Stiftung Warentest: Basilikum-Pesto oft schlecht

Alfred Domke

Stiftung Warentest: Basilikum-Pesto meist enttäuschend

28.07.2013

Cashew- statt Pinienkerne, Kartoffelflocken statt Parmesan, Bambusfasern, Milchsäurebakterien und sogar krebserregende Stoffe. Stiftung Warentest fand jedes dritte Basilikum-Pesto im Test „mangelhaft“ und kein einziges Produkt bekam die Bestnote.

Nicht nach Originalrezept
Die Stiftung Warentest kam nach einer Untersuchung von 30 Pastasoßen mit Basilikum, darunter 6 Pesto Genovese und 24 Basilkumzubereitungen zu dem ernüchternden Ergebnis, dass jedes dritte Produkt „mangelhaft“ sei. Nur wenige Hersteller von Fertigpesto halten sich an das Genoveser Originalrezept: Frisches Basilikum, Pinienkerne, Olivenöl, Parmigiano Reggiano, Pecorino, Knoblauch und Salz. Da dies nicht patentiert ist, sind die Produzenten nicht an die Zutaten gebunden. Und somit wird getrickst bei der Herstellung.

Potentiell krebserregender Stoff
So würden Hersteller teure Zutaten ganz oder teilweise durch preiswertere ersetzen. Etwa Sonnenblumen- statt Olivenöl, Cashew- statt Pinienkerne, Kartoffelflocken oder Weizengrieß statt Parmesan und Pecorino. „Statt 20 Prozent, wie Traditionsrezepte empfehlen, findet man mitunter weniger als ein Prozent Käse", heißt es im Bericht. Nur drei der untersuchten Produkte bekamen das Qualitätsurteil „gut“, wie die Zeitschrift „test“ in ihrer August-Ausgabe berichtet. Alle sechs Soßen mit dem Aufdruck „Pesto Genovese“ schnitten mangelhaft ab. Zum Teil fehlten die Originalzutaten und bei einem Produkt, dem Biopesto der Firma „Ppura“ fanden die Tester den potentiell krebserregenden Stoff Anthrachinon. Die Schweizer Firma wurde über die Verunreinigung informiert und das Unternehmen rief die Charge vom Markt zurück. „Wir können kein „Pesto Genovese“ aus dem Test empfehlen“, so die ernüchternde Bilanz.

Pesto von Jamie Oliver fällt geschmacklich durch
Im Handel werden als Alternative zum Original „Pesto Genovese“ Produkte unter den Namen „Pesto alla Genovese“, „Pesto Verde“ oder „Basilikumpesto“ angeboten. Die drei Testsieger kamen aus diesem Segment. Andere Fabrikate fielen im Geschmack durch, etwa das Pesto von Starkoch Jamie Oliver. Laut den Testern schmecke es „aromaarm und wässrig." Beim Pesto von Bernbacher wurden Bambusfasern festgestellt. Testleiterin Birgit Rehländer betont: „Das ist kein Lebensmittel.“ Sie sei allgemein überrascht: „So viele Mängel habe ich nicht erwartet.“ Im Pesto „Lucchi & Guastalli“ von Manufactum für 8,90 Euro wurden gar Milchsäurebakterien gefunden.

Gutes muss nicht teuer sein
Erstaunlicherweise schnitten vor allem preisgünstige Produkte positiv ab. So waren die drei als „gut“ bewertete Artikel zum Teil ein Vielfaches günstiger als die, die durchfielen. Die Sieger waren: „Frische Pesto Basiliko" von Hilcona (2,08 Euro/100 Gramm), „Casa Morando Pesto Verde" von Aldi Nord (0,63 Euro/100 Gramm) und „Pesto alla Genovese" von Rewe (0,78 Euro/100 Gramm). Noch besser und dazu gesünder dürfte aber selbstgemachtes Pesto sein. Leckere Pesto Rezepte dazu findet man unter anderem im Internet. (ad)

Bild: Benjamin Klack / pixelio.de