Sommer: Haustiere brauchen Hitzeschutz

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Fabian Peters
Schatten und Wasser: Wichtiger Hitzeschutz für Haustiere
Kopfschmerzen, Schwindel, Müdigkeit: Die extrem heißen Temperaturen verursachen bei vielen Menschen körperliche Beschwerden. Doch auch Haustiere leiden unter der Hitze. Das kann im schlimmsten Fall tödlich enden.

Hohe Temperaturen machen auch Tieren zu schaffen
Das Hoch Annelie bringt uns Temperaturen bis zu 40 Grad. In den vergangenen Tagen gaben Gesundheitsexperten zahlreiche Tipps, wie man mit der Hitze besser zurecht kommt. Oft vergessen wird dabei, dass auch Haustiere unter den hohen Temperaturen leiden. Vor allem alten und chronisch kranken Tieren macht die Hitze zu schaffen. Im schlimmsten Fall können sie einen Hitzeschlag erleiden, der auch tödlich enden kann. Für Halter gilt daher, ihre Tiere genau im Blick zu haben. In einem Bericht der Nachrichtenagentur dpa werden dazu wichtige Tipps gegeben.

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Auch Haustiere freuen sich bei der aktuellen Hitze über eine Abkühlung. (Bild: mdorottya/fotolia.com)

Schatten und ausreichend Flüssigkeit
„Hunde kühlen sich nicht durch Schwitzen ab, so wie Menschen – sondern mit Trinken und Hecheln“, erklärte Birgitt Thiesmann von der Tierschutzorganisation Vier Pfoten. Deswegen ist es ganz besonders wichtig, den Vierbeinern immer ausreichend Flüssigkeit bereitzustellen. „Am besten sollte man den Wassernapf an einem schattigen Platz anbieten“, so die Expertin. Das Wasser, dass man den Vierbeinern gibt, sollte mehrmals am Tag gewechselt werden, damit Bakterien keine Chance haben. Um Hunden eine Erfrischung zu bieten, kann man ihnen auch gefrorene Würfel aus Fleisch- oder Gemüsebrühe anbieten, die leicht im Eiswürfelbehälter zubereitet werden können. Die Flüssigkeit sollte dabei so dosiert sein, wie der Halter sie auch selbst trinken würde.

Hunde bei Hitze nie im geparkten Auto lassen
Im Haus oder in der Wohnung sollten außerdem immer kühle Plätze für den Hund frei zugänglich sein. Thiesmann riet zudem vom Gassi-Gehen in der prallen Mittagssonne grundsätzlich ab: „Wer im Sommer mit dem Hund raus will, sollte das am frühen Morgen und am späten Abend machen.“ Ganz wichtig ist außerdem, das Tier niemals im geparkten Auto zu lassen. Auch nicht dann, wenn ein Fenster oder das Schiebedach offen stehen. „Ein Hitzeschock kann dem Vierbeiner innerhalb weniger Minuten zusetzen“, warnte die Expertin. Wenn sich typische Warnsignale, wie eine tiefrote Zunge, Hecheln mit gestrecktem Hals oder ein glasiger Blick mit Benommenheit einstellen, sollte der Hund schnellstmöglich zum Tierarzt gebracht werden. Davor hilft es etwas, ihn mit feuchten Tüchern am Körper zu kühlen.

Nicht alle Rassen sollten im Sommer geschoren werden
Thiesmann beschrieb eine weitere Möglichkeit, um zu prüfen, ob das Tier überhitzt ist: „Man drückt die Finger auf das Zahnfleisch des Hundes: Bleibt die Stelle weiß und färbt sich nicht schnell wieder rot, ist der Kreislauf betroffen.“ In der dpa-Meldung heißt es zudem, dass nur wenige Hunderassen, wie Pudel, Schnauzer und rauhaarige Terrier, im Sommer geschoren werden sollten. Andere Rassen wie Golden Retriever und Schäferhunde brauchen ihr Fell den Angaben zufolge für die Wärmeisolation und zum Schutz vor Sonne.

Sonnencreme für Katzen
Auch wenn Katzen etwas selbstständiger sind und sich ihre schattigen Plätze allein suchen, müssen ihnen solche natürlich auch angeboten werden. „Im Sommer sollte man Katzen nicht mit auf den Balkon nehmen“, so Thiesmann. Auch bei ihnen gilt, sie stets mit genügend Wasser zu versorgen. Wenn die Katze im Sommer nach draußen geht, kann man ihr ein bisschen Sonnencreme auf Nase und Ohrmuscheln geben. Wenn es um Abkühlung geht, sind Vögel besonders auf die Hilfe der Menschen angewiesen. „Der Käfig sollte an einem schattigen Ort stehen – mit genügend frischer Luft“, erläuterte Norbert Kummerfeld von der Klinik für Heimtiere, Reptilien, Zier- und Wildvögel in Hannover. Bei großer Hitze sorgen feuchte Tücher, die über den Käfig gelegt werden, für etwas Frische. „Vögel brauchen außerdem jederzeit Wasser zum Trinken und zum Baden“, so der Tierarzt. Damit sich keine Bakterien ansiedeln, sollte es regelmäßig gewechselt werden. Zudem kann man mit einer Sprühflasche Wassertröpfchen in den Käfig sprühen. „Doch Besitzer sollten darauf achten, ob der Vogel überhaupt nass werden will“, sagte Kummerfeld.

Kaninchen und Meerschweinchen in die Wohnung bringen
Auch Käfige für Nager wie Hamster, Meerschweinchen oder Kaninchen sollten an einem schattigen Platz stehen. „Am besten ist es, ihn in die Wohnung zu stellen“, riet Astrid Behr vom Bundesverband Praktizierender Tierärzte in Frankfurt am Main. Im Freien wird es den Tieren eher zu heiß. „Die Tiere sollten nur in das Außengehege, wenn es genug kühle und schattige Rückzugsmöglichkeiten für sie gibt“, so die Tierärztin. Auch für sie gilt: Zimmer lüften, Rollläden runter lassen und mit feuchten Tüchern über dem Käfig für Abkühlung sorgen. Schwierig wird es laut Behr in Dachgeschosswohnungen: „Dort ist es meistens sehr schwül und warm – Temperaturen über 25 Grad machen den Tieren auf Dauer zu schaffen.“ Dann können Atemnot und starkes Hecheln die Folge sein. „Bei solchen Symptomen herrscht umgehend Handlungsbedarf“, erklärte die Expertin. Dann helfen Trinkwasser, kalte Tücher und ein Tierarzt. Auch exotische Tiere wie Leguane und Schildkröten brauchen im Sommer kühle Ruheplätze. Wasser ist dabei besonders wichtig und zwar nicht nur zum Trinken. „Die Tiere nehmen gerne ein abkühlendes Bad und mögen es schattig“, erläuterte Norbert Kummerfeld. (ad)