Steigende UV-Strahlung: Zahl der Hautkrebs-Patienten stark gestiegen

Alfred Domke
Immer mehr Patienten mit Hautkrebs in deutschen Kliniken
Immer mehr Menschen in Deutschland müssen sich wegen einer Hautkrebs-Erkrankung im Krankenhaus behandeln lassen. Gesundheitsexperten zufolge ließen sich viele Tumoren vermeiden – und oft auch früher erkennen.

Immer mehr Hautkrebserkrankungen
Die Zahl der Hautkrebs-Fälle ist in den vergangenen Jahren stark gestiegen. Bundesweit erkranken nach Angaben der Deutschen Krebsgesellschaft jährlich bis zu 200.000 Menschen neu an Hautkrebs. Die Deutsche Krebshilfe geht von einer höheren Zahl, von 234.000 Neuerkrankungen, aus, wobei über 20.000 Diagnosen den gefährlichen „schwarzen“ Hautkrebs betreffen. Doch auch der weiße Hautkrebs kann gefährlich werden, wenn er unbehandelt bleibt. Dass mehr Menschen an dieser Krebsart erkranken, zeigt auch die Zahl der Patienten, die deswegen in einem Krankenhaus behandelt werden müssen.

In Deutschland müssen immer mehr Patienten mit Hautkrebs in Kliniken behandelt werden. Viele der Erkrankungen wären vermeidbar. (Bild: M.Dörr & M.Frommherz/fotolia.com)

Männer mussten häufiger in der Klinik behandelt werden als Frauen
Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, ist die Zahl der Hautkrebsbehandlungen im Krankenhaus zwischen 2010 und 2015 um 17,1 % gestiegen.

Den Experten zufolge wurden im Jahr 2015 insgesamt 100.400 Patientinnen und Patienten mit dieser Erkrankung stationär versorgt. Dabei war bei Männern (57 %) eine Krankenhausbehandlung häufiger notwendig als bei Frauen (43 %).

Knapp ein Viertel (23,1 %) musste sich wegen eines bösartigen Melanoms, dem sogenannten „schwarzen“ Hautkrebs, in stationäre Behandlung begeben.

Gut drei Viertel (76,9 %) wurden aufgrund des sogenannten „hellen“ Hautkrebs (Basalzellkarzinom und Stachelzellkarzinom) behandelt.

Hautkrebs bei den Geschlechtern an unterschiedlichen Stellen
„Schwarzer“ Hautkrebs trat bei Männern vor allem am Körperrumpf (4.600 Fälle) auf, bei Frauen vor allem an den unteren Extremitäten sowie der Hüfte (3.700 Fälle).

Vom „hellen“ Hautkrebs sind sowohl bei Frauen als auch bei Männern besonders Körperregionen betroffen, die verstärkt dem Sonnenlicht ausgesetzt sind, wie zum Beispiel spezifische Teile des Gesichts, der Kopfhaut, des Halses und der Ohren.

Operative Eingriffe bei den Hautkrebspatientinnen und -patienten umfassten in erster Linie das ausgedehnte Entfernen des erkrankten Haut- und Tumorgewebes (74.200 Maßnahmen), Transplantationen in Form eines Hautlappenersatzes an der Haut und Unterhaut (56.300 Maßnahmen) sowie einer vorübergehenden Weichteildeckung (29.100 Maßnahmen).

Im Schnitt dauerte der Krankenhausaufenthalt der Hautkrebspatientinnen und -patienten 4,7 Tage.

Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene werden im Krankenhaus sehr selten wegen Hautkrebs behandelt. Gut drei Viertel der Patientinnen und Patienten waren 65 Jahre und älter.

Erkrankungen oft vermeidbar
„Diese Krebsart ließe sich sehr einfach vermeiden: durch richtigen UV-Schutz und das Meiden von Solarien“, schreibt die Deutsche Krebshilfe auf ihrer Webseite.

Denn als Hauptursache für die Entstehung von Hautkrebs gelten vor allem zu viel UV-Licht und erbliche Veranlagungen.

Menschen sollten sich von klein auf vor der Sonne schützen, um das Erkrankungsrisiko zu senken.

Beim Sonnenschutz kommt es auf den Hauttyp an. Je heller die Haut, desto mehr Schutz ist erforderlich. Zudem sollte man sich am UV-Index orientieren, der tagesaktuell online abgerufen werden kann. Ein Sonnenbrand sollte stets vermieden werden.

Ab dem 35. Lebensjahr zur Vorsorgeuntersuchung
Zwar gibt es verschiedene Hautkrebsarten, die unterschiedlich behandelt werden müssen, doch eines gilt für alle Krebsarten:

„Je früher sie erkannt werden, desto größer sind die Heilungschancen und desto schonender kann ggf. die Behandlung vorgenommen werden“, schreibt die Deutsche Krebsgesellschaft.

Die Kosten für ein Hautkrebsscreening werden ab dem 35. Lebensjahr alle zwei Jahre als gesetzliche Regelleistung von den Krankenkassen übernommen. Manche Kassen bezuschussen die Vorsorge auch schon für jüngere Versicherte. (ad)