Stillende Mütter: Meeresfisch verringert Neurodermitis-Risiko beim Baby

Kinderärzte empfehlen stillenden Frauen, wöchentlich zweimal Meeresfisch zu essen, einmal davon besonders fettreichen. Dadurch wird das Neurodermitis-Risiko des Babys verringert. (Bild: Jacek Chabraszewski/fotolia.com)
Alfred Domke
Fettreicher Fisch für stillende Mütter: Verringerung des Neurodermitis-Risikos beim Baby
Gesundheitsexperten raten stillenden Frauen, zweimal pro Woche fettreichen Meeresfisch zu verzehren. Dadurch verringere sich das Neurodermitis-Risiko des Nachwuchses. Auch die Jodversorgung des Babys kann durch den Fisch unterstützt werden.

Fisch liefert wertvolle Omega-3-Fettsäuren
Ernährungsexperten verweisen immer wieder darauf, warum Fisch sehr gesund ist. Als wichtigster Grund wird meist angeführt: Fisch liefert Omega-3-Fettsäuren. Diese sollen unter anderem die Gedächtnisleistung verbessern, und das Risiko für akute Herzinfarkt deutlich reduzieren. Vor kurzem kam eine Studie zu dem Ergebnis, dass fetter Fisch aufgrund dieser Fettsäuren sogar vor Darmkrebs schützen kann.

Kinderärzte empfehlen stillenden Frauen, wöchentlich zweimal Meeresfisch zu essen, einmal davon besonders fettreichen. Dadurch wird das Neurodermitis-Risiko des Babys verringert. (Bild: Jacek Chabraszewski/fotolia.com)
Kinderärzte empfehlen stillenden Frauen, wöchentlich zweimal Meeresfisch zu essen, einmal davon besonders fettreichen. Dadurch wird das Neurodermitis-Risiko des Babys verringert. (Bild: Jacek Chabraszewski/fotolia.com)

Neurodermitis-Risiko des Babys verringern
Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ) berichtet nun auf seiner Webseite „kinderaerzte-im-netz.de“ über weitere positive Effekte für die Gesundheit. Den Experten zufolge sollten stillende Frauen zweimal wöchentlich Meeresfisch verzehren, um das Neurodermitis-Risiko ihres Kindes zu verringern. Einmal sollten dabei besonders fettreiche Fische wie Hering, Makrele, Lachs oder Sardinen auf den Tisch.

„Diese enthalten sehr viel Omega-3-Fettsäuren, die vorbeugend gegen allergische Erkrankungen wirken, wie in Studien nachgewiesen wurde. Diese Empfehlung wurde deshalb mittlerweile auch in der offiziellen Leitlinie für Allergieprävention aufgenommen“, erläuterte der Kinder- und Jugendarzt Dr. Ulrich Fegeler vom BVKJ.

Raubfische mit Quecksilber belastet
Allerdings stellt sich bei Fisch auch oft die Frage, ob er eher gesund oder giftig ist. Da beispielsweise größere Raubfische am Ende der Nahrungskette stehen, sind sie häufig stärker mit Quecksilber belastet. Die Lebensmittelprüfer von Stiftung Warentest haben erst vor kurzem berichtet, dass die von ihnen getesteten Thunfisch-Konserven Quecksilber und Mineralöle enthielten.

„Zu viel Quecksilber kann das Nervensystem schädigen, vor allem bei Ungeborenen“, schrieben die Experten. Fachleute empfehlen immer wieder: Schwangere sollten keinen Thunfisch essen. Auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) rät Schwangeren und Stillenden, „vorsorglich den Verzehr von Thunfisch einzuschränken“.

Jodversorgung des Kindes unterstützen
Wie es auf der Webseite des BVKJ weiter heißt, kann der Fischverzehr der Mutter auch die Jodversorgung des gestillten Babys über die Milch unterstützen. Bereits eine geringe Unterversorgung mit Jod kann sich unter anderem negativ auf die Entwicklung des Kindes auswirken.

Schon Schwangere sollten eine Jodmangel vermeiden. „Um eine ausreichende Jodversorgung zu gewährleisten, sollten Frauen während der Stillzeit Jodsalz verwenden und Jodtabletten (100 Mikrogramm pro Tag) einnehmen. Wenn allerdings Schilddrüsenprobleme bekannt sind, ist eine vorherige ärztliche Beratung unerlässlich“, so Dr. Fegeler.

Algen und Tangprodukte meiden
Den Experten zufolge ist es sinnvoll, getrocknete Algen und Tangprodukte zu vermeiden, die sehr hohe Joddosen enthalten können, um nicht versehentlich zu viel Jod einzunehmen und unter Umständen eine Schilddrüsenüberfunktion zu bewirken.

Mehr Informationen zu „Ernährung und Bewegung von Säuglingen und stillenden Frauen“ bietet die Monatsschrift Kinderheilkunde. (ad)

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