So ungesund sind Babyflaschen aus Plastik

Heilpraxisnet

Babyflaschen aus Plastik enthalten oft viel Chemie: Besser Baby-Glasflaschen verwenden

14.03.2012

Einer neuen Studie zufolge werden in Babyflaschen aus Plastik giftige Stoffe durch den heißen flüssigen Inhalt herausgelöst, die das Baby beim trinken aufnimmt. Seit Juni 2011 ist Bisphenol-A in Babyflaschen verboten. Nun könnten weitere gesundheitsgefährende Stoffe dazukommen oder welche, von denen heute noch keine Rede ist. Verbraucherschützer raten zur Verwendung von Glas-Babyflaschen.

Giftige Stoffe können beim Trinken vom Kleinkind aufgenommen werden
Durch die heiße flüssige Babynahrung, die in die Flaschen gefüllt wird, können giftige Stoffe aus dem Plastik herausgelöst werden und in den Körper der Kleinkinder gelangen. Das ergab eine im Auftrag der EU-Kommission erstellte wissenschaftliche Studie. Insgesamt wurden 449 Babyflaschen für das erste Lebensjahr aus Europa und Nordamerika untersucht. Die Forscher entdeckten dabei 31 unterschiedliche Stoffe, von denen nur ein Teil auf der Positivliste der Europäischen Union zu finden ist. Die anderen Substanzen stehen im Verdacht, gefährlich für die Gesundheit der Säuglinge zu sein.

Hauptbestandteil der meisten Babyflaschen ist Polypropylen (PP). Aus diesen wurden auch die meisten Stoffe durch die heiße Flüssigkeit herausgelöst. Die Studie wurde Ende Februar in der Zeitschrift „Food Additives & Contaminants“ veröffentlicht.

Am besten keine Plastikflaschen für Babys verwenden
Die schwedischen Behörden reagierten umgehen nach Bekanntwerden der Studienergebnisse. Kettil Svensson, Toxikologe bei der Lebensmittelbehörde Livsmedelsverket, rät Eltern am besten auf Flaschen aus Polypropylen und Silikonen für ihre Kinder zu verzichten, denn diese enthielten hohe Gehalte an sogenannten Phthalaten, den Weichmachern. Es könne auf Babyflaschen aus Polykarbonat (PC) oder Polyethersulfon (PES) zurückgegriffen werden. In den USA werden Flaschen unter dem Namen „Tritan“ angeboten. Diese könnten ebenfalls verwendet werden. Um sicher zu gehen, sollte aber keine heiße Milch in die Flaschen gefüllt werden, sondern nur ausreichend abgekühlte Flüssigkeit.

„Unser Rat ist, gar keine Plastikflaschen, sondern solche aus Glas oder rostfreiem Stahl zu verwenden“, erklärt Ulrika Dahl von der Naturschutzvereinigung Naturskyddsföreningen. „Auch solche aus Aluminium sollte man nicht benutzen, da diese innen mit einem Plastikfilm versehen sein können.“

Deutsche Behörden reagierten bei Bisphenol-A langsam
Es bleibt abzuwarten, welche Konsequenzen die Studienergebnisse in Deutschland haben werden. Im Fall von Bisphenol-A lagen bereits lange Zeit vor dem endgültigen Verbot der Chemikalie in Babyflaschen ausreichend wissenschaftliche Gutachten, die eine negative Wirkung auf den menschlichen Organismus nachwiesen. In zahlreichen Ländern hatte man bereits viel früher ein Verbot durchgesetzt. In Deutschland hingegen kämpften Verbraucherschützer lange, bis am 1. März 2011 ein Verbot für die Verwendung von Bisphenol-A in Babyflaschen endlich eingeführt wurde. Lobbyisten hatten das Verbot immer wieder hinausgezögert. Seit Juni 2011 dürfen die belasteten Flaschen auch nicht mehr im deutschen Handel geführt werden. "Eltern sollten besser auf Glasflaschen setzen", so die Meinung vieler Verbraucherschützer. (ag)

Advertising