Sodbrennen richtig bekämpfen

Heilpraxisnet

Medikamente gegen Sodbrennen zum richtigen Zeitpunkt einnehmen

26.07.2014

Menschen, die unter Sodbrennen zu leiden haben, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung. Wie die Bundesapothekerkammer mitteilt, können manche von ihnen bei Bedarf, andere hingegen regelmäßig eingenommen werden. Vielen Patienten helfen auch Hausmittel zur Selbstbehandlung.

Vor jeder Selbstmedikation beraten lassen
Gegen Sodbrennen oder saures Aufstoßen stehen verschiedene rezeptfreie Medikamente zur Verfügung. Manche der Mittel können bei Bedarf, also bei akuten Beschwerden, eingenommen werden. Andere hingegen sind für Patienten, die die Arzneistoffe regelmäßig schlucken. „Patienten sollten sich vor jeder Selbstmedikation in der Apotheke beraten lassen. Das gilt besonders für die Einnahmezeitpunkte“, erklärte Gabriele Overwiening, Mitglied des Geschäftsführenden Vorstands der Bundesapothekerkammer (BAK), laut einer dpa-Meldung. „Ohne ärztlichen Rat sollten rezeptfreie Medikamente gegen Magenbeschwerden nicht länger als zwei Wochen eingenommen werden.“

Frei verkäufliche Arzneien nicht länger als 14 Tage anwenden
Arzneistoffe wie Omeprazol und Pantoprazol, die zur Gruppe der Protonenpumpenhemmer (PPI) gehören, entfalten ihre Wirkung, indem sie die Säurebildung in den Zellen der Magenwand unterdrücken. Patienten müssen solche Medikamente in der Regel einmal täglich vor dem Frühstück einnehmen; die Wirkung hält einen Tag lang an. H2-Rezeptor-Blocker, wie Ranitidin oder Famotidin werden morgens und abends unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen. Wie Overwiening betonte, sollten alle frei verkäuflichen Medikamente gegen saures Aufstoßen grundsätzlich nicht länger als 14 Tage angewendet werden.

Manche Medikamente bei Bedarf
Antazida sind Medikamente, die bei Bedarf zur Anwendung kommen. Diese Arzneien hemmen nicht die Säureproduktion in der Magenwand, sondern binden und neutralisieren bereits gebildete Säure im Mageninneren. Ihre Wirkung setzt zwar schnell ein, hält aber nur wenige Stunden an. Da der Speisebrei selbst ebenfalls Säure bindet, ist eine Einnahme zwischen den Mahlzeiten empfehlenswert. Vorteilhaft sei eine zusätzliche Einnahme vor dem Schlafengehen, da der Magen nachts viel Säure bildet. Es sollte darauf geachtet werden, dass andere Medikamente frühestens zwei Stunden nach einem Antazidum eingenommen werden, um so Wechselwirkungen zu vermeiden.

Stress und Übergewicht vermeiden
Meist liegt hinter dem Sodbrennen, dass durch den Rückfluss von Magensäure in die Speiseröhre entsteht, keine bösartige Erkrankung. Vor allem aber wenn die Beschwerden häufig auftreten beziehungsweise lange anhalten, sollte ein Arzt konsultiert werden, da auch schwerwiegendere Krankheiten wie etwa eine Magenschleimhautentzündung, ein Magengeschwür oder eine Speiseröhrenentzündung die Ursachen dafür sein könnten. Sodbrennen wird unter anderem begünstigt durch Faktoren wie Stress, Übergewicht und Adipositas, vor allem aber auch durch ungünstige Ernährungsgewohnheiten.

Natürlich gegen Sodbrennen
So zählen voluminöse Mahlzeiten, hastiges Essen, schwere abendliche Mahlzeiten, fette und zuckerreiche Mahlzeiten sowie scharfes Essen zu den Risikofaktoren für Sodbrennen. Auch Alkohol, Rauchen, Kaffee oder kohlensäurehaltige und eiskalte Getränke können die typischen Beschwerden auslösen. Neben der Reduzierung beziehungsweise dem Verzicht auf solche möglichen Auslöser stehen Betroffenen nicht nur Medikamente, sondern auch zahlreiche Hausmittel gegen Sodbrennen zur Verfügung. So wirkt unter anderem eine Teemischung aus Kalmuswurzel, Schafgarbe und Pfefferminze anregend auf die Magenmuskulatur und beschleunigt die Magenentleerung. Zum Verdauung anregen bietet sich zudem an, das Essen ausgiebig zu kauen, man spricht dabei vom sogenannten „Fletchern“. Nicht zuletzt wird das Trinken von viel Wasser empfohlen. (ad)

Bild: Stephanie Hofschlaeger, Pixelio.de.