Ständige Smartphone-Nutzung der Eltern führt zu sozialen Auffälligkeiten bei den Kindern

Alexander Stindt
Beeinflusst die Nutzung von Smartphones durch Eltern das Verhalten der Kinder?
In der heutigen Zeit verbringen Jugendliche aber auch ältere Menschen sehr viel Zeit mit der Nutzung ihres Smartphones. Forscher fanden jetzt heraus, dass wenn Eltern während der Mahlzeiten, Spielzeit, Routine-Aktivitäten und Gesprächen mit ihren Kindern häufig ihr Smartphone nutzen, dadurch die Wahrscheinlichkeit für Störungen des Verhaltens bei den Kindern verstärkt wird.

Die Wissenschaftler der Illinois State University stellten bei ihrer Untersuchung fest, dass die häufige Nutzung von Smartphones durch Eltern zu Verhaltensauffälligkeiten bei deren Kindern führen kann. Die Mediziner veröffentlichten die Ergebnisse ihrer Studie in der Fachzeitschrift „Child Development“.

Immer mehr Menschen besitzen ein sogenanntes Smartphone. Mediziner stellten fest, dass wenn Eltern häufig mit ihrem Smartphone beschäftigt sind, sich dadurch das Risiko für die Entstehung von Verhaltensauffälligkeiten bei deren Kindern erhöht. (Bild: Rido/fotolia,com)

Welche Verhaltensauffälligkeiten treten auf, wenn Eltern häufig Smartphones nutzen?
Eine neue Studie deutet darauf hin, dass auch niedrige oder scheinbar normale Mengen an Technologie bezogenen Unterbrechungen beim Umgang mit Kindern dazu führen können, dass die betroffenen Kinder im späteren Leben verschiedene Verhaltensprobleme wie beispielsweise Überempfindlichkeit und Hyperaktivität entwickeln, erläutern die Experten.

Nutzung von Smartphones kann die Beziehung zwischen Kindern und Eltern stören
Unsere Ergebnisse tragen zu den wachsenden Beweisen dafür bei, dass es eine Assoziation zwischen einer größeren digitalen Technologie-Nutzung und potenziellen Dysfunktionen bei der Beziehung zwischen Eltern und ihren Kindern gibt, erklärt der Studienautor Brandon McDaniel von der Illinois State University in den USA.

Die Nutzung von Technologie verändert die Reaktionsfähigkeit der Eltern
Wenn die Eltern häufig mobile Technologie nutzen, verändert sich ihre Reaktionsfähigkeit auf ihre Kinder, sagen die Experten. Mit anderen Worten: Das Smartphone führt zu einer schlechteren Interaktionen mit Ihren Kindern. Es ist wirklich sehr schwierig die Aufmerksamkeit zwischen all den interessanten Informationen aus Ihrem Smartphone und den sozialen und emotionalen Informationen von unseren Kindern aufzuteilen und beide gleichzeitig zu verarbeiten, erklären die Wissenschaftler weiter.

Nur elf Prozent der Eltern haben keine Probleme durch Technologie bedingte Unterbrechungen
Für ihre Untersuchung analysierten die Forscher die separaten Umfragen von Müttern und Vätern aus 170 verschiedenen Haushalten mit jeweils zwei Elternteilen. Fast die Hälfte aller an der Studie teilnehmenden Eltern (48 Prozent) berichten, dass sie drei oder mehr Mal am Tag durch Smartphones oder andere Technologie beim Umgang mit ihren Kindern gestört werden, berichten die Mediziner. 17 Prozent der Teilnehmer erklärten, dass sie einmal am Tag mit diesem Problem konfrontiert werden. 24 Prozent der Probanden berichten über zwei Unterbrechungen beim Umgang mit ihren Kindern. Nur 11 Prozent der Teilnehmer hatten keine Probleme durch Technologie bedingte Unterbrechungen mit ihren Kindern, fügen die Autoren hinzu.

Technologiefreie Zeit kann Spannungen innerhalb der Familie reduzieren
Bestimmte Tageszeiten oder Standorte sollten von Eltern als technologiefrei erklärt werden, raten die Experten. Eltern sollten sich dazu zwingen, dass sie beispielsweise die Zeit der gemeinsamen Mahlzeiten mit ihren Kindern oder auch gemeinsame Spielzeit nach der Arbeit ohne die Nutzung von Smartphones oder anderer Technologie verbringen. Dies könnte dazu beitragen, dass Spannungen innerhalb der Familie vermindert werden, erläutern die Forscher aus den USA.

Führen Sie Grenzen bei der Nutzung von Smartphones und anderen Geräten ein
Die Einführung von Grenzen bei der Nutzung von digitalen Geräten kann Eltern dabei helfen, dass Smartphones und andere mobile Technologien die gemeinsame Zeit mit ihren Kindern nicht mehr unterbrechen, erklärt Autor McDaniel. (as)