Mehr Regelschmerzen bei Endometriose

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Starke Regelschmerzen: Junge Frau spricht über ihre Endometriose

06.04.2015

Endometriose gilt als als eines der häufigsten aber auch der am schwierigsten zu diagnostizierenden Frauenleiden. Schätzungen zufolge leiden etwa eine Million Frauen in Deutschland an dieser chronischen Erkrankung, bei der die Gebärmutterschleimhaut krankhaft wuchert. Ein typisches Symptom sind starke Regelschmerzen. Eine junge Frau erzählt über ihre Erkrankung.

Häufige Ursache für Unfruchtbarkeit
Unter Fachleuten gilt Endmetriose als eines der häufigsten aber auch der am schwierigsten zu diagnostizierenden Frauenleiden. Bei der schmerzhaften chronischen Erkrankung wuchert die Gebärmutterschleimhaut außerhalb der Gebärmutterhöhle. Endometriose leibt häufig über Jahre hinweg unerkannt. Schätzungen zufolge leiden hierzulande etwa eine Million Frauen daran. Die Erkrankung zählt zu den häufigsten Ursachen für Unfruchtbarkeit. Eine junge Frau, die davon betroffen ist, sprach in einem Interview über ihr Leiden.

Junge Frau bekam zunächst keine passende Hilfe
Die heute 25-jährige Lisa Hinterholzer erzählte in dem Gespräch mit dem österreichischen Internetportal „woman.at“, wie sie seit Jahren mit der Krankheit kämpft. Die junge Tirolerin hatte ihre erste Regelblutung im Alter von 13 Jahren. Von Beginn an hatte sie starke Regelschmerzen, die über die Monate immer heftiger wurden. Dazu kamen Schwindel, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Bei Gynäkologen, die sie aufsuchte, fand sie die erwartete Hilfe zunächst nicht. „Jeder Arzt sagt mir das Gleiche. Es sei eine normale Sache, ich solle die Pille nehmen und fertig“, erzählte die junge Frau. „Ich wurde dann sogar zur Psychotherapie geschickt.“

Starke Regelschmerzen
Ihre Beschwerden wurden jedoch immer schlimmer, sie wurde manchmal sogar ohnmächtig vor Schmerz und selbst starke Schmerzmittel halfen nicht. „Jeder Toilettengang war die reinste Hölle. Das Wasserlassen brachte mich teilweise zum Weinen… und das jeden einzelnen Monat“, berichtete Lisa. Die damals 17-Jährige begann schließlich selbst zu recherchieren und stieß auf die Krankheit Endometriose. Zu den typischen Symptomen der Krankheit zählen starke Regelschmerzen, chronische Unterbauchschmerzen und Schmerzen beim Geschlechtsverkehr. Wenn die Endometriose in der Blase oder im Darm auftritt, sind zudem in selteneren Fällen Blut im Urin, Blut im Stuhl oder Beschwerden beim Wasserlassen möglich. In vielen Fällen bilden sich auch schmerzhafte Zysten. Bei einigen Frauen treten zudem unspezifische Beschwerden wie Rückenschmerzen, Kopfschmerzen, Schwindel und Magenprobleme auf.

Krankheit wird meist erst nach Jahren diagnostiziert
Typisch ist, dass die Symptome im Verlauf des Zyklus immer stärker werden und dann mit dem Nachlassen der Menstruation wieder abnehmen, wobei die meisten betroffenen Frauen die größten Probleme ein bis drei Tage vor dem Einsetzen der Periode verspüren. Meist wird die Krankheit erst nach Jahren richtig diagnostiziert. Auch bei Lisa Hinterholzer zeigten sich viele der typischen Symptome. Den Angaben zufolge erfuhr sie später, dass sie teilweise Schmerzen aushielt, die auf der Schmerzensskala bei zehn liegen. Zum Vergleich: Geburtswehen liegen bei acht und zehn.

Verschiedene Therapieansätze
Die Ursachen für die Entstehung von Endmetriose sind noch nicht vollständig geklärt. Es gibt Hinweise darauf, dass die Krankheit vererbbar ist. Experten weisen darauf hin, dass es zwar verschiedene Therapien gibt, jedoch keine eine Heilung garantiert. Häufig werden Betroffene mit Hormonpräparaten wie der Anti-Baby-Pille behandelt, um die meist zyklisch auftretenden Beschwerden zu lindern. Reicht das nicht aus, kann das Schmerzen verursachende Gewebe operativ entfernt werden. Obwohl einige Frauen diese Prozedur sogar mehrfach über sich ergehen lassen, um endlich Linderung zu erfahren, gibt es Patientinnen, deren Schmerzen schlimmer werden. Immer häufiger werden auch alternative Heilmethoden empfohlen. Dazu gehören unter anderem Homöopathie und Traditionelle Chinesische Medizin wie Akupunktur. Übergewichtige sollten ihr Gewicht reduzieren und eine gesunde Ernährungsweise, bei der auf Milch, Milchprodukte und Weizen verzichtet und viel frisches Obst, Gemüse, kaltgepresste Öle, wie Nachtkerzenöl, Olivenöl und Leinöl sowie fetter Seefisch wegen der Omega-3-Fettsäuren gegessen wird, hilft vielen Patientinnen dabei, die Symptome zu lindern.

Gefährliche Komplikationen bei junger Patientin
„Mit einer Krankheit zu leben, für die es kein Heilmittel gibt, ist furchtbar. Noch tragischer ist es aber, dass wir Frauen nicht ernst genommen werden, wenn wir an chronischen Schmerzen leiden“, sagte Lisa. „Schließlich haben sich bei mir die Herde schon bis in die Lunge ausgebreitet. Kinder kann ich auch nie bekommen… Wie kann man da junge Mädchen einfach zurückweisen und ihnen die Pille gegen die Regelschmerzen verschreiben?“ Als die junge Frau schließlich im Krankenhaus behandelt wurde, kam es zu gefährlichen Komplikationen, so dass sie letztendlich einen künstlichen Darmausgang bekam. Lisa war so geschwächt, dass sie weder essen noch trinken konnte. Sie musste wochenlang künstlich ernährt werden und wog am Schluss nur noch 36 Kilo. „Es gab Momente, wo ich nicht mehr hoffen konnte. Hätte ich nicht meinen großartigen Partner gehabt, hätte ich wohl aufgegeben.“ Lisa Hinterholzer hat nicht nur nicht aufgegeben, sondern setzt sich dafür ein, dass mit dem Thema Endometriose anders umgegangen wird. Dafür hat sie sich auch mit ihrem künstlichen Darmausgang fotografieren lassen. „Ich möchte für uns Frauen sprechen und das stille Leiden beenden! Für mehr Aufklärung und Verständnis!“ (ad)

>Bild: Sigrid Rossmann / pixelio.de