Stillen senkt mütterliches Diabetes-Risiko

Sebastian

Geringeres Diabetes-Risiko für stillende Mütter

06.05.2014

Es ist allgemein bekannt, dass Stillen den Babys guttut. Forscher haben nun herausgefunden, dass es auch bei den Müttern einen positiven Einfluss auf die Gesundheit hat. Stillen wirke sich bei den Müttern günstig auf das Körpergewicht und den Stoffwechsel aus und könne auch das Diabetes-2-Risiko reduzieren.

Stillen senkt Diabetes-2-Risiko für Mütter
Einer Studie zufolge haben stillende Mütter ein geringeres Risiko, an einem Typ-2-Diabetes zu erkranken. Frauen, die gestillt haben, haben im Vergleich zu Frauen, die ihre Säuglinge nicht stillten, ein um 40 Prozent vermindertes Erkrankungsrisiko. Dies teilte das Deutsche Institut für Ernährungsforschung (DIfE) am Montag in Potsdam-Rehbrücke mit. Offenbar sei der Grund dafür, dass Stillen einen günstigen Einfluss auf das Körpergewicht sowie den Stoffwechsel hat. Für die Untersuchung werteten die Wissenschaftler Daten von insgesamt mehr als 1.260 Müttern aus, die im Rahmen einer Langzeitstudie zwischen den Jahren 1994 und 2005 erhoben wurden.

Stillen verbessert Körpergewicht und Stoffwechsellage des Körpers
Mit Fragebögen wurden dabei die Daten zur Stilldauer sowie zum Lebensstil der Mütter ermittelt. Zudem wurden auch die Körpermaße erfasst und Blutproben der Frauen analysiert. Den Angaben zufolge zeigte sich dabei, dass Frauen, die lange gestillt haben, im Schnitt niedrigere Blutfettwerte und höhere Adiponectin-Spiegel haben. Es handelt sich bei Adiponectin um ein Hormon, welches vom Fettgewebe freigesetzt wird, und das sich günstig auf den Fett- und Zuckerstoffwechsel auswirkt, etwa indem es die Insulinempfindlichkeit der Körperzellen verbessert. Studienleiter Matthias Schulze erklärte dazu: „Dieses spräche dafür, dass Stillen sowohl das Körpergewicht als auch die Stoffwechsellage des Körpers verbessert, die wiederum das Risiko der stillenden Mütter für Typ-2-Diabetes verringert.“

Übergewicht als Risikofaktor für Diabetes
Dieser Zusammenhang gelte unabhängig vom Lebensstil und sozialen Status. Übergewicht und Adipositas gelten als entscheidende Risikofaktoren für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes, der im Volksmund auch als Alterszucker bezeichnet wird. Neben den Wissenschaftlern des Potsdamer Instituts und des Instituts für Diabetesforschung und Metabolische Erkrankungen des Helmholtz Zentrums München waren an der Studie auch Forscher des Berliner Robert Koch-Instituts und der Berliner Charité beteiligt. Die Wissenschaftler veröffentlichten die Ergebnisse der Untersuchung in der Fachzeitschrift „Diabetologia“.

Beim Stillen geht es auch um die Dauer
Bereits 2012 hatten Wissenschaftler des Instituts für Diabetesforschung herausgefunden, dass es beim Stillen vor allem auch um die Dauer gehe, wenn das Diabetes-Risiko gesenkt werden solle. Damals wurde mitgeteilt, dass „nur wer länger als drei Monate stillte, ein 15-Jahres-Risiko für Typ-2-Diabetes von 42 Prozent“ hatte. Die Probandinnen der damaligen Studie konnten ihr Erkrankungsrisiko noch mehr verringern, wenn sie in diesem Zeitraum ihr Baby ausschließlich mit Muttermilch ernährten (15-Jahres-Risiko von 34,8 Prozent), so das Deutsche Zentrum für Diabetesforschung (DZD). (sb)

Bild: Rolf van Melis / pixelio.de