Sterilisation bei Männern

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Sterilisation bei Männern: Trotz zunehmender Eingriffe Unsicherheit weit verbreitet

31.05.2012

Immer mehr Männer lassen sich sterilisieren. Häufigster Grund: Empfängnisverhütung. Ist die Familienplanung abgeschlossen, ziehen viele Paare die sogenannte Vasektomie in Betracht, um weiteren Hormoneinnahmen der Frau oder dem Gebrauch von Kondomen aus dem Weg zu gehen. Doch nach wie vor stellen sich bei der Auseinandersetzung mit dem Pro & Contra viele Fragen und herrscht allgemein große Unsicherheit. Viele Männer fürchten zum Beispiel, mit der Sterilisation an Männlichkeit einzubüßen. „Diese Bedenken sind aber absolut unnötig“, stellt Dr. Reinhold Schaefer, Urologe und Ärztlicher Geschäftsführer der Uro-GmbH Nordrhein, ein Zusammenschluss von niedergelassenen Urologen, klar.

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Denn bei der Sterilisation werden lediglich die Samenleiter durchtrennt. Das heißt, die Samenflüssigkeit enthält keine Spermien mehr. „Es findet aber nach wie vor eine Ejakulation statt,“ betont Dr. Schaefer. „Auch die Lust auf Sex, Erektion und jede andere Form der körperlichen Entfaltung bleiben erhalten.“ Nicht einmal der Eingriff selbst stellt bei nüchterner Betrachtung ein Hindernis dar. In der Regel führen Urologen diesen ambulant mit örtlicher Betäubung durch. Meist kann Mann nach einer halben Stunde wieder nach Hause und muss sich allenfalls zwei bis drei Tage etwas schonen. „Die Vasektomie gilt als einer der sichersten chirurgischen Eingriffe überhaupt,“ weiß Dr. Schaefer. „Schwere Komplikationen kommen so gut wie nicht vor.“

In seltenen Fällen treten Blutergüsse oder leichte Wundinfektionen auf, die sich aber gut behandeln lassen und eigentlich schnell abklingen. Dennoch sollte das starke Geschlecht diesen Schritt nicht auf die leichte Schulter nehmen oder unüberlegt handeln. Theoretisch gibt es zwar die Möglichkeit, die Durchtrennung der Samenleiter mikrochirurgisch rückgängig zu machen. Je länger die Sterilisation zurückliegt, desto geringer allerdings die Chancen, die volle Fruchtbarkeit wieder herzustellen. Zudem kommt es gelegentlich vor, dass Männer nach einer Vasektomie unter Erektionsstörungen leiden. „Diese gehen aber allein auf die seelische Verarbeitung des Eingriffs zurück und haben nichts mit der Operation an sich zu tun,“ erklärt Dr. Schaefer. Einer Studie zufolge beurteilen die meisten Männer Lebensqualität und Sexualleben vier Jahre nach dem Eingriff zumindest als unverändert oder sogar verbessert, weil die Angst vor unerwünschten Schwangerschaften entfällt und sich die körperliche Lust frei entfalten kann.

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