Standards für Traditionelle Chinesische Medizin

Sebastian

China plant Standards und Normen für die Traditionelle Chinesische Medizin

27.02.2011

Der stellvertretende chinesische Gesundheitsminister und Vorsitzende der staatlichen Verwaltung für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM), Wang Guoqiang erklärte, China wolle die wirksame und Jahrtausende alte Heilkunst der Naturheilkunde zukünftig auf dem Weltmarkt besser platzieren. Hierzu habe man in China verstärkt an der Normierung und Standardisierung von TCM Heilmethoden und Mitteln gearbeitet. Im weltweiten Austausch soll dieses Verfahren weiterentwickelt werden, damit auch Patienten außerhalb des asiatischen Kontinents von den ganzheitlichen Behandlungsmethoden profitieren.

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In China haben die Naturheilverfahren seit Tausenden von Jahren eine wichtige Rolle gespielt. Auch heute sind die TCM Verfahren nicht mehr aus der modernen chinesischen Medizin wegzudenken. In Zusammenarbeit mit Forschern anderer Länder konnten bereits gute Forschungsergebnisse im Bereich der Medizin erreicht werden. Deshalb ist die Traditionelle Chinesische Medizin ein gewichtiger Beitrag für die internationale Medizinforschung, so der chinesische TCM-Experte.

Umdenken der konventionellen Medizin
In den letzten Jahren ist eine Kehrtwende der Medizinforschung zu beobachten. Statt lediglich die Symptome zu bekämpfen, geht man nun dazu über, auch nach den Ursachen von Erkrankungen zu forschen. Aufgrund des ganzheitlichen Ansatzes gewinnt die TCM in der Forschung mehr und mehr an Gewicht. Können Krankheiten nicht mit konventionellen Behandlungsmethoden therapiert werden, greift auch die Schulmedizin zu den Heilkünsten der TCM. Immer mehr Mediziner sind bereits von den positiven Kräften überzeugt. In Deutschland existieren mittlerweile eine ganze Reihe von anerkannten Kliniken, deren Behandlungspläne auch Therapieansätze der Akupunktur und Pflanzenheilkunde beinhalten.

In der traditionellen chinesischen Medizin kommen im Wesentlichen Substanzen der Natur zum Einsatz. So werden Behandlungen zumeist mit Pflanzenwirkstoffen, tierischen Präparaten und Mineralien vorgenommen. Am weitesten verbreitet sind in den westlichen Industrienationen die TCM Behandlungsformen der Akupunktur, Ohrakupunktur und Heilmassagen.

Viele TCM Heilmittel ab April 2011 EU-weit nicht mehr erhältlich
Bislang fehlende Normierungen und Standardisierungen sind nach Ansicht des Gesundheitsministers die größten Schwachpunkte der TCM. Denn die Heilkunst wurde Tausende Jahre lang in weiten Teilen nur mündlich weiter gegeben. China arbeitet nun verstärkt daran, Standards zu schaffen. Hintergrund des verstärkten Engagements Chinas dürften die neuen Gesetzesregelungen der Europäischen Union (EU) sein. Ab April 2011 sollen nämlich zahlreiche Heilmittel der TCM in Europa nicht mehr erhältlich sein. Laut der neuen Richtlinien der “European Directive on Traditional Herbal Medicinal Products” müssen alle pflanzlichen Mittel neu registriert werden. Die Richtlinien wurden bereits 2004 verabschiedet. Bis zum April diesen Jahres galt allerdings eine Übergangsphase.

Bis jetzt fand keine einzige Registrierung von TCM Arzneimitteln statt. Damit stehen ab diesem Zeitpunkt zahlreiche TCM Mittel aus China nicht mehr auf dem europäischen Markt zur Verfügung. Um diesen Zustand zu ändern, wolle man nun mit zahlreichen westlichen Forschungseinrichtungen zusammen arbeiten. Der chinesische Vize-Minister ist von der wissenschaftliche Beweisbarkeit der TCM überzeugt. So sagte Wang Guoqiang: „In China arbeitet man verstärkt an der Festsetzung von Standards und Normen für Traditionelle Chinesische Medizin. Qualität und Sicherheit werden besser kontrolliert. Es muss möglich werden, ihre Wirksamkeit mit modernen wissenschaftlichen Methoden zu messen.“ Auf wissenschaftlichen Kongressen und Veranstaltungen werde China sich nun verstärkt an den Diskussionen zu Normen der Ethnomedizin beteiligen. (sb)