Stärkere Zunahme der Windpocken-Erkrankungen

Zwar wurde in den vergangenen Jahren häufig über einen Rückgang der Windpockenfälle berichtet, doch in Schleswig-Holstein haben die Krankheitszahlen zuletzt stark zugenommen. (Bild: marian1410/fotolia.com)
Alfred Domke
Zahl der Windpocken-Fälle im Norden hat stark zugenommen
In Schleswig-Holstein hat die Zahl der Windpockenfälle stark zugenommen. Laut der AOK Nordwest wurden im ersten Halbjahr 2016 rund 50 Prozent mehr Infektionsfälle gemeldet als im gleichen Vorjahreszeitraum.

Windpocken zählen zu den häufigsten Kinderkrankheiten
Windpocken sind hochansteckend und zählen zu den häufigsten Kinderkrankheiten. Man ist zwar sein Leben lang immun dagegen, wenn man sie mal hatte, läuft aber Gefahr, später eine Gürtelrose zu bekommen. Das typischste Symptom, das auf die Infektionskrankheit hindeutet, ist ein roter, stark juckender Ausschlag mit roten Knötchen auf der Haut. Außerdem kommt es oft zu Fieber, Kopfschmerzen, Abgeschlagenheit und Gliederschmerzen. Erwachsene erkranken zwar auch, doch der Großteil der Patienten sind Kinder.

Zwar wurde in den vergangenen Jahren häufig über einen Rückgang der Windpockenfälle berichtet, doch in Schleswig-Holstein haben die Krankheitszahlen zuletzt stark zugenommen. (Bild: marian1410/fotolia.com)
Zwar wurde in den vergangenen Jahren häufig über einen Rückgang der Windpockenfälle berichtet, doch in Schleswig-Holstein haben die Krankheitszahlen zuletzt stark zugenommen. (Bild: marian1410/fotolia.com)

Zahl der Erkrankungen hat stark zugenommen
In den vergangenen Jahren wurde häufig über einen Rückgang der Krankheitszahlen berichtet, doch in Schleswig-Holstein haben die Windpockenfälle zuletzt stark zugenommen, berichtet die Nachrichtenagentur dpa. Nach Angaben der AOK Nordwest wurden demnach im ersten Halbjahr 2016 insgesamt 354 Infektionsfälle gemeldet und damit fast 53,3 Prozent mehr als im gleichen Vorjahreszeitraum (231). Im gesamten Bundesgebiet nahm die Zahl um 29,4 Prozent zu. Die Krankenkasse berief sich auf Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) in Berlin.

Experten empfehlen Impfung
Der AOK-Vorstandsvorsitzende Tom Ackermann sagte laut Agentur: „Aufgrund der steigenden Infektionsfälle raten wir dringend dazu, insbesondere Kinder gegen Windpocken impfen zu lassen.“ Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland bezahlten solche empfohlenen Impfungen. Verschiedene Experten wie die Stiftung Warentest hatten zwar in der Vergangenheit von der Windpocken-Impfung abgeraten, doch laut RKI „stellt die Impfung als aktive Immunisierung“ die „beste Vorbeugung einer Varizellen-Infektion“ dar. Das Varicella-Zoster-Virus (VZV) kann neben Windpocken auch Gürtelrose verursachen.

Höchster Anstieg in größeren Städten
In Schleswig-Holstein waren 2015 insgesamt 561 Windpocken-Fälle gemeldet worden, im Jahr zuvor waren es 463. In den Städten Kiel und Lübeck sowie im Kreis Pinneberg gab es den höchsten Anstieg der Fälle. Wie die AOK mitteilte, könne eine Impfung zu jedem Zeitpunkt nachgeholt werden, wenn sie nicht im empfohlenen Alter vorgenommen wurde. (ad)

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