Spezialflugzeug mit Ebola-Isolierstation

Heilpraxisnet

Deutsches Ebola-Spezialflugzeug ist startklar

29.11-2014

Deutschland steht ab sofort ein Spezialflugzeug zur Verfügung, in dem Ebola-Infizierte auf einer Intensivstation sicher transportiert und während des Fluges behandelt werden können. Die ehemalige Passagiermaschine, die zu einem Lazarett-Flugzeug umgebaut wurde, wird von der Bundesregierung zunächst für ein halbes Jahr geleast.

Patienten können während Flug behandelt werden

Ab sofort steht Deutschland ein eigenes Flugzeug für den Transport und die Behandlung von Ebola-Patienten zur Verfügung. Wie der „NDR“ berichtet, haben Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) und Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) den Airbus A 340-300 am Donnerstag in Berlin in Betrieb genommen. Das Lazarett-Flugzeug verfügt über einen speziellen Isolationsbereich, in dem Infizierte sicher transportiert sowie während des Fluges behandelt werden können.

Ehemaliges Passagierflugzeug wurde umgebaut
Gröhe erklärte, dass die Maschine eine fliegende Intensivstation sei. Den Angaben zufolge war die frühere Passagiermaschine in den vergangenen Wochen bei Lufthansa Technik in Hamburg umgebaut worden. Der Jet mit dem Namen „Robert Koch“ wurde von der Bundesregierung bei der Lufthansa zunächst für sechs Monate geleast. Es bestehe die Option auf drei Monate Verlängerung. Angaben des Bundesgesundheitsministeriums zufolge ist die „Robert Koch“ das erste Flugzeug, in dem ein medizinisches Team direkten Kontakt zum Patienten haben und ihn während des Fluges umfassend versorgen kann.

„Internationale Staatengemeinschaft ein wenig zu spät“
„Wir müssen zugeben, dass wir als internationale Staatengemeinschaft ein wenig zu spät gekommen sind. Umso mehr sind wir gefordert, jetzt das uns Mögliche zu tun“, erläuterte Steinmeier bei der Besichtigung der Maschine laut „NDR“. „Es ist wahrscheinlich das einzige Flugzeug der Lufthansa, von dem wir hoffen, dass es nicht oder möglichst selten zum Einsatz kommt.“ Im Ernstfall sollen damit auch deutsche Helfer aus Westafrika nach Hause gebracht werden. Das Langstreckenflugzeug soll zudem anderen Nationen bei Notrufen zur Verfügung gestellt werden und ist Berichten zufolge auch geeignet für den Transport von Patienten mit anderen hochansteckenden Infektionskrankheiten.

Mehr als 700 Freiwillige haben sich gemeldet
Laut Lufthansa haben sich bereits über 700 Piloten und Flugbegleiter bereit erklärt, mögliche Hilfsflüge „auf freiwilliger Basis“ zu begleiten. In der Maschine haben neben der Crew noch weitere 19 Personen Platz, etwa Mediziner und Techniker. Den Angaben von Gröhe zufolge kommen die Ärzte und Pfleger für eventuelle Transporte von der Berliner Charité. Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verzeichnete bereits fast 5.700 Todesfälle durch die Ebola-Epidemie in Westafrika. Auch wenn es hoffnungsvolle Berichte über Fortschritte in der Medikamenten-Entwicklung gibt: bislang gibt es weder einen zugelassenen Impfstoff noch ein Heilmittel gegen Ebola. Bei den Patienten werden lediglich die typischen Ebola-Symptome behandelt. (ad)

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