Sport-Regeln: Dehnübungen vor dem Training eher ungesund?

Viele Sportler dehnen zunächst ihre Muskeln, bevor sie mit dem Training beginnen. Doch man hört immer wieder, dass das eher schaden als nützen soll. Experten wissen, was wirklich stimmt. (Bild: gpointstudio/fotolia.com)
Alfred Domke
Warmmachen vor dem Sport: Ist die Dehnung der Muskeln vor dem Training schädlich?
Regelmäßige Bewegung ist gesund und trägt unter anderem dazu bei, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu mindern. Für viele Sportler ist es vor dem Training normal, zunächst ihre Muskeln zu dehnen. Ist das aber wirklich sinnvoll? Oder gar schädlich?

Regelmäßige Bewegung ist gesund
Experten sind sich darüber einig, dass regelmäßiger Sport gesund ist und unter anderem dazu beitragen, das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen wie Bluthochdruck oder Herzinfarkt zu mindern. Außerdem leiden Sportler seltener an Übergewicht oder Adipositas.

Wenn es ums Dehnen geht, herrscht unter Fachleuten allerdings keine Einigkeit.So meinen manche, dass Dehnen vor dem Sport Sinn macht und man einem Muskelkater durch Dehnen vorbeugen kann. Andere widersprechen solchen Thesen.

Viele Sportler dehnen zunächst ihre Muskeln, bevor sie mit dem Training beginnen. Doch man hört immer wieder, dass das eher schaden als nützen soll. Experten wissen, was wirklich stimmt. (Bild: gpointstudio/fotolia.com)
Viele Sportler dehnen zunächst ihre Muskeln, bevor sie mit dem Training beginnen. Doch man hört immer wieder, dass das eher schaden als nützen soll. Experten wissen, was wirklich stimmt. (Bild: gpointstudio/fotolia.com)

Schadet Dehnen vor dem Training?
Zwar ist bekannt, dass Dehnen für die Motorik von Muskeln und Sehnen wichtig ist, doch oft ist auch zu hören, dass Dehnen vor dem Training eher schadet als schützt. Stimmt das aber wirklich?

Der Sportmediziner Prof. Hans-Georg Predel von der Sporthochschule Köln sagte dazu in einer Mitteilung der Nachrichtenagentur dpa: „Ein Dehnen, das den Namen auch verdient, sollte am besten erst nach einer kurzen Aufwärmphase und dann nach dem Training erfolgen.“

Vergrößerte Gelenkreichweite erhöht Verletzungsrisiko
Durch das ausgiebige Dehnen vor dem eigentlichen Training wird die Gelenkreichweite vergrößert. Dadurch verletzen sich manche Sportler nur noch schneller, da die Spannung in Muskeln und Sehnen fehlt. Laut dem Experten kann dieser Verlust sogar die sportliche Leistung mindern, wenn es beispielsweise um Disziplinen mit Kraft oder Schnelligkeit geht.

Predels Kollege Prof. Ingo Froböse wies in einer früheren Meldung darauf hin, dass Dehnen bei manchen Sportarten sogar kontraproduktiv sei und es zum Aufwärmen meist genügt, die sportarttypische Bewegung langsam und mit geringer Intensität auszuführen. So sollte man etwa beim Joggen einfach die ersten fünf Minuten etwas ruhiger laufen.

Nie den kalten Muskel dehnen
Sportwissenschaftlern zufolge sollte man generell nie den kalten Muskel dehnen. Allerdings sind ein paar Dehnübungen vor dem Training okay, wenn vorher ein kurzes Aufwärmprogramm absolviert wurde. Nach dem Sport sind die Muskeln richtig aufgewärmt, dann darf es laut Fachleuten auch ein ausgiebiges Dehnprogramm sein. Dadurch wird die Durchblutung der Muskeln gefördert, der Körper wird beweglicher. (ad)

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