Stiftung Warentest: Auslands-Krankenversicherung

Nina Reese

Welche Auslands-Krankenversicherung bietet den besten Schutz? Stiftung Warentest untersucht 40 Angebote.

22.05.2013

Sommerzeit, Urlaubszeit – was eigentlich das Highlight des Jahres sein soll, kann schnell zu einem teuren Vergnügen werden: Denn wer im Ausland ärztliche Hilfe benötigt, aber kein zusätzliche Auslands-Krankenversicherung hat, bleibt unter Umständen auf hohen Kosten sitzen. Die Wahl der „richtigen“ Versicherung ist dabei oft nicht einfach – Hilfe bietet hier die Stiftung Warentest, die für die Juni-Ausgabe der Zeitschrift "Finanztest" „40 Jahresverträge für weltweit geltende Auslandsreise-Krankenversicherungen für Einzelpersonen und Familien geprüft“ und dabei die Angebote von „sehr gut“ bis „ausreichend“ bewertet hat.

Ärztliche Hilfe im Urlaub oft notwendig
Ob ein Beinbruch beim Wandern oder ein Sonnenstich im Badeurlaub – gerade in den Ferien wird oft ärztliche Hilfe benötigt, doch das kann schnell zu horrenden Kosten führen. Denn die entstehenden Kosten, etwa für einen Klinikaufenthalt oder den Rücktransport nach Hause, werden von der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übernommen, sondern müssen vom Patienten selbst gezahlt werden. Schutz bietet daher nur eine zusätzliche Auslands-Krankenversicherung, die meist schon für relativ kleines Geld abzuschließen ist. Doch welche Versicherung lohnt sich wirklich? Stiftung Warentest hat nun 40 Angebote untersucht – zentrales Ergebnis: „Die Leistungen der verschiedenen Anbieter variieren sehr stark. So übernehmen zum Beispiel nur wenige Versicherer Leistungen für provisorischen Zahnersatz. Deutliche Unterschiede gibt es auch bei den Bedingungen zum Krankenrücktransport nach Deutschland“, so die aktuelle Pressemitteilung der Stiftung.

Keine Kostenübernahme durch gesetzliche Krankenversicherung außerhalb Europas
Die Basis-Kosten würden sich dabei laut Stiftung Warentest auf "durchschnittlich zehn bis zwölf Euro für eine Jahrespolice belaufen", Senioren kämen allerdings "bereits auf fünfzehn bis dreißig Euro". Doch diese Investition sei den Experten nach für jeden empfehlenswert, der "ins Ausland verreisen möchte, denn während die gesetzliche Krankenkasse innerhalb Europas Kosten teilweise noch zahlen würde, käme sie für Kosten außerhalb Europas nie auf". Dementsprechend könnte eine Fernreise schnell zum finanziellen Desaster führen, denn gerade in den USA beispielsweise könnten Krankenhausbehandlungen sehr kostspielig werden, so die Warnung der Stiftung Warentest. Zudem sei zu bedenken, dass bei Reisezielen wie Bosnien-Herzegowina, Türkei oder Tunesien, zusätzlich ein internationalen Krankenschein beantragt werden müsse, denn die europäische Krankenversicherungskarte sei in diesen Ländern nicht ausreichend.

Testsieger Allianz bietet unkomplizierten Rücktransport in die Heimat
Von den getesteten Versicherungen schnitt die Allianz mit der Note "sehr gut" am besten ab: So zahlen Singles hier den Experten zufolge 9,80 Euro für ein Jahr Schutz im Ausland, für eine Familie werden 19,60 Euro fällig, wobei in beiden Fällen im Laufe des Versicherungsjahres beliebig viele Reisen von jeweils maximal 56 Tagen am Stück unternommen werden dürften. Pluspunkt dieser Versicherung sei den Testern nach, dass die Allianz beispielsweise die Kosten für einen Krankenrücktransport nicht erst im medizinischen Notfall übernehmen würde, sondern bereits dann, wenn dieser medizinisch sinnvoll und vertretbar ist. Darüber hinaus würden auch psychische Behandlungen durch den Versicherungsschutz abgedeckt.

Universa bietet unter anderem Kostenübernahme für provisorischen Zahnersatz
Auch die Universa bekam von den Testern ein "sehr gut" und belegt damit den zweiten Platz im Vergleich. Hier könnten sich Singles für 12,84 Euro im Jahr versichern und dabei im Bedarfsfall Leistungen wie zum Beispiel die Kostenübernahme für für provisorischen Zahnersatz und medizinisch notwendige Hilfsmittel erwarten, zudem würden laut den Experten auch Kosten übernommen, die in den letzten sechs Wochen vor Vertragsabschluss entstanden sind. Die große Überraschung dabei: Noch im Vorjahr hatte dieser Versicherer bei einer vergleichbaren Untersuchung ein "mangelhaft" erhalten.

Auf Rang drei finden sich dieses Jahr die Ergo Direkt gemeinsam mit der Hanse Merkur/DAK und Neckermann: Hier bekommen Singles für 8,90 Euro im Jahr einen „guten“ Versicherungsschutz im Ausland, für Familien kostet der Schutz bei Neckermann 17,80 Euro jährlich sowie bei Ergo Direkt und Hanse Merkur/DAK je 19,90 Euro.

Vier Versicherer bieten nur ausreichende Angebote
Doch für vier Versicherer konnten die Tester lediglich ein "ausreichend" vergeben: So konnten die Angebote von Deutscher Ring, Mannheimer, Signal Iduna und Gothaer nicht überzeugen – häufiger Kritikpunkt waren hier die Bedingungen im Fall eines Rücktransports in die Heimat.

Generell sei bei den Auslands-Krankenversicherungen zu berücksichtigen, dass ältere Menschen mit Aufschlägen rechnen müssten, dennoch gäbe es auch hier relativ preiswerte Angebote, wie zum Beispiel bei der Inter (erhöhter Beitrag von 15 Euro) oder der LVM/hkk (erhöhter Beitrag ebenfalls ab 15 Euro). (nr)

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Bild: Margot Kessler / pixelio.de