reflexe.

Muskulatur zeigte Auflösungserscheinungen
Die Ärzte stellten laut einem Bericht von „welt.de“ eine beginnende Rhabdomyolyse bei der Patientin fest. Ihre Muskulatur zeigte bereits Auflösungserscheinungen, wie sich an einem erhöhten Creatin-Kinase-Wert im Blut feststellen ließ. Dabei handelt es sich um ein Enzym, das in den Muskeln steckt. Eine schwere Rhabdomyolyse kann zwar Nierenversagen hervorrufen, doch die Nieren der Frau arbeiteten den Angaben zufolge normal. Es zeigte sich, dass die Nerven am oberen Ende ihrer Wadenbeine blockiert waren. Der Druck durch die Enge der Hose und das Hocken hatten zu einer Neuropathie in Schienbein und Wadenbein geführt und die geschwollenen und durch die engen Jeans zusammengepressten Muskeln hatten auf die Nerven gedrückt. Die Neurologen warnten daher keine engen Hosen zu tragen, wenn man länger hocken oder knien muss. Denn sonst könne man zum „Fashion Victim“ (Mode-Opfer) werden. Das „Skinny-Jeans-Syndrom“ wurde schließlich mit der intravenösen Zufuhr von Flüssigkeit behandelt. Die Ödeme in den Beinen gingen zurück, das Gefühl in den Füßen kamen zurück und nach wenigen Tagen konnte die Frau die Klinik verlassen. (ad)