Starkes Verlangen: Frau verliert wegen Sexsucht Job und Freunde

Die Sucht wurde zum Verhängnis. Bild: nd3000 - fotolia
Nina Reese
Der Gedanke an eine Partnerin, die permanent Sex haben möchte, klingt für viele Männer vermutlich erst erst einmal verlockend. Doch ständiges Verlangen kann eine Beziehung offenbar auch sehr strapazieren und sowohl für den Betroffenen als auch für den Partner zu einer echten Belastung werden. Im Gespräch mit der britischen „Daily Mail“ hat nun ein Ehepaar berichtet, wie es mit der Sexsucht der 29-jährigen Sami umgeht und was diese für Konsequenzen haben kann.

Ehepaar berichtet vom Leben mit der Abhängigkeit
Sexualität gehört für die meisten Menschen zu einer glücklichen Partnerschaft einfach dazu. Doch hat jemand ständig Verlangen nach Geschlechtsverkehr, kann dies sehr belastend sein – für den Betroffenen selbst, ebenso wie für Beziehungspartner. In der britischen „Daily Mail“ haben nun James Keates und Sami Walton davon berichtet, wie es ist, wenn einer der Partner süchtig nach Sex ist und wie sich diese Abhängigkeit mit der Beziehung vereinbaren lässt.

Die Sucht wurde zum Verhängnis. Bild: nd3000/fotolia.com)
Die Sucht wurde zum Verhängnis. Bild: nd3000/fotolia.com)

James Keates und Sami Walton sind seit mehr als vier Jahren verheiratet. Damit Samis sexuelles Verlangen befriedigt wird, bräuchte sie mindestens einmal am Tag Sex, so das Ehepaar aus England gegenüber der Zeitung. Einmal hätten sie während eines Urlaubs-Wochenendes sogar mehr als 40 Mal miteinander geschlafen, führen die beiden fort. Was für so manchen erst mal reizvoll klingen mag, bedeutet für Sami hingegen nicht nur Positives. Denn ihre Sucht nach Sex hat sie schon oft in sehr schwierige Situationen gebracht und zu ernsten Konsequenzen geführt.

Partner sind oft überfordert
„Die meisten Männer denken, sie würden einen Partner lieben, die so viel Sex braucht, doch keiner meiner früheren Freunde konnte damit umgehen“, so die junge Frau. Wie die 29-jährige berichtet, habe sich ihr Problem ab Anfang 20 nach dem Ende einer langjährigen Beziehung entwickelt und endete darin, dass sie durch das ganze Land reiste, um sexuelle Abenteuer mit Männern und Frauen zu finden. Dabei sei es unerheblich gewesen, ob es sich um Freunde oder Unbekannte handelte – wichtig war nur, dass sie ihr sexuelles Verlangen stillen konnte.

„Die Sache geriet völlig außer Kontrolle und ich drängte meine Freunde immer mehr zurück, da ich mich nur noch für Sex interessierte“, so die Engländerin. Da sie aufgrund ihrer Affären oftmals hunderte Kilometer von ihrem Arbeitsplatz entfernt war und am Morgen nicht rechtzeitig dort sein konnte, verlor Sami Walton schließlich auch ihren Job. An diesem Punkt erkannte sie ihr Problem und suchte Hilfe bei ihrem Arzt, doch dieser verstand ihre Situation nicht und verschrieb ihr lediglich Medikamente gegen Ängstlichkeit, so die junge Frau weiter.

Paar spricht von Beginn an offen über die Problematik
Ein halbes Jahr später begann sich ihr Leben jedoch zu wenden, nachdem sie ihren heutigen Partner James durch einen gemeinsamen Freund kennen lernte. Es sei „offensichtlich“ gewesen, dass seine neue Partnerin sexsüchtig ist, doch er habe ihr gesagt, dass sie über das Thema sprechen könnten und so seien sie immer offen damit umgegangen, berichtete Keates der Zeitung. „Ich bin glücklich, dass ich James habe. Denn er hat nicht nur das Stehvermögen, mit mir mit zu halten, sondern er unterstützt mich sehr und verurteilt mich nicht, wenn ich einen schlechten Tag habe“, führt Sami weiter aus.

Für James nicht immer eine einfache Situation, doch er versucht gemeinsam mit seiner Frau einen Weg zu finden, die Sexsucht und das partnerschaftliche Leben in Einklang zu bringen. „In den ersten Tagen fühlte ich mich wie ein Lotto-Gewinner. Aber jetzt, da ich ein bisschen älter geworden bin, kann es schon anstrengend sein und ich weiß, dass es Sami belastet. Ich versuche einfach so verständnisvoll wie nur möglich zu sein“, so James Keates.

Einer von 25 Menschen von Hypersexualität betroffen
Experten gehen davon aus, dass etwa einer von 25 Menschen an der so genannten „Hypersexualität“ leidet. Kennzeichnend hierfür ist, dass Betroffene süchtig nach sexuellen Handlungen sind und ihren Alltag häufig vernachlässigen, um ihr gesteigertes Verlangen zu befriedigen. Die Sexsucht belastet Menschen so stark wie eine Drogensucht. Forscher erkannten jüngst, dass auch hier eher das reine Verlangen nach dem „Suchtstoff“ und nicht der Genuss dabei im Vordergrund steht. (nr)

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