Ratgeber: So schützen sich Autofahrer vor Pollen

Heilpraxisnet

Wie sich Allergiker im Auto vor Pollen schützen

05.04.2015

Autofahrer, die an Pollenallergie und Heuschnupfen leiden, können sich und andere im Straßenverkehr gefährden. Experten warnen, dass Allergiker durch die typischen Symptome vom Fahren abgelenkt werden. Einige Tipps können helfen, sich vor den Pollen zu schützen.

Heuschnupfen-Symptome können vom Fahren ablenken
Dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB) zufolge haben bundesweit rund 16 Prozent der Bevölkerung Heuschnupfen. Wenn der Blütenstaub von Bäumen, Sträuchern, Gräsern, Getreide und Kräutern die Schleimhäute von Betroffenen berührt, werden allergische Reaktionen ausgelöst. Dabei unterschätzen viele Pollenallergiker die Risiken für den Straßenverkehr. Wie die „Frankfurter Rundschau“ (FR) berichtet, warnt der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD), dass die typischen Heuschnupfen-Symptome vom Fahren ablenken und im Straßenverkehr die Konzentration und damit auch die Verkehrssicherheit beeinträchtigen können.

Heuschnupfen kann lebensgefährlich werden
Beispielsweise können Fahrzeugführer bei plötzlichen Niesattacken das Steuer verreissen, oder sie sind eine gewisse Zeit im „Blindflug“ unterwegs. „Niest ein Fahrer bei Tempo 80, fährt er rund 25 Meter mit geschlossenen Augen“, gab Heike Behrbohm von der Deutschen Haut- und Allergiehilfe zu bedenken. Da Heuschnupfen in solchen Situationen lebensgefährlich sein kann, sollten sich betroffene Autofahrer gut auf die Pollenflugsaison vorbereiten. Zu beachten ist dabei, dass sich auch manche Medikamente gegen Heuschnupfen negativ auf die Fahrtüchtigkeit auswirken können, etwa aufgrund verstärkter Müdigkeit, verringertem Konzentrationsvermögen oder verlangsamter Motorik und Reaktion. Wie bei allen Medikamenten gilt hier, sich über Neben- und Wechselwirkungenzu informieren.

Pollen aus dem Fahrzeug-Innenraum fern halten
Um die Beschwerden während der Fahrt möglichst gering zu halten, sollten Jacken ausgezogen und im Kofferraum verstaut werden, damit die daran hängenden Pollen nicht im Innenraum des Fahrzeugs landen. Zudem rät der ARCD Fenster und Schiebedach geschlossen zu halten und die Lüftung auf Umluftbetrieb zu schalten. Des Weiteren sollte das Auto möglichst nicht unter Bäumen geparkt werden. Helfen kann auch das regelmäßige Aussaugen des Fahrzeug-Innenraums, inklusive der Polster, Amaturenbrett und Ablagen. Es empfiehlt sich, während der Fahrt eine Sonnenbrille zu tragen, um sich vor herumfliegenden Pollen zu schützen.

Innenraumfilter regelmäßig auswechseln
Schutz bietet außerdem der in neueren Fahrzeugmodellen meist serienmäßig eingebaute Innenraumfilter, der unter anderem Pollen, Staub und Schmutz aus der Luft filtert, bevor sie in den Innenraum gelangen. Zu beachten ist, dass diese Filter regelmäßig ausgewechselt werden müssen. Ältere Fahrzeuge lassen sich nachrüsten. „Es gibt im Prinzip zwei Arten von Pollenfiltern“, erklärte Christian Pflughaupt, Landesinnungsmeister des Kfz-Gewerbes in Rheinland-Pfalz. „Die einen bestehen nur aus einer Zellstoffschicht, die andere und weitaus effektivere Sorte hat eine zusätzliche Aktivkohleschicht.“ Die Aktivkohlefilter sind zwar etwas teurer, sollten aber für Allergiker die erste Wahl sein. „Hochwirksame Filter nehmen auch kleinste Pollen wie Maulbeerpollen auf“, sagte Behrbohm. „Ein Pollenfilter setzt sich mit der Zeit zu, er sollte daher einmal pro Jahr in einer Werkstatt auf seine Funktionstüchtigkeit geprüft und gegebenenfalls erneuert werden.“

Während Pollenhauptsaison möglichst aufs Autofahren verzichten
Am besten für die Verkehrssicherheit wäre es natürlich, wenn Allergiker während der Hauptpollensaison möglichst auf das Autofahren verzichten. Betroffenen wird ohnehin immer wieder geraten, während dieser Zeit, falls möglich, in pollenarme oder -freie Regionen zu verreisen. Egal ob Autofahrer, Radfahrer oder Fußgänger: Allergikern können neben Medikamenten auch oft Hausmittel bei Heuschnupfen helfen. Um die Beschwerden zu bekämpfen beziehungsweise zu lindern, bieten sich verschiedene Methoden wie etwa Akupunktur, die Eigenbluttherapie oder Hypnose an. (ad)

>Bild: Rosel Eckstein / pixelio.de