Sport hilft gegen die Nebenwirkungen einer Hormon-Therapie bei Brustkrebs

Alexander Stindt
Mediziner entdecken Möglichkeit zur Verhinderung von Nebenwirkungen der Hormon-Therapie
Bei der Behandlung von Brustkrebs treten häufig schwere Nebenwirkungen auf. Forscher fanden jetzt heraus, dass eine Kombination von Krafttraining und 150 Minuten moderater aerober Aktivität pro Woche dazu beitragen kann, dass die Nebenwirkungen von Medikamenten zur Hormon-Therapie deutlich reduziert werden und das Risiko einer erneuten Erkrankung an Brustkrebs verringert wird.

Die Wissenschaftler der Syracuse University in New York stellten bei einer Untersuchung fest, dass wöchentliches Krafttraining und aerobe Aktivität die Nebenwirkungen von Hormon-Therapie-Medikamenten und die Neuentstehung von Brustkrebs deutlich reduziert. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Obesity Journal“.

Sport reduziert Wahrscheinlichkeit für erneutes Auftreten von Brustkrebs
Wenn Betroffene jede Woche eine Kombination aus Krafttraining und 150 Minuten moderater aerober Aktivität (beispielsweise zügiges Gehen oder Joggen) durchführen, sinkt dadurch die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Auftreten der Erkrankung, sagen die Autoren. Auch die Nebenwirkungen der bei Hormon-Therapien verwendeten Medikamente (Aromatasehemmer oder auch Aromatase-Inhibitoren) werden reduziert.

Viele Überlebende von Brustkrebs verlassen sich auf eine Hormontherapie
Weil die meisten Brustkrebserkrankungen Hormon-Rezeptor-positiv sind, brauchen sie Östrogen oder Progesteron um zu wachsen und sich so im Körper auszubreiten, erläutern die Experten. Überlebende von Brustkrebs würden sich häufig auf eine Hormontherapie verlassen, um so die Rückkehr der Krankheit zu verhindern, berichten die Wissenschaftler weiter.

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Therapie führt leider häufig zu Knochenschwund oder Gelenkschmerzen
Allerdings kann solch eine Behandlung durchaus ein zweischneidiges Schwert sein, weil sie oft zu Knochenschwund oder schweren Gelenkschmerzen führt. Diese unangenehmen Nebenwirkungen sind besonders häufig, wenn die Betroffenen fettleibig oder übergewichtig sind.

Erhöhtes Risiko für Frakturen und Osteoporose
Die Nebenwirkungen erhöhen unter anderem bei Frauen das Risiko für Frakturen und Osteoporose. Zusätzlich entstehen weitere Risiken für sogenannte komorbide chronische Erkrankungen und ein Wiederauftreten von Krebs, erläutert Prof. Gwendolyn Thomas von der Syracuse University in einer Pressemitteilung.

Viele Menschen beenden ihre Therapie zu früh
Aufgrund der Nebenwirkungen beenden fast 40 Prozent der Überlebenden von Brustkrebs die Einnahme der sogenannten Aromatasehemmern (Aromatase-Inhibitoren), noch lange bevor die übliche fünfjährige Behandlungsperiode abläuft. Dadurch erhöhen sie die Wahrscheinlichkeit für ein erneutes Auftreten des Brustkrebses, fügt die Medizinerin hinzu.

Sportliches Programm ging über den Zeitraum von einem Jahr
Eine Intervention von Adipositas bei Frauen könnte diesen dabei helfen, dass sie die dringend notwendige Behandlung fortführen, berichten die Forscher. Während der Studie mussten die Teilnehmerinnen zwei Sitzungen Krafttraining und 150 Minuten moderate aerobe Aktivität (Joggen oder schnelles Gehen) wöchentlich durchführen. Diese Behandlung erstreckte sich dann über den Zeitraum von einem Jahr.

Sport und Bewegung sollte regulärer Teil der Therapie werden
Wir konnten durch das sportliche Übungsprogramm einen deutlichen Rückgang im prozentualen Körperfett und beim sogenannten Body Mass Index (BMI) feststellen, erklären die Autoren. Die Änderungen haben nicht nur klinische Vorteile, sondern sie deuten auch an, dass die Ausübung eines solchen sportlichen Programms in Verbindung mit Aromatasehemmern Teil der regulären Behandlung werden sollte, sagt Prof. Thomas. (as)

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