Starkes Schwitzen nicht immer Folge einer schlechten Kondition

Fabian Peters
Erhöhte Schweißbildung nicht immer Ausdruck schlechter Kondition
Durch die Schweißbildung wird der Körper bei Hitze oder Belastung gekühlt, doch neigen manchen Menschen deutlich stärker zum Schwitzen als andere. Hier wird vermehrte Schweißbildung beim Sport vielfach als Zeichen schlechter Konditionen bewertet, allerdings ist dies nur bedingt richtig. Denn laut Maja Hofmann von der Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie an der Charité Berlin schwitzen manche Sportler auch bei gleichem Trainingsstand mehr als andere, weil sie eine höhere Anzahl an Schweißdrüsen aufweisen, berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“.

Durch die unterschiedliche Anzahl der Schweißdrüsen kann zwischen zwei Sportlern bei gleichem Trainingsstand ein Unterschied in der abgegebenen Schweißmenge auftreten, erläutert die Expertin. So zeigt der Eine gerade die ersten Schweißperlen auf der Stirn, wenn die Kleidung des Anderen bereits vollständig durchgeschwitzt ist, obwohl sie über eine annähernd gleiche Kondition verfügen. Bei untrainierten Menschen setzt allerdings die Schweißbildung unter kurzfristiger Belastung grundsätzlich schneller ein, als bei gute trainierten Personen.

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Die Kondition hat nur begrenzt Einfluss auf die Schweißbildung. (Bild: Halfpoint/fotolia.com)

Vermehrte Schweißbildung untrainierter Personen nach kurzer Belastung
Nach einem 100-Meter-Lauf sei bei untrainierten Läufern auf jeden Fall eine stärkere Schweißbildung zu beobachten, als bei sportlich aktiven Personen, was im Zusammenhang mit der schlechteren Kondition stehe, berichtet die Nachrichtenagentur „dpa“. Denn ein untrainierter Körper werde durch den Lauf stärker gefordert und aufgeheizt, was eine vermehrte Schweißbildung zur Kühlung mit sich bringe. Übermäßiges Schwitzen kann allerdings auch unabhängig von körperlicher Belastung auftreten, wenn beispielsweise durch „Stress oder durch ungewöhnlich hohe Aktivität des vegetativen Nervensystems vermehrt Nervenimpulse an die Schweißdrüsen geschickt werden, so dass die Betroffenen selbst bei Kälte schwitzen“, berichtet die Deutsche Dermatologische Gesellschaft. Hierbei hat das Schwitzen eher einen pathologischen Charakter und steht keineswegs im Zusammenhang mit der Kondition beziehungsweise dem Trainingsstatus. (fp)

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