Soziologie: Wieso Liebesglück Paare sehr oft dicker macht

Liebe macht glückliche Paare dick, wie eine Studie herausfand. Bild: Kletr - fotolia
Sebastian
Glück in der Liebe macht Paare übergewichtig
Glück in der Liebe, Pech beim Gewicht? Zu diesem Ergebnis kommt jedenfalls eine Studie des Max-Weber-Instituts für Soziologie an der Universität Heidelberg. Während Singles eher Gewicht verlieren, nehmen offenbar Paare in langjährigen Beziehungen kontinuierlich an Gewicht zu. Wieso ist das so? Diese und andere spannende Fragen werden in dem Artikel beantwortet.

Eine glückliche Liebe macht dick, während das Single-Leben oder Krisen in der Partnerschaft oftmals mit einem deutlichen Gewichtsverlust einhergehen. Zu diesem Ergebnis kommt Professor Dr. Thomas Klein vom Max-Weber-Institut für Soziologie der Universität Heidelberg im Rahmen einer umfassende Untersuchung der Zusammenhänge zwischen dem Beziehungsglück und dem Körpergewicht.

Liebe macht glückliche Paare dick, wie eine Studie herausfand. Bild: Kletr - fotolia
Liebe macht glückliche Paare dick, wie eine Studie herausfand. Bild: Kletr – fotolia

Grund für die Gewichtszunahme in einer glücklichen Partnerschaft ist offenbar der Mangel an Konkurrenzdruck, berichtet der Soziologieprofessor im Rahmen der Veröffentlichung seiner Studie „Durch Dick und Dünn“ zum Einfluss von Partnerschaften und Partnermarkt auf das Körpergewicht in der „Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie“. So sei auch die Tendenz zum Abnehmen bei Krisen in der Partnerschaft oder bei Singles über den Konkurrenzdruck zu erklären, betonte der Experte.

Konkurrenzdruck geht mit geringerem Körpergewicht einher
Um den Zusammenhängen zwischen dem Partnerglück und dem Körpergewicht auf die Spur zu kommen, hatte der Heidelberger Soziologieprofessor eine repräsentative Befragung mit rund 2.000 Beteiligten durchgeführt. Dabei stellte Prof. Dr. Klein fest, dass Studienteilnehmern, die in einer glücklichen Beziehung lebten, oftmals zunahmen, während Alleinstehende auf Partnersuche häufig deutlich abnahmen.

Als Ursache für diese grundsätzlich unterschiedliche Auswirkung auf das Körpergewicht nannte der Wissenschaftler unter anderem den Konkurrenzdruck auf dem Partnermarkt. Umso höher dieser ausfiel, desto stärker hätten die Singles auf ihr Gewicht geachtet, in der Hoffnung, dass eine gute Figur ihre Chancen auf dem Partnermarkt verbessere. Um attraktiv zu bleiben, schränkten sich die Singles bei ihrer Nahrungsaufnahmen offenbar erheblich ein und treiben zudem mehr Sport, um ihr Gewicht zu halten. In der Partnerschaft ist der Konkurrenzdruck hingegen minimal und die Paare können laut Aussage des Experten nach Herzenslust schlemmen, entsprechend nehmen viele deutlich zu. Allerdings gelte dies nur, bis die ersten Krisen in der Beziehung auftreten, denn dann nehmen auch die Personen in der Partnerschaft meist wieder ab, erläuterte der Heidelberger Soziologieprofessor.

Abnehmen bei Beziehungskrisen: Vorbereitung auf den Partnermarkt
Als Grund für die Gewichtsabnahme bei Beziehungskrisen nannte Prof. Dr. Klein einerseits, dass in unglücklichen Beziehungen „weniger gemeinsame Mahlzeiten“ eingenommen werden. Anderseits können sich „Probleme psychosomatisch auswirken“ und so einen Gewichtsverlust mit sich bringen, betonte der Fachmann. Darüber hinaus könne das Abnehmen jedoch auch als eine Art „Vorbereitung auf den Partnermarkt“ interpretiert werden, denn mit einer guten Figur steigen die Chancen bei der Partnersuche, so die Aussage des Heidelberger Soziologieprofessors. Diese Vermutung werde auch durch die Erkenntnis gestützt, dass bei schwächerem Konkurrenzdruck auf dem Partnermarkt, die Gewichtsunterschiede zwischen Singles und Paaren deutlich geringer ausfallen, erläuterte der Experte.

Der Heidelberger Soziologieprofessor hat im Rahmen seiner Untersuchung nicht nur die Zusammenhänge zwischen der Partnerschaft, dem Konkurrenzdruck auf dem Partnermarkt und dem Körpergewicht analysiert sondern auch genauer unter die Lupe genommen, wieso Paare häufig einen ähnlichen Körperumfang aufweisen. Dies liegt laut Aussage des Soziologen nicht an den Essgewohnheiten beziehungsweise Anpassungsprozessen während der Partnerschaft, sondern an der Partnerwahl. So würden „Dünne in der Regel Dünne“ Partner wählen wohingegen sich Dicke eher für dickere Lebensgefährten entscheiden. (fp, sb)

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