Sport hält ältere Menschen auch geistig fit

Sebastian

Sportliche Aktivität verbessert Gedächtnisleistung

05.12.2012

Über 60-Jährige, die regelmäßig Sport treiben sind ihren inaktiven Altersgenossen bei der Lösung von Problemstellungen, bei Rechenaufgaben und Gedächtnisleistung überlegen. So das Zwischenergebnis einer Längsschnittstudie, die den Zusammenhang von kognitiven Fähigkeiten und Ausdauersport bei älteren Menschen untersucht.

Wer Sport treibt, bleibt auch geistig länger fit
„Regelmäßiges umfassendes Ausdauertraining dürfte für die Erhaltung von kognitiven Fähigkeiten nützlich sein", berichtet Studienleiter Robert Winker vom Gesundheits- und Vorsorgezentrum der Krankenfürsorgeanstalt der Bediensteten der Stadt Wien (KFA) bei der Vorstellung der Ergebnisse in Kaprun. Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 50 über 60-jährige Marathonläufer und Radfahrer sowie Gleichaltrige in einer Kontrollgruppe, die keinen Sport trieben.

Wie sich zeigte, waren die kognitiven Fähigkeiten der sportlichen Senioren denen der Probanden aus der Kontrollgruppe deutlich überlegen. Sowohl bei der Lösung von Problemen, als auch bei rechnerischen Aufgaben und Gedächtnisleistung überholten die Sportler die inaktiven Senioren, berichtet Winker. Die sportlichen Studienteilnehmer schnitten vor allem beim Planen und Ausführen von Aufgaben besser ab als die inaktiven Probanden. „Uns interessiert, wie sich die Gedächtnisleistung im Lauf der Zeit verändert hat", berichtet der Mediziner. Nachdem vor fünf Jahren mit den Untersuchungen begonnen wurde, läuft derzeit ein weiterer Test, um die kognitiven Fähigkeiten über einen längeren Zeitraum zu untersuchen. Winker vermutet, dass diese Fähigkeiten bei den Sportlern im Alter weniger stark nachlassen als die der inaktiven Senioren. Möglicherweise könnte sich Ausdauersport auch positiv auf die Alzheimer-Erkrankung auswirken.

Regelmäßige Bewegung vergrößert Gehirnvolumen
Im vergangenen Jahr stellten Forscher um Krik Erickson von der University of Pittsburgh ihre Studienergebnisse im Wissenschaftsmagazin „PNAS“ vor. Demnach sollen bereits einfach aber regelmäßig durchgeführte Bewegungen das Gehirn vergrößern und die Leistungsfähigkeit steigern. Die Forscher sehen darin vor allem für ältere Menschen die Möglichkeit, Alterserkrankungen wie Demenz oder Diabetes vorzubeugen.

Durch die aktive Bewegung wird insbesondere der Hippocampus angeregt, der großen Einfluss auf das Gedächtnis hat. Der Hippocampus gehört zum mittleren Bogen des sogenannten Limbischen Systems. Dieser Bereich schrumpft mit dem Fortschreiten des Alters. Pro Jahr nimmt das Volumen um etwa ein bis zwei Prozent ab. Die Folge ist eine relative Minderung der Denk- und Erinnerungsprozesse. Das Risiko für Demenz erhöht sich mit zunehmenden Alter. Laut Erickson sollen leichte aber regelmäßig durchgeführte Sportübungen den Abnahmeprozess des Hippocampus verlangsamen oder sogar stoppen und die Gehirnleistung wieder erhöhen. (sb)

Advertising