Steigern Bluthochdruckmittel das Krebsrisiko?

Sebastian

Steigt das Krebsrisiko durch Bluthochdruck-Medikamente?

(14.06.2010) Laut einer US-Studie begünstigen Arzneien gegen Bluthochdruck das Risiko an Krebs zu erkranken. Laut Wissenschaftlern der "Case Western Reserve University in Cleveland" könnten Bludrucksenker der Klasse "Sartane" das Krebsrisiko leicht erhöhen. In der Studie wurden Arzneimittel-Tests statistisch ausgewertet, die bis November des letzten Jahres (2009) veröffentlicht wurden. Die Auswertung offenbarte laut Studien-Ergebnissen, dass die Krebsrisiko-Rate der Patienten mit solchen Blutdruck-Senkern bei 7,2 Prozent lag. Hingegen hätten die Menschen, die keine Blutdruck senkenden Mittel eingenommen hätten, ein Krebsrisiko von 6,0 Prozent aufgewiesen. So sagte die Forscherin Ilke Sihapi von der Case Western Reserve University: "Das höhere Risiko für das Auftreten neuer Krebsfälle ist überschaubar, aber signifikant".

Das am Meisten verwendete Medikament dieser Klasse ist das Boehringer-Ingelheim Arzneimittel "Micardis". Allein dieses Medikament habe dem Pharmaunternehmen 1,39 Milliarden Euro Umsatz im letzten Jahr ein gebracht. Das Unternehmen "Boehringer-Ingelheim GMBH" gab jedoch am Montag bekannt, das Medikament sei "sicher". Man verweist auf andere Studien und habe eine Analyse der Sicherheitsdaten zu Micardis vorgenommen. Die Analyse habe gezeigt, dass die Blutdruck senkenden Mittel nicht das Risiko erhöhen, an Krebs zu erkranken. Dabei habe man auf Studien und Daten von mehr als 50.000 Patienten zurück gegriffen, erklärte das Pharmaunternehmen.

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Bluthochdruck ist mittlerweile eine sogenannte Volkskrankheit in den westlichen Industrienationen. Dabei sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen. Nach Schätzungen sind rund 50 Prozent der Männer und etwa 40 Prozent der Frauen von Bluthochdruck betroffen. Etwa über die Hälfte der Patienten weiß nichts von ihrer Erkrankung, da Bluthochdruck oftmals lange Zeit keine Beschwerden verursacht. Bei einer Bluthochdruck-Erkrankung besteht ein hohes Risiko von sog. Folgeerkrankungen, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Bei Bluthochdruck verschreiben viele Kardiologen Bludrucksenkende Mittel. (sb)