Still und leise: „Killer“ Bluthochdruck

Alfred Domke

Weltgesundheitstag zum „stillen Killer“ Bluthochdruck

08.04.2013

Wie jedes Jahr am 7. April fand gestern der Weltgesundheitstag, ausgerufen von der Weltgesundheitsorganisation WHO, statt. Dieses Jahr war das Motto „Bluthochdruck“, von vielen als „stiller Killer“ bezeichnet. Waren in den vergangenen Jahren Bereiche wie Antibiotikaresistenzen oder Infektionskrankheiten thematisiert worden, so stand der gestrige Tag unter dem Motto „Bluthochdruck“.

Ärzte nennen ihn den „stillen Killer“
Ziele, die sich die Behörde mit dem Tag jährlich setzt, sind unter anderem eine stärkere Sensibilisierung für das Thema sowie das Prävention und Früherkennung verbessert werden. Und genau letzteres ist bei Bluthochdruck (Hypertonie) enorm von Bedeutung, da er meist ruhig und im Verborgenen agiert. Fühlt man sich bei Krankheiten wie Grippe schwach und leidet an verschiedenen Schmerzen, so fühlen sich viele Menschen mit hohem Blutdruck sehr wohl. Bei wenigen Betroffenen stellen sich Symptome wie Kopfschmerzen oder pochende Schläfen ein, der Großteil merkt nichts. Das führt zu einem großen Problem: Dadurch, dass die meisten die Krankheit gar nicht von selbst bemerken, kann sie gravierende Folgen haben. Mögliche Folgen sind Herzschwäche oder -infarkt, Nierenversagen, Schädigung der Augen bis hin zum Erblinden und auch eine vorzeitige Alterung des Gehirns. Bei Schlaganfällen stellt Hypertonie sogar den wichtigsten Risikofaktor dar.

Das tödliche Quartett
Bei Menschen mit Bluthochdruck kommen als weitere Gefahren oft auch noch Faktoren wie Übergewicht, Fettstoffwechselstörungen („hohe Cholesterinwerte“) und Diabetes hinzu. Diese Kombination von Risikofaktoren wird auch „Metabolisches Syndrom“ genannt oder als „tödliches Quartett“ bezeichnet. Und die Zahl der Erkrankten steigt und steigt, nach Angaben der WHO gibt es bereits eine Milliarde Betroffene. 1980 lagen die Zahlen noch bei etwa 600 Millionen.

Gesündere Lebensweise gefragt
Bei Bluthochdruck handelt es sich aber oft nicht um ein nicht wiedergutzumachendes Schicksal. Zum einen gibt es in Fällen, bei denen es nötig ist, gute Behandlungsmöglichkeiten und zum anderen kann durch eine gesündere Lebensweise hohem Blutdruck oft vorgebeugt werden. Zum einen wäre es wichtig, mehr zur Ruhe zu kommen, zu entspannen und zum anderen spielt die Ernährung eine wesentliche Rolle. Zum Beispiel nahm der Anteil an Fertigprodukten, die oft einen hohen Salzgehalt aufweisen, bei unserer Ernährung immer mehr zu. Studienergebnisse, die vor kurzem auf einem amerikanischen Herz-Kongress vorgetragen wurden, besagten, dass zu viel Salz im Essen allein 2010 etwa 2,3 Millionen Todesfälle durch Herz-Kreislauf-Erkrankungen verursachten. Die Deutsche Presse-Agentur berichtete, dass fast 40 Prozent der Betroffenen in einem Alter von unter 70 Jahren starben.

„Zivilisationskrankheiten“ belasten Gesundheitssysteme
Zu viel essen und zu wenig bewegen: typische Ursachen, deren Folge das dicker werden ist. Übergewicht, sowie Alkohol und Rauchen sind übliche Faktoren, die zu hohem Blutdruck führen. Bluthochdruck gilt als sogenannte „Zivilisationskrankheit“, die also von den vorherrschenden Lebensverhältnissen abhängt. Solche Krankheiten spielen eine enorme Rolle bei der Zunahme der Gesundheitskosten und belasten die Systeme mit zusätzlichen Milliarden. Aufklärung und Vorbeugung werden also auch aus wirtschaftlichen Gründen immer wichtiger. Diese Ziele hat sich die Weltgesundheitsorganisation vorgenommen, damit nicht mangelnde Information und Unkenntnis zur globalen Bedrohung der Gesundheit führen.

Ein Blutdruckmessgerät pro Haushalt
Da viele von Hypertonie Betroffene oft gar nichts von ihrer Erkrankung wissen, ist es um so wichtiger, sowohl sie als auch Ärzte unter anderem mit Hilfe des Weltgesundheitstages wachzurütteln. Aber auch bei Bekannt sein der Krankheit kommt es manchmal zu keiner Behandlung oder diese zeigt nicht die erwünschte Wirkung. Grundsätzlich gilt aber, dass der „stille Killer“ erst einmal erkannt werden muss, um ihn zu behandeln. Dafür bietet sich an, in jedem Haushalt zumindest ein Blutdruckmessgerät in der Hausapotheke parat zu haben. Professioneller ist natürlich die regelmäßige Kontrolle beim Arzt. Die dauert nicht lange, aber man kann im Idealfall durch eine frühzeitige Behandlung eine längere Lebenszeit gewinnen. (ad)

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