Sport hilft gegen Diabetes und Herz-Krankheiten

Heilpraxisnet

Sport als Therapie für Diabetiker und Herz-Kreislauf-Patienten?

19.02.2015

Sport wirkt Volkskrankheiten wie Diabetes und Herz-Kreislauf-Erkrankungen entgegen. Die positiven gesundheitlichen Effekte körperlicher Bewegung sind laut Angaben Techniker Krankenkassen (TK) unumstritten. In einer aktuelle Studie der TK mit Diabetikern und Herz-Kreislauf-Erkrankten sei nun allerdings „erstmalig außerhalb einer klinischen Studie“ belegt worden, dass sich durch Sport „überlebenswichtige Gesundheitsparameter auch im höheren Lebensalter langfristig verbessern.“ Entsprechende Sportprogramme könnten demnach "zu einer deutlichen Kostensenkung im Gesundheitswesen beitragen."

Die Basis der TK-Studie bildet das Programm „Sport als Therapie“ des Münchener Sportmediziners Professor Dr. Martin Halle. Seit drei Jahren bestehe für TK-Versicherte die Möglichkeit zur Teilnahme an dem Programm, welches seit der ersten Stunde wissenschaftlich begleitet werde, berichtet die Krankenkasse. Es galt „zu überprüfen, ob sich damit die Leistungsfähigkeit schwerkranker Menschen langfristig wieder steigern lässt“, so die Mitteilung der TK weiter. Das Programm konnte den ersten Zwischenergebnissen zufolge in dieser Hinsicht durchaus überzeugen. Es zeigte sich eine umfassende Besserung entscheidender Gesundheitsparameter bei den Diabetikern und Herz-Kreislauf-Erkrankten.

Gewicht und Bauchumfang reduziert, Leistungsfähigkeit erhöht
Dem Vorstandsvorsitzenden der Techniker Krankenkasse, Dr. Jens Baas, zufolge, ging „es darum, ein alltagsfähiges Programm zu entwickeln, das auf Eigenverantwortung setzt und den Menschen dabei hilft, ihren Alltag besser meistern zu können.“ Das Programm von Professor Halle hat diese Vorgaben offensichtlich erfüllt und zudem eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes der Teilnehmer bewirkt. Die Zwischenergebnisse nach dreijähriger Forschung zeigen, dass sich im Zuge des sechsmonatigen Trainings bei den im Durchschnitt 65 Jahre alten Patienten sowohl das Gewicht und der Bauchumfang, als auch die Cholesterinwerte und der Langzeitblutzuckerwert verbesserten. Des Weiteren habe die Sauerstoffaufnahme pro Kilogramm Körpergewicht sich wesentlich erhöht und „die (in Watt) gemessene Leistungsfähigkeit stieg bei den Teilnehmern deutlich an“, so die Mitteilung der TK. Außerdem konnten Diabetiker dank des Sports ihren Verbrauch an Insulin signifikant reduzieren.

Verringerter Insulinbedarf bei Diabetikern
Der Anstieg der Leistungsfähigkeit nach sechs Monaten Training betrug laut Angaben der TK fast zehn Prozent, „der Insulinbedarf reduzierte sich um knapp die Hälfte (46 Prozent) und die Herzfrequenz verbesserte sich in dem Maße, als wenn die Patienten ein entsprechendes Medikament genommen hätten.“ Die 62-jährige Teilnehmerin des Sport-Programms, Marianne Deubzer aus München, wird in der Pressemitteilung der TK mit der Aussage zitiert, dass sie durch das Programm motiviert worden sei, sich mehr zu bewegen. „Ich habe damit mein Gewicht verringert und spritze deutlich weniger Insulin“, so die 62-Jährige weiter. „Die Ergebnisse zeigen, dass wir mit einer Mischung aus sportmedizinischer Betreuung, aktiver Trainingshilfe und motivierendem Coaching auf dem richtigen Weg sind“, betonte der TK-Vorstandsvorsitzende Baas bei der Präsentation der Studienergebnisse in Berlin.

Senkung der Gesundheitsausgaben durch Sport?
„Durch unsere Studie können wir jetzt erstmals auf der Patienten-Versorgungsebene bestätigen, dass Sport signifikant die Leistungsfähigkeit und das kardiovaskuläre Risikoprofil bei Herz-Kreislaufpatienten und Diabetikern verbessert“, freut sich Professor Halle über den Erfolg des Programms. Die Nachrichtenagentur „dpa“ berichtet unter Berufung auf den Vorstandsvorsitzenden der TK, dass mit Sport auch die hohen Steigerungen der Medikamentenausgaben eingedämmt werden könnten. So würde allein die Behandlung der Herz-Kreislauf-Erkrankungen jährlich 40 Milliarden Euro kosten. Zudem habe sich die Menge der verordneten Medikamente in diesem Bereich seit dem Jahr 2000 nahezu verdoppelt. Den aktuellen Studienergebnissen zufolge, ließen sich die hier anfallenden Kosten durch entsprechende Sport-Programme vermutlich deutlich reduzieren.

Sport-Therapie auch für Krebspatienten?
Angesichts des Erfolgs des Sport-Programms bei Diabetikern und Herz-Kreislauf-Patienten hat die Techniker Krankenkasse bereits angekündigt, ab diesem Herbst auch für Krebspatienten ein ähnliches Programm anzubieten. (fp)

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