Städte im Kampf gegen Eichenprozessionsspinner

Astrid Goldmayer

Eichenprozessionsspinner geht es in Hessischen Städten an den Kragen

23.04.2014

In mehreren Hessischen Städten werden derzeit die Raupen des Eichenprozessionsspinners vom Boden und der Luft aus bekämpft. Die feinen Haare der Raupen können schwere allergische Reaktionen auslösen wie Atemnot und Hautreizungen. Derzeit erreichen die Larven das dritte Entwicklungsstadium, in dem sie die Brennhaare ausbilden. Deshalb ist die Bekämpfung zu diesem Zeitpunkt besonders effektiv.

In Frankfurt werden Wälder mit Insektizid gegen Eichenprozessionsspinner besprüht
Bereits am Dienstag wurde mittels Helikopter ein Insektizid auf die Bäume des Fechenheimer und Eckenheimer Waldes im Osten Frankfurts gesprüht. Das bestätigte ein Sprecher des Grünflächenamtes gegenüber der Nachrichtenagentur „dpa“. „Zur Zeit erreichen die Larven das dritte Stadium, in dem sie die Brennhaare ausbilden und sich bewegen.“ Deshalb seien die Maßnahmen zur Bekämpfung der Raupen jetzt sehr effektiv.

Am Mittwoch wurden auch die Wälder in Sachsenhausen, Oberrad und Niederrad mit dem Mittel besprüht. Die Behörden haben eine Absperrung der betroffenen Gebiete veranlasst, um zu verhindern, dass Menschen mit dem Insektengift in Berührung kommen. Das sei jedoch nur eine Vorsichtsmaßnahme, da das Mittel für Menschen ungefährlich sei, hieß es von offizieller Stelle.

In Frankfurt werden zudem etwa 5.200 Eichen mit dem Mittel „Dipel ES“ in den kommenden Wochen besprüht. Das biologische Insektizid setzt sich auf den Eichenblättern ab und wird von den Raupen des Eichenprozessionsspinners gefressen. Das Mittel verhindert die Häutung der Tiere, so dass diese sterben. Rund 156 Hektar sollen in Frankfurt mit Insektiziden behandelt werden. Die Kosten für diese Maßnahme belaufen sich auf etwa 150.000 Euro. Umweltschützer kritisieren den großflächigen Einsatz von Insektiziden, da auch andere Tiere davon beeinflusst werden und sterben können.

Freizeiteinrichtungen wegen Eichenprozessionsspinner im vergangenen Jahr geschlossen
In Wiesbaden werden derzeit rund 1.400 Bäume laut Grünflächenamt mit einem Insektizid vom Boden aus besprüht. Ab morgen sollen dafür Hebebühnen und Sprühkanonen zur Verfügung stehen. Aufgrund der Raupen mussten in den letzten Jahren Grünflächendezernent Oliver Franz zufolge sogar einige Freizeiteinrichtungen geschlossen werden. Das solle in diesem Jahr durch frühzeitige Gegenmaßnahmen verhindert werden.

Wie die Darmstädter Umweltdezernentin Barbara Akdeniz gegenüber der Nachrichtenagentur berichtete, würden auch in Darmstadt vorsorglich 3.000 Bäume bis Ende Mai mit einem biologischen Schädlingsbekämpfungsmittel behandelt werden. Auch in Offenbach hat man den haarigen Raupen bereits den Kampf angesagt.

Eichenprozessionsspinner sind braune Schmetterlinge aus der Familie der Zahnspinner. Für den Menschen sind die Brennhaare der Raupe des dritten Larvenstadiums im Mai und Juni gefährlich, da sie schwere Allergien auslösen können. Die feinen Härchen sind kaum sichtbar und lösen bei jeder Berührung erneut toxische Reaktionen aus. Dies geschieht häufig, da sie gut an der Kleidung haften und leicht in die Haut und die Schleimhäute eindringen können, wo sie sich mit ihren Häkchen festsetzen. Neben Atemnot, können die Brennhaare Hautjucken und Augenreizungen verursachen. In schweren Fällen kann der Betroffene einen allergischen Schock erleiden. (ag)

Bild: Raupendermatitis durch Eichenprozessionsspinner Foto: Daniel Ullrich.