Steigende Zahl der Vogelgrippe-Todesfälle in China

Fabian Peters

Anzahl der Todesfälle durch H7N9-Vogelgrippe-Infektionen weiter gestiegen

22.04.2013

In China hat sich die Zahl der gemeldeten Todesfälle in Folge einer Vogelgrippe-Infektion am Wochenende weiter erhöht. „Bis um 4 Uhr am Sonntag bestätigte China sechs neue Fälle von H7N9-Vogelgrippe bei Menschen“, so die Mitteilung der chinesischen Nachrichtenagentur „Xinhua“. Mehr als 100 Menschen haben sich in China bereits nachweislich mit H7N9 infiziert, rund jede/r Fünfte überlebte die Infektion nicht.

Unter Berufung auf die täglich aktualisierten Zahlen der „National Health and Family Planning Commission“ in China berichtet die Nachrichtenagentur von mittlerweile 102 offiziell registrierten Infektionen mit dem zuvor nicht als humanpathogen geltenden Erreger H7N9. Insgesamt 20 Menschen seien an den Folgen der Infektion verstorben. Während damit die Sorge vor einer Ausbreitung der Erreger und einer eventuell möglichen Übertragung von Mensch zu Mensch weiter wächst, gibt es jedoch auch erste gute Nachrichten. Zwölf der infizierten Patienten haben die Erkrankung offenbar überstanden und konnten bereits wieder aus den Kliniken entlassen werden, darunter auch das siebenjährige Mädchen, bei dem der erste Vogelgrippe-Nachweis in Peking erfolgt war. Nach sechs Tagen im Krankenhaus habe das Mädchen keine Vogelgrippe Symptome mehr gezeigt und auch die Bluttests sprachen dafür, dass die Siebenjährige die Erkrankung erfolgreich überstanden hat, so die Mitteilung der Nachrichtenagentur „Xinhua“. Die Tests auf das H7N9-Virus in den vergangenen drei Tage seien alle negativ ausgefallen.

Seit die chinesischen Behörden Ende März den ersten Todesfall infolge einer Infektion mit dem Vogelgrippe-Virus H7N9 meldeten, ist die Anzahl der Erkrankungen langsam aber kontinuierlich gestiegen. Mehrere unangenehme beziehungsweise bedenkliche Erkenntnisse wurden dabei gemacht. Die anfänglich vermutetet lokale Begrenzung auf Shanghai und die umliegenden Provinzen musste angesichts der ersten Infektionen in Peking bereits revidiert werden. Auch der angenommene Infektionsweg über den direkten Kontakt mit lebendem Geflügel, hat sich nicht bestätigt. Denn hier zeigte sich im Zuge der weiteren Ermittlungen, dass lediglich rund 40 Prozent der Infizierten tatsächlich Kontakt mit Geflügel hatten. So stehen die nationalen und internationalen Experten derzeit noch vor einem Rätsle in Bezug auf den Ursprung und die Übertragung der H7N9-Viren. Wissenschaftler der Weltgesundheitsorganisation (WHO) arbeiten mit den chinesischen Behörden vor Ort zusammen, um möglichst zeitnah weitere Erkenntnisse zu gewinnen (fp)