Statt „Gib Aids keine Chance“ erfüllteres Liebesleben

Die seit Jahrzehnten laufende Kampagne "Gib Aids keine Chance" wird abgelöst durch "Liebesleben". Sie soll zur Eindämmung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten beitragen. (Bild: nito/fotolia.com)
Alfred Domke
Präventionskampagne „Liebesleben“ klärt über sexuell übertragbare Krankheiten auf
In wenigen Tagen startet die neue Informationskampagne „Liebesleben“ zur Eindämmung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen. Diese wird die seit Jahren laufende Kampagne „Gib Aids keine Chance“ ablösen. Laut Bundesgesundheitsminister Gröhe wurden „im Kampf gegen HIV gute Fortschritte erzielt“, die Anstrengungen dürften jedoch nicht nachlassen.

Zunahme von gefährlichen sexuell übertragbaren Krankheiten
Erst vor wenigen Monaten wurde berichtet, dass immer mehr HIV-Infektionen durch leichtsinnigen Sex verursacht werden. Und kürzlich offenbarte ein Regierungsbericht, dass in Deutschland eine deutliche Zunahme schwerer Sex-Erkrankungen durch Datingportale zu verzeichnen ist. Die neue bundesweite Präventionskampagne „Liebesleben“ soll zur Eindämmung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten beitragen. Deutschlands Gesundheitsbehörden setzen mit der Kampagne weiter auf den offenen Umgang mit Sexualität. Es geht dabei aber auch darum, solche Erkrankungen zu enttabuisieren.

Die seit Jahrzehnten laufende Kampagne "Gib Aids keine Chance" wird abgelöst durch "Liebesleben". Sie soll zur Eindämmung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten beitragen. (Bild: nito/fotolia.com)
Die seit Jahrzehnten laufende Kampagne „Gib Aids keine Chance“ wird abgelöst durch „Liebesleben“. Sie soll zur Eindämmung von HIV und anderen sexuell übertragbaren Krankheiten beitragen. (Bild: nito/fotolia.com)

Anstrengungen dürfen nicht nachlassen
Wie die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) in einer Pressemitteilung berichtet, wird „Liebesleben“ ab Mitte Mai die Präventionskampagne „Gib Aids keine Chance“ ablösen. Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) erläuterte: „‘Gib Aids keine Chance‘ hat bei vielen Menschen mehr Bewusstsein im Umgang mit HIV geschaffen. Dank unserer Präventionsarbeit und der hochwertigen Behandlung in unserem Land haben wir im Kampf gegen HIV gute Fortschritte erzielt. Die Zahlen zeigen aber auch, dass diese Anstrengungen nicht nachlassen dürfen.“ Die ehemalige Bundesministerin für Gesundheit, Prof. Dr. Rita Süssmuth, sagte: „Ich begrüße die zeitgemäße Weiterentwicklung von „Gib Aids keine Chance“ zu Liebesleben und bin überzeugt, dass die neue Kampagne die Menschen erreichen wird.“

Ansteckungsgefahr im Bewusstsein halten
Im Rahmen der neuen Kampagne werden unter anderem Cartoons als Plakatmotive zu sehen sein mit Sprüchen wie „Egal worauf ihr steht, benutzt Kondome“ oder „Dein Ex juckt Dich noch immer? Ab zum Arzt“. Auf über 65.000 Plakatflächen sollen die Botschaften zu lesen sein. Den Angaben zufolge kostet die Kampagne rund vier Millionen Euro. Wie es heißt, sollen die Comic-Motive die bunte Vielfalt von Sexualität widerspiegeln. Zudem sollen sie – ohne erhobenen Zeigefinger – die Ansteckungsgefahr mit HIV, Syphilis und anderen Geschlechtskrankheiten im Bewusstsein halten. Und dies ist offenbar auch bitter nötig. Das Robert-Koch-Institut (RKI) berichtete Ende vergangenen Jahres, dass sich die Syphilis in Deutschland rasant ausbreitet. Umfragen der BZgA zufolge kennen nur rund die Hälfte der Interviewten das Ansteckungsrisiko bei Syphilis und Tripper (Gonorrhöe), bei Hepatitis sind es 13 Prozent, bei Chlamydien zehn Prozent.

Aktuelle Strategie der Bundesregierung
Die Informationskampagne „Liebesleben“ ist auch auf Twitter und Facebook präsent. Zudem ist eine Art Neuauflage des Kino- und TV-Spot-Klassikers „Tina, wat kosten die Kondome?“ von 1989 im Programm. Im aktuellen Clip ist Schauspieler Ingolf Lück dafür mit seinem Film-Sohn im Supermarkt einkaufen und erlebt den Kondomkauf aus neuer Perspektive. Laut Angaben der BZgA ist die neue Kampagne Teil der aktuellen Strategie der Bundesregierung zur Eindämmung von HIV, Hepatitis und anderen sexuell übertragbaren Infektionen, die das Bundeskabinett am 6. April 2016 verabschiedet hat. (ad)

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